Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Mursi ruft Assad zum Rücktritt auf

Ägypten will Iran in Lösung des Syrien-Konflikts einbinden

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi
Ägyptens Präsident Mohammed Mursi (picture alliance / dpa / Romain Beurrier)

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat die Bildung eines Quartetts aus Ägypten, Saudi-Arabien, der Türkei und dem Iran angekündigt, um über die Krise in Syrien zu beraten. Ob sich die Gruppe auf eine einheitliche Haltung verständigen kann, gilt aber als ungewiss.

In seiner ersten Ansprache vor der Arabischen Liga als Präsident rief Mursi die Länder der Region auf, sich für ein Ende des Blutvergießens in Syrien einzusetzen. Die Zeit für Reformankündigungen sei vorbei. "Jetzt muss ein Wandel erfolgen", betonte Mursi. Ein Quartett aus Ägypten, Saudi-Arabien, der Türkei und dem Iran solle über den Konflikt beraten. Wie und wo das Quartett zusammenkommen soll, blieb aber offen.

Mursi erklärte außerdem, Assad müsse aus der Geschichte lernen und zurücktreten. Für Reformen sei es zu spät. Das syrische Volk habe bereits seine Entscheidung getroffen. "Herumtaktieren, Hinauszögern und Zeitvergeuden sind nicht angebracht", sagte Mursi.

Erdogan bezeichnet Syrien als Terroristenstaat

In der Türkei wächst unterdessen die Frustration über die Blockade der Weltmächte im Sicherheitsrat. "Die Massaker, die durch die unterschiedlichen Positionen der internationalen Gemeinschaft noch verstärkt werden, weiten sich aus", warnte Ministerpräsident Tayyip Erdogan vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AK. "Das Regime in Syrien ist nunmehr zum Terroristenstaat geworden", erklärte Erdogan.

Russland und China blockieren im Sicherheitsrat Resolutionen des Westens, mit denen Assad zum Einlenken gezwungen werden sollte. Die Untätigkeit des Weltsicherheitsrats und der internationalen Gemeinschaft gebe Syrien die "Kraft, sein Massaker fortzusetzen", sagte Erdogan.

Ganz anders bewertet Teheran die Situation. Der Iran gilt als engster Verbündeter Syriens. Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Iran seine Militärlieferungen an das Regime in Damaskus wieder aufgenommen. Das Material werde über den irakischen Luftraum nach Syrien gebracht, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf US-Regierungskreise in Washington. Die Lieferungen waren im März eingestellt worden, nachdem die USA Druck auf den Irak ausgeübt hatten. Im Juli seien die Flüge aber wieder aufgenommen worden, hieß es unter Berufung auf ranghohe Regierungsvertreter.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Auftakt

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Grünen-ParteitagBiss ins grüne Selbstverständnis

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, spricht auf dem Bundesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen in Hamburg.

Begeisterter Applaus und Jubel bei grünen Herzensthemen - beim Parteitag der Grünen in Hamburg wurde schnell klar, dass man angesichts verlorener Wahlen kein Scherbengericht abhalten will, kommentiert Stefan Maas. Doch grundlegende Richtungsfragen bleiben noch immer ungeklärt.

Kinderfilm"Man traut Kindern Realfilme nicht mehr zu"

Kinder im Kino

Er musste einige Hürden überwinden, bis er seinen Kinderfilm "Quatsch und die Nasenbärbande" finanziert hatte. Im Interview erzählt Regisseur Veit Helmer, warum sein Film gleichermaßen einer für Kinder und einer für Erwachsene ist.

Der fünfte BeatleEinsam, depressiv und tablettenabhängig

(L-r) John Lennon, George Harrison, Manager Brian Epstein, Ringo Starr und Paul McCartney relaxen in einer Hotel-Suite während einer Auslandstournee der britischen Popgruppe The Beatles. (Undatierte Aufnahme). Brian Epstein, erfolgreicher Manager der Pilzköpfe, wurde am 19.09.1934 in Liverpool geboren und am 27.08.1967 tot in seiner Wohung in Belgravia in London aufgefunden.

"Wenn es einen fünften Beatle gegeben hat, dann war es Brian Epstein", sagte Paul McCartney einmal. Der tragische Tod von Epstein läutete auch das Ende der Beatles ein. Vor Kurzem ist seine Autobiografie in deutscher Sprache erschienen

KunstDen deutschen Markt ins Visier

Das Auktionshaus Sotheby's wirbt in einem Pekinger Hotel für eine Kunstauktion.

11,5 Billionen Euro wurden im vorigen Jahr für Kunst in China umgesetzt. Zunehmend interessieren sich die chinesischen Sammler für deutsche Kunst. So sehr, dass sie bereits in Gruppen nach Deutschland kommen, um lukrative Deals aufzuspüren.

ReformpläneADAC soll von Stiftung überprüft werden

Die Fassade der neuen Deutschland-Zentrale des ADAC.

Der ADAC steht offenbar vor einer tiefgreifenden Reform. Nach Informationen von NDR und "Spiegel" sollen in Zukunft Externe den größten Automobilklub Europas unter die Lupe nehmen. Das soll unter anderem eine neue Stiftung übernehmen.

KücheSchwimmbadpilz für Köche

Pilze mögen es warm und feucht. Ein Schwimmbad ist da doch ideal, dachte sich Siemen Cox, als er von dem leer stehenden Spaßbad "Tropicana" in Rotterdam hörte. Jetzt züchtet er dort Austernpilze. Lecker und nachhaltig.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Eröffnung  des neuen Hauptstadtflughafens nicht vor Mitte 2017 | mehr

Kulturnachrichten

Deutschland kämpft  gegen schwindendes Sprachinteresse in Russland | mehr

Wissensnachrichten

Züchtung  Ursache für Autoimmunkrankheiten bei Pflanzen gefunden | mehr