Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nach der Sondierung ist vor der Sondierung

Es zeichnet sich eine zähe Regierungsbildung ab

Der Kabinettstisch wartet auf Personal (AP)
Der Kabinettstisch wartet auf Personal (AP)

Nach der ersten Sondierungsrunde wird deutlich: Der Weg zu einer neuen Regierung ist lang. Die Union blickt schon dem Gespräch mit den Grünen entgegen, die SPD warnt die CSU vor Übermut.

"Zur Not geht es auch ohne CSU, das stimmt. Dann hätten wir eine schwarz-rote Regierung gegen eine schwarz-grüne Opposition." Was Thorsten Albig von der SPD im Magazin Focusals "innovative Antwort" ins Spiel bringt, ist alles andere als realistisch. Das weiß der schleswig-holsteinische Ministerpräsident nur zu gut. Was die Antwort des SPD-Politikers aber zeigt: Wer beim Ausloten der Parteien auf schnelle Ergebnisse gehofft hat, muss sich gedulden. Mancher Kommentator rechnet gar damit, dass sich der Koalitionspoker bis Weihnachten hinziehen wird.

Man sei "noch nicht so ins Detail gegangen", sagte im Deutschlandfunk auch Manuela Schwesig, die stellvertretende SPD-Vorsitzende. Beide Seiten hätten die großen Aufgaben definiert, wie etwa Europa, die Energiewende, Investitionen in die Infrastruktur, Bildung und Familie. Es gebe aber auch unterschiedliche Vorstellungen, wie diese Aufgaben gelöst werden sollten. So sei die Frage der Finanzierung noch gar nicht auf den Tisch gekommen.

Laschet: Nehmen Gespräche mit Grünen ernst

SPD, CDU und – natürlich – CSU wollen ihre Gespräche am 14. Oktober fortsetzen. Doch vorher kommen die Grünen dran - mit ihnen will die Union am Donnerstag ein erstes Sondierungsgespräch führen. Und das nehme man sehr ernst, sagte Armin Laschet, stellvertretender CDU-Vorsitzender, ebenfalls im "Focus". Die Entfernung der Union zu den Grünen sei nicht größer als die Entfernung zur SPD.

Eine schwarz-grüne Regierung kann sich auch der frühere Grünen-Spitzenpolitiker Joschka Fischer vorstellen – allerdings erst 2017. "Wenn diese ganzen Übungen mit diesen Sondierungen jetzt einen Sinn haben, dann ist es, dass die Tabus abgeräumt werden", sagte der ehemalige Bundesaußenminister der "«Leipziger Volkszeitung". In vier Jahren würden weder Rot-Rot-Grün noch Schwarz-Grün noch ein Tabuthema sein.

Dass sich die SPD aktuell auch noch einmal Schwarz-Rot vorstellen kann, deutete Ministerpräsident Albig an – und kündigte im "Focus" bereits Kompromissbereitschaft seiner Partei in den Koalitionssondierungen mit der Union bei der Forderung nach Steuererhöhungen an. Diese seien für die SPD kein Selbstzweck.


Mehr zum Thema auf dradio.de

Hier knirscht es noch zwischen Schwarz und Rot
Worüber Union und SPD uneins sind

Schulz: Flächendeckender Mindestlohn ist Bedingung
Präsident des Europaparlaments warnt Union vor Parallelverhandlungen

Absage an Parallelverhandlungen
SPD und Grüne erwarten klare Entscheidung der Union

 

Letzte Änderung: 21.10.2013 11:34 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Britische LiteraturZu Besuch bei Graham Swift

Graham Swift in einer Aufnahme vom Juni 2016. (imago/Leemage)

Graham Swift ist einer großen britischen Gegenwartsautoren. Sein aktueller Roman "Mothering Sunday - in der deutschen Ausgabe "Ein Festtag" - wurde gerade mit einem der renommiertesten britischen Literaturpreise ausgezeichnet. Ein Besuch bei Swift in London.

Wassermusik-FestivalGänsehautmomente an der Spree

Die Musikerin Oumou Sangaré aus Mali bei einem Auftritt in London im Juli 2017 (Bild: imago stock&people)  (imago stock&people)

Zum zehnjährigen Jubiläum von Wassermusik, dem Weltmusik-Festival aus Berlin, kommen Bands, die entweder noch nie dabei sein konnten oder nachhaltig Eindruck gemacht haben. "Eigentlich würde ich gerne das Doppelte an Künstlern einladen", sagte Detlef Diederichsen vom Haus der Kulturen der Welt im Corsogespräch.

Jüdische Einwanderung nach PalästinaWarum aus Akademikern Landwirte wurden

Ein jüdischer Landwirt auf einer Fotografie aus den Dreißigern (imago / United Archives)

Mit wenig mehr als ein paar Habseligkeiten und der Hoffnung auf ein besseres Leben, erreichten in den 1930er Jahren die sogenannten Jeckes, deutschsprachige Juden, Palästina. Aus Akademikern wurden Landwirte, die versuchten den kargen Wüstenboden fruchtbar zu machen.

Deutsch-türkisches VerhältnisSchäuble vergleicht Türkei mit DDR

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht auf einer Kundgebung in Istanbul zu Unterstützern. (dpa-Bildfunk / Presidential Press Service / Kayhan Ozer)

Die Bundesregierung hat angekündigt, ihre Türkei-Politik neu auszurichten. Auch der Ton wird schärfer. Nun hat Bundesfinanzminister Schäuble das Land mit der DDR verglichen. Die Grünen fordern weitergehende Konsequenzen.

Jan Philipp Reemtsma über Laozi Neue Chinesische Weisheiten

Ein Besucher steht vor der weltgrößten Kalligrafie des Daodejing von Laozi des chinesischen Kalligrafen Luo Sangui - 10 Meter hoch und 100 Meter lang, aufgenommen 2014 auf der Grand Art Exhibition in Nanjing (picture alliance / dpa / Wang Qiming)

Das Daodejing des Laozi ist eins der ältesten Weisheitsbücher der Menschheit. Es versammelt Texte zur Lebenspraxis, zur Staatslehre bis hin zur Kosmologie. Der Germanist Jan Philipp Reemtsma hat jetzt seine eigene Fassung des Buches geschrieben - obwohl er selbst nie Chinesisch gelernt hat.

Tod von Linkin-Park-Sänger BenningtonEiner, der sich nie einen Stempel aufdrücken ließ

Chester Bennington während eines Konzerts von Linkin Park 2015. (ITAR-TASS, Vyacheslav Prokofyev, dpa)

Rihanna nennt ihn das beeindruckendste Talent, das sie je gesehen habe: Er sei ein "stimmliches Biest". Nun ist der Linkin-Park-Sänger Chester Bennington im Alter von 41 Jahren gestorben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Polen  Senat votiert für Justizreform | mehr

Kulturnachrichten

Gericht vertagt Entscheidung zu Konzerthaus-Klage | mehr

 

| mehr