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Münchner Sicherheitskonferenz mit Rekordbeteiligung

Asien und Nahost im Fokus der Debatten

Eine Polizistin kontrolliert mit ihrem Spürhund die Umgebung am Hotel Bayerischer Hof in München (AP)
Eine Polizistin kontrolliert mit ihrem Spürhund die Umgebung am Hotel Bayerischer Hof in München (AP)

In der bayerischen Landeshauptstadt beginnt heute die 48. Münchner Sicherheitskonferenz. Es ist das bislang größte Treffen seiner Art mit weit mehr als 300 Teilnehmern aus über 70 Ländern sowie fast 200 Beobachtern.

Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung steht der Strategiewechsel der USA. Die Regierung in Washington will Zahl ihrer Bodentruppen deutlich reduzieren und sich künftig auf den asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren. Aus Europa könnten in der Folge tausende Soldaten abgezogen werden. US-Präsident Obama hat Einsparungen im Verteidigungsbudget von insgesamt 450 Milliarden Dollar angekündigt.

Zudem wollen die Konferenzteilnehmer über die Folgen des Arabischen Frühlings für die internationale Sicherheitsarchitektur beraten. Dabei dürfte es auch um die Situation in Syrien und den Atomstreit mit dem Iran gehen. Zudem soll auf der Konferenz ein Kompromisspapier zum Streit zwischen den USA und Russland über den Raketenabwehrschild vorgelegt werden. Auch das Thema Internetsicherheit steht auf der Agenda.

Bayern schickt großes Polizeiaufgebot nach München

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann geht davon aus, dass die Konferenz nicht von Protestaktionen beeinträchtigt wird. "Auch dieses Jahr setzen wir auf Deeskalation durch Stärke". Über 3.000 Beamte sind im Einsatz. Der CSU-Politiker kündigte an, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten konsequent zu verfolgen.

48 Jahre Sicherheitspolitik

Ins Leben gerufen wurde die Münchner Sicherheitskonferenz 1962 vom Verleger und ehemaligen Widerstandskämpfer Edwald von Kleist. Damals stand die sogenannte "Wehrkundetagung" noch unter dem Eindruck des Kalten Krieges. Politiker, Militärs und Experten konnten in dem Forum über Sicherheitsfragen in Europa und dem Verhältnis zu den USA sprechen. 1999 übernahm der frühere außenpolitische Berater von Kanzler Helmut Kohl, Horst Teltschik, die Leitung. Seit 2008 ist der langjährige deutsche US-Botschafter, Wolfgang Ischinger, Gastgeber. Tagungsort ist traditionell das Hotel "Bayerischer Hof" in der Münchner Innenstadt.

Der Bayerische Rundfunk überträgt die gesamte Tagung live im Internet.

Programmhinweis:

Interview mit dem Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, am 3.2.2012 um 7.15 Uhr in den "Informationen am Morgen" im Deutschlandfunk.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

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