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Nahaufnahmen aus Griechenland

Reportagen aus einer Gesellschaft im Umbruch

Von Andrea Mavroidis

Dunkle Wolken über dem Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen (AP)
Dunkle Wolken über dem Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen (AP)

Die Griechen sparen nicht genug. Die Griechen tun nichts und demonstrieren. Die Griechen gehen zu früh in Rente: stereotype Aussagen der vergangenen Wochen. Aber wie sieht das Leben der Menschen im Krisengebiet Griechenland wirklich aus? Unsere Reporterin Andrea Mavroidis berichtet aus einer Gesellschaft, die ihre bisherigen Lebensstandards neu definieren muss.

Wie überleben Menschen in einem Land mit drastischen Lohnkürzungen und drohender Arbeitslosigkeit, in einem Land, in dem es kein Hartz IV gibt und nur ein Jahr Arbeitslosenhilfe gezahlt wird? Die Preise für Lebensmittel und Kleidung aber höher sind als in deutschen Großstädten? Ein Land, in dem junge Leute schon lange keine Arbeit mehr finden, auch wenn sie Akademiker sind. Ein Land in dem selbst Menschen aus der Mittelschicht nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in die Obdachlosigkeit fallen oder ihre lebensnotwendigen Medikamente nicht mehr bezahlen können?

Reporterin Andrea Mavroidis berichtet aus Griechenland (Andrea Mavroidis)Reporterin Andrea Mavroidis berichtet aus Griechenland (Andrea Mavroidis)Aber in der Not greifen viele Menschen auch zur Selbsthilfe, wird der Gemeinschaftssinn entdeckt. Einige der hier angerissenen Themen sollen auf dieser Reise quer durch Griechenland sicht- und hörbar gemacht werden. Zusätzlich berichtet Andrea Mavroidis über ihre ganz persönlichen Eindrücke vor Ort in einem Online-Reisetagebuch.




Die geplanten Reportagen in der Übersicht - etwaige tagesaktuelle Änderungen vorbehalten:

"Dienstag, 27.03.2012"
Der Kommunalpolitiker
Ein Tag mit dem etwas anderen Bürgermeister von Thessaloniki ...
Der Spiegel schreibt: "Er ist ein Politiker der besonderen Art: In Thessaloniki räumt ein Bürgermeister das korrupte Erbe seiner Vorgänger beiseite". Er bestreitet unkonventionelle Wege, um Thessaloniki auf Vordermann zu bringen.

"Mittwoch, 28.03.2012"
Aussteiger und Neufarmer
Zurück aufs Land: Immer mehr junge Leute gehen zurück in die Dörfer ihrer Eltern und beleben die Orte wieder, in denen bislang nur noch ein paar alte Leute lebten. Das Landwirtschaftsministerium hat darüber hinaus angekündigt, 20.000 Ackerflächen an die sogenannten "Neufarmer" zu übergeben. Wir treffen einige dieser "Neufarmer". Seit der Krise hat die einst von einem amerikanischen Missionar gegründete Schule wachsenden Zulauf.

"Donnerstag, 29.03.2012"
Das Familienhotel
Tourismus - der Motor der griechischen Wirtschaft
Nach Angaben großer Reiseunternehmen wie TUI, Thomas Cook und Alltours sind die Buchungen deutscher Urlauber für 2012 um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. Schuld am Rückgang der Buchungszahlen ist das aktuell negative Image des Landes im Ausland, dies äußerte jüngst auf der ITB in Berlin der griechische Tourismus- und Kulturminister Pavlos Geroulanos. Möglicherweise zeigten aber auch anti-deutsche Ressentiments in Griechenland Wirkung. Besuch eines Familienhotels.

"Freitag, 30.03.2012"
Die Hochschullehrerin
Ein Germanistikstudium für die Auswanderung
Die Germanistik Fakultät an der Aristoteles Universität in Thessaloniki ist die größte des Landes, bislang studiert hier die Mehrheit der Studenten und Studentinnen für das Lehramt. Aber das bietet bei den bevorstehenden Massenentlassungen im öffentlichen Dienst den jungen Absolventen keine Zukunft mehr. Jetzt studiert man Germanistik, um sich auf seine Auswanderung in ein deutschsprachiges Land vorzubereiten. Wir sprechen mit einer Professorin, die gerade zurückgekehrt ist aus Berlin, wo sie im Wintersemester eine Gastprofessur für Neogräzistik innehatte und berichten über die Zukunftspläne ihrer der derzeitigen Studenten.


"Montag, 02.04.2012"
Die Kartoffelbewegung ...
… so wird eine neue Bewegung genannt, die sich in diesen Tagen über das ganze Land ausbreitet. Begonnen haben die Aktionen in der nordgriechischen Stadt Katerini. Eine Bürgerinitiative hatte vor ein paar Wochen Bauern aus dem Umland dazu aufgerufen, ihre Kartoffeln auf der Fußgängerzone der Stadt anzubieten. Die Bauern bekommen inzwischen Kilopreise für ihre Produkte, mit denen sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können. Anstatt ihre Kartoffeln zu Schleuderpreisen abzugeben, bieten die Selbsthilfeorganisationen mehr als doppelt so hohe Preise. Die Direktvermarktung ohne die vielen Zwischenhändler, nützt den Bauern und auch den Menschen, die sich kaum noch eine vollständige Mahlzeit leisten können.

"Dienstag, 03.04.2012"
Familienunternehmen unter Druck
Griechische Unternehmer ohne Kreditwürdigkeit
Mit Misstrauen haben gerade griechischen Unternehmen zu kämpfen. Bislang genossen sie aufgrund langer Firmentradition großes Vertrauen bei ihren Handelspartnern im Ausland.

"Mittwoch, 04.04.2012"
Der Steuerfahnder
oder David gegen Goliath
Wie kann es sein, dass ein Arzt, der ein Jahreseinkommen von 70.000 Euro angibt, mehrere Millionen Euro auf seinem Konto hat? Mit solchen Fällen befasst sich jetzt die griechische Steuerbehörde. Alleine 15 Milliarden Euro entgehen dem griechischen Staat so jährlich an Steuereinnahmen. Ein Blick hinter die Kulissen der Athener Steuerfahndung.

"Donnerstag, 05.04.2012"
Die neuen Obdachlosen
Suppenküchen und Supermärkte für Bedürftige sind in Griechenland nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen haben durch die Krise ihre Wohnungen verloren. Die neuen Obdachlosen kommen auch aus der Mittelschicht.

"Samstag, 07.04.2012"
Der Arbeitsalltag eines streikenden Journalisten
Ende Dezember erschien die vorerst letzte Ausgabe der größten linksliberalen Tageszeitung Griechenlands die Eleftherotypia. Da traten Redakteure, Layouter und der Belegschaft in den Streik. 850 Mitarbeiter hatten seit Sommer keinen Lohn mehr für ihre Arbeit von ihrem Verleger bekommen. Aber die Medienmacher engagieren sich weiter, bringen unregelmäßig ein Streikblatt heraus.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:49 Uhr

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