Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mit Objekten Politik gestalten

7. Berlin Biennale setzt auf Aktionen und Einmischung

Die Künstlerische Parole der 7. Berlin Biennale "Wir haben die Kraft"
Die Künstlerische Parole der 7. Berlin Biennale "Wir haben die Kraft"

Es ist bereits die siebente Auflage dieser ungewöhnlichen Kunstschau: die Berlin Biennale. Nationale und internationale Künstler zeigen dazu ab Freitag für zwei Monate in der Hauptstadt Arbeiten zu Krisen und Protestbewegungen.

Die diesjährige Berlin Biennale steht unter dem Motto "Forget Fear" und wird an insgesamt sechs Ausstellungsorten in Berlin wie in den Kunst-Werken, der Akademie der Künste, im Theater Hebbel am Ufer und in den Sophiensaelen vom 27. April bis 1. Juli stattfinden. Kurator Artur Zmijewski kündigte in Berlin an, dass dabei sowohl der Wunsch nach einem Palästinenser-Staat thematisiert werde wie das einst geteilte Berlin. Im Deutschlandradio Kultur sagte er: "Unsere Idee ist, dass die Künstler nicht nur ihre Werke zeigen, die das Leben schöner gestalten sollten, sondern darüber hinaus etwas Substanzielleres zeigen, und Prozesse in Gesellschaft und Politik unterstützen, die über reines ästhetisches Handeln hinausgehen."'

Einige Kunstobjekte der Schau, die am Donnerstagabend mit einem offiziellen Festakt eröffnet wird, dürften aufmerksame Beobachter längst entdeckt haben: 320 Birken aus dem Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau beispielsweise wurden bereits im November nach Berlin gebracht und zieren, meist unbeachtet, mittlerweile verschiedene Orte und Straßen.

Für mehr Aufsehen sorgte bereits zu Jahresbeginn der Aufruf Martin Zets, Ausgaben von Thilo Sarrazins umstrittenen Werk "Deutschland schafft sich ab" als Zeichen der Ablehnung an Sammelstellen abzugeben, um daraus eine Installation zu fertigen. Die Aktion wurde dabei als unter anderem als Paradebeispiel eines hilflosen Anti-Rassismusbezeichnet.

Außerdem sollen parteiunabhängige Protestbewegungen wie Occupy Berlin und Wall Street sowie die spanischen Indignados die diesjährige Kunstschau "als kollektives Experiment" begleiten. Nach Angaben der Veranstalter campen die Aktivisten in einem der Ausstellungsräume und wollen auf die Schwäche von Politik und Wirtschaft aufmerksam machen.


Mehr zum Thema:

"Kunst muss politisch sein" - Die Kuratoren der diesjährigen Berlin Biennale wollen mehr, als nur ästhetische Wirkungen hervorrufen
Konsequent im Anspruch, auf eine klassische Kunstschau zu verzichten



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Externe Links:

Berlin Biennale

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:10 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Leben im GazastreifenSo schlimm wie nie

Salim Daeb el Ghela, 65jähriger ehemaliger Bauarbeiter, neben den Ruinen seines Hauses, Schedschaija, Gaza-Stadt (Clemens Verenkotte)

Seit dem Waffenstillstand im Gazastreifen hat sich für die Bevölkerung wenig verändert. Viele Familien haben ihre Häuser verloren und leben notdürftig untergebracht in Schulen. Ihnen bleibt nichts, auf das sie hoffen können - denn politisch ist alles beim Alten. Und die Angst vor einem neuen Krieg wächst.

Griechenland-Abstimmung im BundestagWeiteres Geld nur gegen Auflagen!

Abstimmung im Bundestag  (picture alliance / dpa / Foto: Bernd von Jutrczenka)

Der Bundestag hat für die Fortsetzung des Hilfspaketes an Griechenland gestimmt. Athen erhalte damit mehr Zeit für Reformen, müsse damit aber endlich "die Kurve kriegen", kommentiert Theo Geers - und mahnt dabei eine führende Rolle Berlins an.

KartoffelvielfaltRote, Grüne, Gelbe, Blaue

Kartoffeln sind langweilig? Mitnichten! Karsten Ellenberg ist Bauer und Kartoffelfan. Über 30 verschiedene Kartoffelsorten bietet er auf seinem Hof in der Lüneburger Heide an. Manche davon sind uralt und fast vergessen. Manche davon hat er selbst kreiert.

Religion und ErnährungIst der Buddhismus eine vegetarische Religion?

Buddhistische Mönche bei der Mönchsspeisung in einem Kloster in Myanmar (Imago / Stefan M. Prager)

Dem Buddhismus ist daran gelegen, den Kreislauf des Leids zu beenden. Trotzdem sei der Vegetarismus kein Inhalt dieser Religion - die fleischlose Ernährung sollte besser als ein historisches Merkmal verstanden werden, meint Udo Pollmer.

TierhaltungVorgetäuschte Gutshof-Idylle

Eine Milchkuh steht auf einer saftig grünen Weide vor blauem Himmel. (picture-alliance / dpa / Horst Ossinger)

Wer abgepacktes Fleisch im Supermarkt kauft, bekommt nur wenige oder gar falsche Hinweise auf die Haltungsbedingungen der Tiere. Viele Hersteller benutzen Markennamen wie "Wiesenhof" oder "Grafschafter". Entsprechend idyllisch ist die Verpackung: freilaufende Hühner und grasende Rinder. Alles Betrug, kritisieren Verbraucher.

Wie Eltern Sex habenOh Baby!

Und plötzlich Kinder. Was passiert, wenn wir Mama oder Papa werden. Und wie wir dann noch Zeit füreinander finden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Mordanschlag  auf Putin-Kritiker Boris Nemzow | mehr

Kulturnachrichten

"Mr. Spock"-Schauspieler Leonard Nimoy gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Weltall  Überraschende Entdeckung: Sternengeburt am Rande der Milchstraße | mehr