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Mindestlohn gegen Schwarzarbeit

Skandal um Lohnsklaven in deutschen Schlachthöfen

Franz-Josef Möllenberg fordert einen Mindestlohn für die Fleischindustrie. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
Franz-Josef Möllenberg fordert einen Mindestlohn für die Fleischindustrie. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)

Eine ARD-Dokumentation zeigt die verheerende Arbeitssituation in deutschen Fleischbetrieben. Ausländische Arbeiter werden mit Versprechungen über einen hohen Lohn, gute Unterkunft und Sozialversicherung nach Deutschland gelockt. In der Realität erleben sie genau das Gegenteil.

Unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten viele Tausende Arbeiter in deutschen Schlachthöfen. Das recherchierte der Journalist Michael Nieberg. Die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt inzwischen gegen 22 Beschuldigte und ein Firmengeflecht von rund zwei Dutzend Unternehmen, wie der Westdeutsche Rundfunk meldet. Die Strippenzieher scheinen aus Moers und Kamp-Lintfort zu kommen.

Franz-Josef Möllenberg, Chef der Gewerkschaft Nahrung, Gaststätten und Genussmittel, fordert im Deutschlandfunk einen Mindestlohn für die Branche. Die Gewerkschaft habe schon lange auf die Missstände aufmerksam gemacht: "Ein Hilferuf, wie die Gewerkschaft NGG ihn losgelassen hat, dass wir in Deutschland dringend einen gesetzlichen Mindestlohn brauchen, der ist ja nicht umsonst gekommen, sondern das hat etwas mit diesen Zuständen zu tun."

Ein Mindestlohn, so Möllenberg, könnte diese Missstände verhindern. Er fordert auch die Auftraggeber in die Pflicht zunehmen, "Firmen, die auf Wurst und Fleisch und Geflügelwahre schöne Etiketten kleben, die aber letztendlich Auftraggeber sind und letztendlich solche kriminellen Machenschaften überhaupt ermöglichen". So sagte auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft IG Bau-Agrar-Umwelt, Klaus Wieshügel gegenüber dem WDR: "Es kann nicht sein, dass [die Auftraggeber] sich die Hände in Unschuld waschen und sagen, das ist nun mal so, so sind die Gesetze. Und wir müssen es kontrollieren."

Weitere Informationen:
Die Story im Ersten: Lohnsklaven in Deutschland - Miese Jobs für billiges Fleisch
(daserste.de vom 24.06.2013)

Skandalöse Verhältnisse in der Fleischindustrie
Lohnsklaven in Deutschland
(sueddeutsche.de vom 23.06.2013)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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