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Mühsame Fortschritte am Hindukusch

Zehn Jahre Militäreinsatz in Afghanistan

Seit Dezember 2001 sind deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert.  (AP)
Seit Dezember 2001 sind deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert. (AP)

Die NATO ruft 2001 erstmals in ihrer Geschichte den Bündnisfall aus und besiegelt damit den Militäreinsatz in Afghanistan. Die damalige rot-grüne Bundesregierung stand vor einer Zerreißprobe, doch die deutsche Beteiligung wurde beschlossen. Lange wurde das Wort Krieg jedoch vermieden. Bis 2014 ist nun der Abzug vom Hindukusch geplan. Ein Rückblick.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York, zu denen sich die Terrororganisation El Kaida bekennt, ruft US-Präsident Georg W. Bush den "Krieg gegen den Terror" aus. Die Folge ist der Beginn des Afghanistan-Militäreinsatzes unter der Flagge der NATO und der Federführung der USA. Die El Kaida-Terroristen unterhielten Ausbildungslager in Afghanistan und wurden vom herrschenden Taliban-Regime unterstützt.

Für die damalige rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist der Einsatz eine Zerreißprobe. Der Kanzler und seine Partei stehen zum Bündnispartner, der grüne Koalitionspartner stellt sich gegen einen Militäreinsatz deutscher Soldaten. Peter Struck, Vorsitzender der SPD-Fraktion (Deutschlandradio - Bettina Straub)Peter Struck verteidigte den Afghanistan-Einsatz mit klaren Worten. (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Es folgt die Vertrauensfrage im Bundestag, die Kanzler Schröder knapp gewinnt. Seit Dezember 2001 unerstützt Deutschland den Einsatz. Zu Beginn mit 3900 Soldaten im Kampf gegen Terrorismus und die islamistischen Talibankämpfer, berichtet Stephan Ueberbach im Deutschlandfunk (mp3) . Der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) rechtfertigt die Beteiligung deutscher Soldaten, denn "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt". Inzwischen sind 5100 Soldaten in Afghanistan stationiert, 50 Bundeswehrangehörige sind seither umgekommen.

Die Bundesregierung schickt im Laufe der letzten zehn Jahre immer mehr Soldaten nach Afghanistan. Die Bundeswehr ist für den gesamten Norden verantwortlich. Sie setzt Aufklärungstornados ein, schnelle Eingreiftruppen, Spezialsoldaten für die Anti-Terror-Mission "Enduring Freedom" und stellt die Besatzung für AWACs-Maschinen.

Warum ist Deutschland in Afghanistan?

Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt eine Truppenstationierung in Afghanistan ab. Im Fragen- und Antwortkatalog der Bundesregierung zum Afghanistan-Einsatz heißt es zum "Warum" der Bundeswehrbeteiligung: "Deutschland engagiert sich als Teil der internationalen Gemeinschaft in Afghanistan, um zu verhindern, dass Afghanistan wieder zum Rückzugsraum internationaler Terroristen wird. Die verheerenden Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington mit fast 3000 Opfern plante El Kaida unter dem Schutz der Taliban-Regierung in Afghanistan."

Das böse K-Wort

Der CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg (AP)Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg benutzte als erster Politiker das Wort Krieg im Zusammenhang mit Afghanistan. (AP)Dennoch vermeiden deutsche Politiker sehr lange das Wort Krieg, auch wenn für das Militärbündnis dieser Status von Beginn an klar ist. Erst 2009 weicht die deutsche Haltung auf. Bei einem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster waren 2009 bis zu 142 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten. Oberst Georg Klein spricht erstmals vom "folgenschwersten Angriffsbefehl der deutschen Nachkriegsgeschichte". Und schließlich traut sich Karl Theodor zu Guttenberg kurz nach seinem Antritt als Verteidigungsminister das umstrittene K-Wort in den Mund zu nehmen: "Was wir am Karfreitag bei Kundus erleben mussten, das bezeichnen die meisten verständlicherweise als Krieg- ich auch."

Abzug bis 2014 geplant

Die Bundesregierung hält nach ihrem Fortschrittsbericht für Afghanistan eine Reduzierung der Truppenstärke ab Ende 2011 für möglich, lässt den Beginn des Abzugs aber auch für 2012 noch offen. Der Bundestag hat inzwischen einen kompletten Truppenabzug bis 2014 zugestimmt. Ab diesem Zeitpunkt wird Afghanistan für sich selbst verantwortlich sein. Afghanistan sei kein Rückzugsraum mehr für den internationalen Terrorismus, sagt der SPD-Politiker Rainer Arnold im Deutschlandfunk. Allerdings werde man den zivilen Wiederaufbau noch lange nach dem Abzug der Truppen unterstützen müssen. Nach Ansicht des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für Afghanistan, Michael Steiner, hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel verändert in Afghanistan, vor allem bei der Infrastruktur, der Ausbildungssituation und bei der medizinischen Versorgung. Die Lage der Menschenrechte in Afghanistan habe sich zwar verbessert, entspreche aber noch nicht den internationalen Standards. Negativ schlägt insbesondere die Korruption zu Buche.

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Die Bilder im Kopf bleiben

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

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