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Nachrichtenagentur dapd stellt ihren Betrieb ein

Vorerst keine Einigung mit Investoren

Die Nachrichtenagentur dapd ist insolvent (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)
Die Nachrichtenagentur dapd ist insolvent (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)

Die dapd wird eingestellt. Dabei war die Nachrichtenagentur erst 2010 gegründet worden. Sie hatte sich zur ernsten Konkurrenz für die dpa entwickelt und dieser kürzlich noch einen lukrativen Auftrag der Bundesregierung abgeworben. Doch im März musste sie bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten Insolvenz anmelden.

Die insolvente Nachrichtenagentur stellt heute die Belieferung ihrer Kunden ein. Das teilte Insolvenzverwalterin Petra Hilgers im Anschluss an eine Betriebsversammlung mit. Betroffen sind 175 feste Beschäftigte und eine unbekannte Zahl freier Mitarbeiter. Nachdem zuvor bereits mehrere Verhandlungspartner abgesprungen seien, habe auch die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti als letzter möglicher Investor die Gespräche heute abgebrochen, so Hilgers.

Der Deutsche Journalisten-Verband nannte die Entscheidung der Insolvenzverwalterin eine "Katastrophe für die Redakteure und freien Journalistinnen und Journalisten von dapd". Die Agentur hatte am 1. März bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten Insolvenz angemeldet. Die Insolvenzverwaltung hatte eine Deckungszusage bis zum heutigen Donnerstag erteilt. "Danach ist das Geld alle", hatte Chefredakteur Dirk von Borstel seinen Mitarbeitern in der vergangenen Woche per E-Mail mitgeteilt.

Vielversprechende Neugründung

Die Nachrichtenagentur, die 2010 aus dem deutschen Ableger der US-Agentur Associated Press (AP) und dem Deutschen Depeschendienst (ddp) entstanden war, hatte bereits Anfang Oktober 2012 für ihre acht Gesellschaften, die das aktuelle Tagesgeschäft bestritten, einen Insolvenzantrag gestellt. Im November 2012 wurden deshalb bereits 98 Mitarbeiter entlassen.

In den vergangenen Jahren hatte die zunächst dapd ihr Angebot stark ausgeweitet und neue Mitarbeiter eingestellt. Erst im Mai vergangenen Jahres hatte sie sogar den deutschen Marktführer Deutsche Presse-Agentur (dpa) ausgestochen im Wettbewerb um einen lukrativen Auftrag des Auswärtigen Amts – mit deutlich günstigeren Preisen.

Hart umkämpfter Markt

Die dapd war von den beiden Investoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, Eigentümer des Deutschen Depeschendienstes (ddp), gegründet worden. Sie hatten den deutschsprachigen Dienst der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aufgekauft und beide Gesellschaften zur dapd fusioniert.

Deutschland gilt als einer der weltweit am härtesten umkämpften Märkte für Nachrichtenagenturen. Neben der dpa konkurrieren hierzulande noch die britische Agentur Reuters, die deutsche Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP, die zur AFP-Gruppe gehörende Sportagentur sid, die kirchlichen Agenturen epd und KNA sowie Spezialdienste für Wirtschaftsnachrichten um Kunden aus dem Medienbereich.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

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