Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nach Doppelveto: Suche nach einem Ausweg aus der Syrien-Krise

Westerwelle fordert erhöhten Druck auf das Regime in Damaskus

UNO-Sicherheitsrat in New York (picture alliance / dpa)
UNO-Sicherheitsrat in New York (picture alliance / dpa)

Russlands und Chinas Veto gegen eine Syrien-Resolution der UN ist weltweit scharf kritisiert worden. Nun suchen Politiker nach anderen Wegen für ein Ende der Gewalt. Am Wochenenende wurden nach Angaben von Aktivisten Hunderte Menschen in Syrien getötet.

<p>Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) will den Druck auf das Assad-Regime erhöhen und sich dabei für eine internationale Kontakgruppe einsetzten. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte am Wochenende während der Münchener Sicherheitskonferenz, Russland und China seien nun für weiteres Blutvergießen in Syrien mitverantwortlich. Gemeinsam mit ihren Partnern wollen die USA ihre Anstrengungen zur Unterstützung der syrischen Protestbewegung nun außerhalb der Vereinten Nationen verdoppeln.<br /><br /><a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/05/dlf_20120205_1811_d0bc0756.mp3" title="Beitrag in Informationen am Abend Deutschlandfunk(MP3-Audio)">UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beklagte in New York, </a>die Rolle der Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft werde durch die diplomatische Blockade untergraben. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin verteidigte dagegen das Veto seines Landes. Moskau verlange eine Resolution, die jede militärische Einmischung ausschließe, sagte er im russischen Staatsfernsehen.<br /><br />Empört über die Blockadepolitik der Vetomächte äußerte sich auch die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/05/drk_20120205_1210_5fe55598.mp3" title="Beitrag in Ortszeit, Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio)">In München warf sie Russland und China vor, das kriminelle Regime von Assad durch ihre Entscheidung zu unterstützen und Mitverantwortung für die Massaker zu tragen.</a> <br /><br />Am Samstag hatte Moskaus UN-Botschafter Tschurkin gegen einen von Arabern und Europäern unterstützten Entwurf gestimmt. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte den Entwurf im Vorfeld als für Moskau unannehmbar bezeichnet und einen "Skandal" angedroht, sollte in der vorliegenden Form darüber abgestimmt werden. Der Resolutionsentwurf unterstütze den Friedensplan der Arabischen Liga, "nichts mehr und nichts weniger", hatte hingegen Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud argumentiert. Die anderen 13 Mitglieder des Sicherheitsrats stimmten für die Resolution, die Menschenrechtsverletzungen in Syrien durch das Regime verurteilen sollte.<br /><br /></p><p><strong>Teile von Homs wirken wie Kriegsgebiet </strong></p><p>Nur Stunden vor der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat waren nach Angaben von Aktivisten bei Angriffen von Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad auf die Stadt Homs in der Nacht zum Samstag mehr als 300 Menschen getötet worden. In Berichten des arabischen TV-Senders Al Arabia ist von über 300 Toten und mehr als 1300 Verletzten die Rede. Die Regierungstruppen sollen die Stadt mit Panzern, Mörsergranaten und Maschinengewehren attackiert haben. Homs gilt als eines der Zentren des Widerstands gegen das Assad-Regime.<br /><br />Videos aus Homs zeigen verstümmelte Tote, zerstörte Gebäude, Schüsse sind zu hören,<a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/04/drk_20120204_1710_2da8ce84.mp3" title="Beitrag in Ortszeit, Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio)">wie Ulrich Leidholdt im Deutschlandradio Kultur berichtet.</a> Nach Angaben syrischer Oppositioneller handelt es sich um die schwersten Angriffe seit Beginn der Unruhen im Frühjahr 2011. Laut UN wurden bei den Protesten bislang 5600 Menschen getötet, die französische Regierung geht von 6000 Todesopfern aus.<br /><br /></p><p><strong>Selbst gewählter Weg in die politische Isolierung </strong></p><p>Unter anderem die Erfahrungen mit der Libyen-Resolution der UN hätten Russland und China zu ihrem Veto veranlasst,


Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Spiel auf Zeit in Syrien
Die Toten von Hama
Keine Einigung über Syrien-Resolution

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Auftakt

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

SprachforschungWhatsApp als Tagebuch der Postadoleszenz

Zwei Männer und ein Smartphone  (imago/Westend61)

Erst Party machen, dann prahlen. Der Sprachwissenschaftler Nils Uwe Bahlo hat sich die Kommunikation von jungen Männern genauer angeschaut und herausgefunden: Die letzte Partynacht wird im WhatsApp-Chat reflektiert.

SPD-Sonderparteitag"Es geht um die Frage der Existenz der Sozialdemokratie"

Rote Fahne der SPD im Wind auf dem Dach der Parteizentrale Willy-Brandt-Haus in Berlin. (imago / IPON)

"Es gibt Notwendigkeiten, sich zu erneuern als SPD, in der Regierung oder in der Opposition", so der SPD-Politiker Alexander Schweizer im Dlf. Es sei das "zentrale politische Projekt" der nächsten Jahre, dass die Sozialdemokratie attraktiver werde und ihre Glaubwürdigkeit wieder erreiche.

Die Irrationalität in der Ökonomie"Wir haben ein sexualisiertes, ein gläubiges Verhältnis zum Geld"

Auge mit Euo-Zeichen (imago/blickwinkel)

"Potente" Unternehmen "befriedigen" ihre Gläubiger – allein die Sprache mache deutlich, welche Rolle Sexualität und Religion in unserem Verhältnis zum Geld spielen, sagt der Philologe Jochen Hörisch. Auch die Wirtschaftswissenschaft sei höchst irrational.

GroKo – ja oder nein? Martin Schulz hat die SPD ins Abseits geführt

SPD-Bundesvorsitzender Martin Schulz (picture alliance/dpa/Foto: Michael Kappeler)

SPD-Chef Martin Schulz warnt die Genossen vor den Folgen eines Neins zur Großen Koalition. Doch der Riss innerhalb der SPD will nicht kleiner werden. Auch die Umfragewerte sinken. Alles keine guten Aussichten, meint Moritz Küpper.

Erfahrungen in den NiederlandenRekordverdächtig lange ohne Regierung

Der Schriftzug "Alles komt goed" (deutsch: Alles wird gut) ist vor dem niederländischen Parlamentsgebäude in Den Haag zu sehen.  (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

In Deutschland ist es die längste Regierungsbildung der Geschichte. Im europäischen Ausland dagegen kennt man sich damit schon besser aus. Rekordhalter ist Belgien, aber auch die Niederlande haben ihre Erfahrungen in dem Bereich gesammelt – zuletzt sieben Monate lang.

Tagebücher verfolgter JudenSo tragisch, so literarisch wie bei Anne Frank

Ein Foto von Anne Frank, entstanden um das Jahr 1941. Anne Frank war damals ungefähr 11 Jahre alt. (picture-alliance / dpa / Anne Frank Fonds Basel)

Das Tagebuch der Anne Frank gehört zu den bekanntesten Zeugnissen verfolgter Juden im Nationalsozialismus. Doch neben ihr schrieben Hunderte anderer junger Juden über ihre Erlebnisse.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Leitantrag der SPD-Spitze  Schulz zeigt sich offen für Änderungen | mehr

Kulturnachrichten

Facebook: Nutzer entscheiden über Medienqualität | mehr

 

| mehr