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Minimalistisch versus aufwendig

Trends auf der Spielemesse Gamescom

Von Sina Fröhndrich

Anstehen für den Egoshooter Dishonored – mehrfach nominiert für den Gamescom-Award.
Anstehen für den Egoshooter Dishonored – mehrfach nominiert für den Gamescom-Award. (Deutschlandradio - Sina Fröhndrich)

Die Konsolen sind mit den Jahren aufwendiger geworden, die Spiele hochwertiger. Doch die Branche setzt zunehmend auch auf einfache, kostenlose Spiele – etwa für das Smartphone. Außerdem will man eine neue Kundschaft erobern: Frauen und auch die ältere Generation.

"Einen wunderschönen guten Morgen, seid ihr gut drauf Leute? So, wer noch kein Ticket hat ..."

Letzte Anweisungen vor Beginn der Messe. In kleinen Gruppen schieben sich schon am Morgen Hunderte Spielefans in Richtung Eingang. Neugierig auf die neuesten Spiele für Computer, Konsolen, Smartphones oder Tablet PCs.

Umfrage: "Need for Speed: Most wanted, Fifa 13, Crysis 3, Egoshooter "

Ein weiterer Höhepunkt: Der Egoshooter Dishonored.

" "Ich spiel häufiger Egoshooter, kann man sich einfach mal hinsetzen und einfach mal rumsitzen und nur schießen, ist ein Zeitvertreib einfach nur."

… sagt ein Mitte Zwanzigjähriger, der mit seiner Konsole eine Figur durch dunkle Gassen schiebt und schießt. Er ist Student, hat Semesterferien, spielt derzeit fünf Stunden am Tag. Ein Zeitvertreib, den hier viele Besucher teilen.

Eine Halle weiter: Etwa 20 junge Leute sitzen vor einer Leinwand, gerade haben sie erste Bilder des neuen Spiels Sim City gesehen. Darin planen sie eine Stadt von oben mit Menschen in Ameisengröße. Ein Klassiker unter den Computerspielen. Und eine Fortsetzung, von denen es viele auf der Gamescom gibt. Die Spieleentwickler setzen auf Altbewährtes, das sie einfach weiterentwickeln. Neuere Spiele wie sogenannte Augmented games sind noch eher selten. Dort verschmelzen Realität und Spiel auf dem Bildschirm.

Hinter der Leinwand, in einem abgesperrten Raum testet der 23-jährige Florian aus Bayern das Sim-Spiel, er ist skeptisch:

"Im Vergleich zum alten, ist's einfacher gemacht, dass es mehr erreichen kann, kann schon was werden."

Einfacher und damit massenkompatibler. Eher nichts für Florian, der bis zu zwei Stunden am Tag spielt. Vor allem Egoshooter oder Spiele, bei denen die Nutzer online gegeneinander antreten. Ein Klassiker "World of Warcraft", ein Rollenspiel in einer Fantasywelt. Nicht nur etwas für männliche Spieler:

"Ich hab das angefangen, wo ich schwanger im Krankenhaus lag, dann wurde das mehr, dass man was zum Zocken hat, wenn einem langweilig ist."

… sagt eine als Hexe verkleidete Mitte 20-Jährige. Die Schlange, in der sie steht, ist noch kurz. Am Rand lehnt ein Schild, das wohl erst am Wochenende zum Einsatz kommt: Vier Stunden Wartezeit. Das gilt vor allem für die herkömmlichen Spiele, die Blockbuster – aufwendig produziert, grafisch hochwertig. Kosten: um die 50 Euro. Noch immer bestimmen sie den Hauptumsatz der Branche. Doch die hat sich zusätzlich einen neuen Markt erschlossen – mobile Spiele für Tablet Computer oder Smartphones.

Platz für Retro: In einer eigenen Ecke können Klassiker wie Super Mario gespielt werden.Platz für Retro: In einer eigenen Ecke können Klassiker wie Super Mario gespielt werden. (Deutschlandradio - Sina Fröhndrich)Ein eigenes Areal sollten sie auf der Messe bekommen – doch schließlich haben sich die Anbieter doch einfach unter die anderen Stände gemischt. Wie in Halle 9. Auf verwaisten Bildschirmen hüpfen bunte, virtuelle Männchen. Nur wenige Messebesucher haben Interesse an den neuen, mobilen Spielen – einer davon: der 25-jährige Stefan.

"Die kann man schneller mal durchspielen, man muss da nicht stundenlang dranhocken."

Minimalistisch versus aufwendig. Und noch etwas gibt es auf der Gamescom: Altmodisches. Für Retrofans. Die Messe – das ist in diesen Tagen auch ein Wiedersehen mit C64, Donky Kong und Super Mario.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

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