Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mubarak plädiert auf nicht schuldig

Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsident in Kairo

Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak im Krankenbett im Gerichtssaal (picture-alliance/ dpa)
Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak im Krankenbett im Gerichtssaal (picture-alliance/ dpa)

Es geht um die Tötung von Demonstranten, Korruption und Amtsmissbrauch: In Ägypten hat der Prozess gegen Hosni Mubarak begonnen. Der frühere Präsident bestritt alle Anklagepunkte. Nach wenigen Stunden wurde das Verfahren vertagt.

Zum Prozessauftakt in Kairo hat sich der ehemalige ägyptische Präsident Hosni Mubarak für unschuldig erklärt. Der 83-Jährige wies alle Vorwürfe zurück und sagte, er habe keine Verbrechen begangen. Die Staatsanwaltschaft will Mubarak für die Tötung von Demonstranten durch Sicherheitskräfte während des ägyptischen Aufstands zur Verantwortung ziehen.

Während der Massenproteste Anfang des Jahres waren mehr als 800 Menschen getötet und über 6000 verletzt worden. Am 11. Februar war Mubarak nach fast 30 Jahren an der Macht zurückgetreten. Sollte er wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm die Hinrichtung. Weitere Anklagepunkte betreffen Korruption und Amtsmissbrauch.

Prozess auf den 15. August vertagt

Wegen seines schlechten Gesundheitszustands war Mubarak am Morgen in einem Krankenbett in den Gerichtssaal gebracht worden. Zusammen mit anderen Angeklagten wurde er dort in einen Käfig gesperrt. Angeklagt sind außer Mubarak auch seine Söhne Gamal und Alaa sowie Ex-Innenminister Habib al-Adli und mehrere ehemalige Mitarbeiter des Innenministeriums.

Wenige Stunden nach Beginn des Prozesses, den Millionen Menschen live im Fernsehen verfolgten, wurde die Verhandlung vertagt. Sie soll am 15. August fortgesetzt werden. Bis dahin soll Mubarak in einem Militärkrankenhaus nahe Kairo untergebracht und medizinisch betreut werden.

Am Rande des Prozesses kam es vor der nationalen Polizeiakademie in Kairo, wo das Verfahren stattfindet, zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des Ex-Präsidenten. Dabei sollen über 60 Menschen verletzt worden sein.

Die aus Ägypten stammende Politologin Hoda Salah sagte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, die ägyptische Gesellschaft sei mit Blick auf den Mubarak-Prozess und eine mögliche Todesstrafe gespalten. Sie hoffe auf eine gerechte und transparente Verhandlung. Die Tatsache, dass Mubarak sich vor Gericht verantworten muss, bezeichnete Frau Salah als einen Sieg des Volkswillens und des Rechtsstaates.

Auch der Publizist und Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad hält den Prozess für ein Signal zur Etablierung von Rechtsstaatlichkeit und für die Glaubwürdigkeit des Staates, wie er im Interview mit Deutschlandradio Kultur sagte.


Mehr zum Thema bei dradio.de:

Zwischenbilanz der ägyptischen Revolution: Vor dem Prozessauftakt gegen Ex-Präsident Hosni Mubarak (DLF)

Bei DRadio Wissen ist der Prozess gegen Hosni Mubarak das Tagesthema.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:07 Uhr Lesart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Wagner-Festspiele"Keine künstlerischen Visionen mehr"

Der Opernregisseur und Schriftsteller Hans Neuenfels (Deutschlandradio / Torben Waleczek)

Heute beginnen die Wagner-Festspiele in Bayreuth. Für den Regisseur Hans Neuenfels ist das Festival inzwischen ein Ärgernis. Im Deutschlandradio Kultur rechnet er mit der Festspielleitung ab und prophezeit eine düstere Zukunft für die Spiele.

IOC-Entscheidung"Bach hat politisch entschieden und nicht für den Sport"

Die Obfrau der SPD im Sportausschuss des Bundestages, Michaela Engelmeier. (imago/ Jens Jeske)

Die IOC-Entscheidung, Russland nicht komplett von den Olympischen Spielen in Rio auszuschließen, stößt auf Kritik. Es wäre an der Zeit gewesen, dass das IOC seine selbst gepriesene Nulltoleranzpolitik unter Beweis stelle, sagte die SPD-Obfrau im Sportausschuss des Bundestages, Michaela Engelmeier, im DLF.

Syrer besuchen Gedenkstätte BuchenwaldFlüchtlinge informieren sich über den Holocaust

Ein Wachtum in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald. (imago / Ulli Winkler)

Viele syrische Flüchtlinge wissen wenig über den Holocaust. Bei einer Exkursion ins ehemalige KZ Buchenwald ging es aber auch darum, wie die Gedenkstätte geflüchteten Besuchern die deutsche Geschichte besser vermitteln könnte.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ansbach  Nach Bombenanschlag erste Details über den Täter | mehr

Kulturnachrichten

Bayreuth startet ohne Staatsempfang und roten Teppich  | mehr

Wissensnachrichten

Brandenburg  Problemstorch zerhackt Autos | mehr