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Mladic weist alle Vorwürfe zurück

Ex-General steht vor UN-Kriegsverbrechertribunal

Ex-General Radko Mladic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. (picture alliance / dpa (Martin Meissner))
Ex-General Radko Mladic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. (picture alliance / dpa (Martin Meissner))

Der ehemalige Militärchef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, hat vor dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal jegliche Schuld am Massaker von Srebrenica zurückgewiesen. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher wurde nach 16 Jahren in Bosnien gefasst und in die Niederlande ausgeliefert.

Mladic wurde erstmals nach seiner Flucht einem Haftrichter vorgeführt. Während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 werden ihm die schwersten Kriegsverbrechen seit 1945 in Europa zugerechnet. Unter den elf Anklagepunkten werden ihm Verbrechen gegen Menschlichkeit, Völkermord und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Besonders während der Blockade von Sarajevo, die mehr als drei einhalb Jahre dauerte, wird ihm das "Massaker von Srebrenica" zur Last gelegt, bei dem über 8000 Muslime starben.

Mladic sucht Hintertür über Krankheitszustand

Zu Beginn der Anhörung wies er diese Vorwürfe als monströs und unzutreffend zurück. Er sei ein schwer kranker Mann, betonte Mladic vor Gericht. Kurz nach seiner Einweisung in die Haftanstalt vor drei Tagen sei er jedoch von einem Arzt untersucht worden, der keine Probleme für ein normales Aufnahmeverfahren feststellen konnte, berichtet Andreas Reuter im Deutschlandfunk.

Chefankläger Serge Brammertz zeigte sich bemüht, das Verfahren zu verschlanken, um das Verfahren in einer angemessenen Zeit durchzuführen und gleichzeitig angemessen auf die Angehörigen der Opfer einzugehen. Im Falle des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic, der als Schlüsselfigur im Jugoslawienkrieg gilt, war der Den Haager Prozess so langwierig, dass der Angeklagte noch vor einer Urteilsverkündung verstarb. Axel Hagedorn, der die Angehörigen der Opfer vertritt, empfand "große Erleichterung" für seine Klienten. Den Prozessauftakt setzte der Richter auf den 4. Juli fest.

Serbien verlangt EU-Status

Der serbische Präsident Boris Tadic dringt nach der Auslieferung von Mladic auf den Status seines Landes als EU-Beitrittskandidat. Belgrad müsse zudem ein Datum für den Beginn von Verhandlungen erhalten. Henri Bohnet, Balkan-Experte von der Konrad-Adenauer-Stiftung sieht Serbien nach der Verhaftung auf einem guten Weg, "früher oder später" den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu erhalten. Doch weitere Voraussetzungen seien zu erfüllen, so Bohnet weiter.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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