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Mindestens 60 Tote nach Angriffen auf Homs

UNO berät über neue Beobachtermission für Syrien

Tote und Verletzte nach einem Angriffen in Homs (picture alliance / dpa / Local Coordination Committees)
Tote und Verletzte nach einem Angriffen in Homs (picture alliance / dpa / Local Coordination Committees)

Während syrische Regierungstruppen ihre Offensive auf die Stadt Homs fortsetzen, wird in New York über eine neue Beobachtergruppe für Syrien nachgedacht. Die Arabische Liga hat die Vereinten Nationen um Hilfe für eine neue Mission gebeten. Unterdessen wies die Bundesregierung vier syrische Diplomaten aus.

Wie UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mitteilte, hat die Arabische Liga eine gemeinsame Beobachtermmission mit einem Sondergesandten vorgeschlagen. Darüber würde der Sicherheitsrat in den kommenden Tagen entscheiden. Die Arabische Liga hatte im Dezember Beobachter nach Syrien entsandt, die Mission aber Ende Januar wegen der schlechten Sicherheitslage ausgesetzt.

Armee setzt Beschuss der Stadt Homs fort

Seither hat sich die Gewalt zwischen Armee und Regimegegnern verschärft. In der Stadt Homs gingen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten Regierungssoldaten erneut mit Waffen gegen die Bevölkerung vor. Nach jüngsten Berichten habe es dabei mindestens 60 Todesopfer gegeben. Seit Beginn der Offensive am Samstag sollen Hunderte von Aktivisten getötet worden sein.

UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sagte, sie sei entsetzt über die "wahllosen Angriffe auf zivile Gegenden" in Homs. Die drittgrößte Stadt Syriens gilt als Hochburg des Widerstandes gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Das Regime machte erneut bewaffnete Terrorgruppen für die Angriffe auf Zivilisten verantwortlich.

Westerwelle schlägt UNO-Sonderbeauftragten vor

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)Guido Westerwelle plädiert für einen UNO-Sonderbeauftragten. (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)Nach der Festnahme von zwei mutmaßlichen syrischen Spionen in Berlin wies die Bundesregierung vier Diplomaten Syriens aus. Das Auswärtige Amt hatte bereits am Dienstag den syrischen Botschafter einbestellt. Dabei sei ihm erneut klargemacht worden, dass Berlin ein etwaiges Vorgehen gegen syrische Oppositionelle in Deutschland nicht hinnehmen werde, hieß es. Außenminister Guido Westerwelle schlug vor, einen UNO-Sonderbeauftragten für Syrien zu berufen.

Der syrisch-stämmige Grünen-Politiker Ferhad Ahma sagte im Deutschlandfunk, eine Lösung des Konflikts in Syrien sei ohne einen Rücktritt des Präsidenten nicht möglich. "Es sieht so aus, als ob der Assad einfach das Land wirklich ins Chaos führen möchte und darauf wettet, dass er dadurch seine Macht noch weiter behalten wird", erklärte Ahma, der auch Mitglied des Syrischen Nationalrats ist.

Britische "Times" fordert internationalen Aktionsplan

Die britische Zeitung "Times" fordert ein Gipfeltreffen von US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premierminister David Cameron und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, um einen Aktionsplan für Syrien zu entwerfen. "Die freie Welt ist moralisch dazu verpflichtet, Partei für die Unterdrückten zu ergreifen, besonders wenn sie Opfer einer so entsetzlichen Brutalität sind, wie sie die syrische Bevölkerung erleidet", schreibt die Zeitung.


Mehr Kommentare zur Lage in Syrien in der internationalen Presseschau des Deutschlandfunks.



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"Assad ist nicht mehr vertretbar"

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

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