Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mindestlöhne bleiben umstritten

Koalition vertagt Konflikt

Ein Fensterputzer putzt Scheiben im Regierungsviertel vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. (AP)
Ein Fensterputzer putzt Scheiben im Regierungsviertel vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. (AP)

Die Große Koalition streitet weiter um die von der SPD geforderte Einführung gesetzlicher Mindestlöhne. Zwar erreichte eine Arbeitsgruppe von Union und SPD zur Neuregelung des Niedriglohnsektors eine Teileinigung. Dabei wurde jedoch das strittige Thema Mindestlohn ausgeklammert.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD, Klaus Brandner, sagte nach einer Sitzung der Koalitionsexperten am Montagabend, abgehakt worden seien das mit Qualifikationsangeboten verknüpfte Kombilohnmodell für junge Arbeitslose und das Konzept des sozialen Arbeitsmarktes für 100.000 schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose. Die von der Union gewünschten Leistungseinschnitte für Langzeitarbeitslose sind Brandner zufolge vom Tisch. Die Koalition will über das Thema Mindestlöhne am Mittwoch in einer Spitzenrunde verhandeln.

Die CDU-Spitze blieb bei ihrer Ablehnung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. Dies "würde Hunderttausende von Arbeitsplätzen kosten, aber keinen einzigen Arbeitsplatz schaffen", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Die CDU zeigte sich aber offen für die Pläne von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) für ein Verbot sittenwidriger Löhne. Es gebe ein grundsätzliches Einverständnis, dass die Gehälter nicht um 30 Prozent unter dem üblichen Tarif liegen sollten, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralf Brauksiepe im Deutschlandfunk. Dies sehe auch die gängige Rechtsprechung vor. (Text / MP3-Audio)

DGB-Chef Michael Sommer hält trotz des Widerstandes bei CDU und CSU eine Einigung auf den von den Gewerkschaften seit langem geforderten Mindestlohn für möglich. Er sehe "deutliche Bewegung" in der Union, sagte Sommer im Deutschlandradio Kultur. Allerdings nerve ihn ein bisschen, "dass sich das zieht wie ein Kaugummi". "Jetzt langsam müssen wir mal zu Potte kommen", sagte Sommer. (Text / MP3-Audio)

Wirtschaftsforscher warnt vor Verlagerung von Arbeitsplätzen

Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Ulrich Blum, warnte vor der Einführung von Mindestlöhnen. Ein Mindestlohnmodell riskiere immer, dass die Lohnverteilung zu Lasten der Arbeit gehe, sagte Blum im Deutschlandradio Kultur. Je höher die Mindestlöhne seien, desto mehr Kapital werde ins Ausland gehen, um dort nach einer produktiven Verwendung zu suchen. Ein Mindestlohn würde zu mehr Arbeitslosen anstatt zu weniger führen, betonte er. (Text/ MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr DLF - Zeitzeugen im Gespräch

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Debatte über Abschiebungen"Man hat über Afghanistan nicht gesprochen"

Der Innenminister von Schleswig-Holstein, Stefan Studt, SPD (picture-alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

Schleswig-Holstein hat Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan gestoppt. Die Lage dort habe sich 2016 noch einmal dramatisch verschlechtert, sagte SPD-Innenminister Stefan Studt im DLF. Er betonte, Afghanistan sei beim Treffen der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin jüngst kein Thema gewesen.

Volker Kitz: "Feierabend"Niemand muss für seinen Job brennen!

Volker Kitz (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

Leidenschaft im Beruf? Das muss nicht sein, sagt Autor Volker Kitz und plädiert für mehr Gelassenheit. Arbeit müsse nicht der wichtigste Lebensinhalt sein.

KARNEVAL UND FASCHINGFest für Herpes und Geschlechtskrankheiten

Heute beginnt in den Faschings-, Fastnachts- und Karnevalshochburgen die ganz heiße und sündige Zeit: Es wird gesoffen, geknutscht und gefummelt. Doch Vorsicht: Auch Herpesviren und Geschlechtskrankheiten lieben die tollen Tage.

Vatikanische MuseenDer Mann mit der Schlüsselgewalt

Innenansicht der sixtinischen Kapelle mit den Fresken Michelangelos. (picture alliance / dpa / Musei Vaticani / Ansa / Claudio)

Die Vatikanischen Museen sind die ältesten öffentlich zugänglichen Kunstsammlungen der Welt. Sie werden jährlich von rund 25 Millionen Menschen besucht. Sie sind eine modern organisierte Museumsmaschine. Aber einige anachronistisch anmutende Kuriositäten sind geblieben: etwa der so genannte "Clavigero", der Herr aller 3.000 Museumsschlüssel.

Islam und IntegrationWir brauchen eine umarmende Säkularität

Das Foto vom 15.02.2017 zeigt die DITIB-Moschee in Fürthen (Rheinland-Pfalz). Fahnder des Bundeskriminalamtes haben das Anwesen aufgrund von Spionage-Vorwürfen gegen Imame des islamischen Moscheeverbandes DITIB durchsucht. Foto: Thomas Frey/dpa | Verwendung weltweit (Thomas Frey/dpa)

Die Engstirnigkeit deutscher Islamverbände steht der offenen Gesellschaft entgegen, sagt der Grünen-Politiker Memet Kılıç. Islamische Erziehung sei Teil des Problems − gegen religiösen Fanatismus helfe nur mehr Ethik, Philosophie, Kunst und Aufklärung.

Begrenzung der Managergehälter?"Willkürlicher Eingriff in die Vertragsfreiheit"

Eine Reihe von Männern in Anzügen, der Blick geht auf Hosen und Schuhe. (picture alliance / dpa / Grigoriy Sisoev)

Die von der SPD ausgelöste Debatte über Managervergütungen sei "übertrieben", sagte Unternehmensberater Alexander von Preen im DLF. "Ausreißer" bei VW und Deutscher Bank würden in den Vordergrund gestellt. Grundsätzlich gebe es bereits Instrumente zur Begrenzung von Gehältern.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Gabriel mahnt ernsthafte Bemühungen um Frieden an | mehr

Kulturnachrichten

Neues Kulturzentrum in Athen eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Artenschutz  Hunde spüren Geparden auf | mehr