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Nahostkonflikt mobilisiert Weltgemeinschaft

Verhandlungen über Waffenstillstand im Gazagebiet scheinen voranzukommen

Bild der Zerstörung: Eine Wohnsiedlung in Gaza Stadt nach den Einschlag von israelischen Raketen (picture alliance / dpa / Andrey Stenin)
Bild der Zerstörung: Eine Wohnsiedlung in Gaza Stadt nach den Einschlag von israelischen Raketen (picture alliance / dpa / Andrey Stenin)

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenministerin Hillary Clinton reisen nach Israel, um eine Eskalation des Konflikts zwischen Israel und Palästina zu verhindern. Zwar ruhen die Waffen bislang nicht, aber Israel stoppt die Vorbereitung einer Bodenoffensive.

In der Nahost-Krise gibt es trotz heftiger Kämpfe zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen die Aussicht auf eine Waffenruhe. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi sagte in Kairo, die Gespräche mit den Konfliktparteien machten Fortschritte. Möglicherweise könne ein Stopp der Gewalt noch heute erreicht werden.

Israel bestätigte indirekt die Gespräche in Ägypten, dementierte jedoch die Angaben zu einem bevorstehenden Durchbruch. Es sei noch keine zufriedenstellende Regelung gefunden worden, sagte Mark Regev, Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, alle Planungen für eine Bodenoffensive im Gaza-Streifen seien vorläufig ausgesetzt worden, um den ägyptischen Bemühungen eine Chance zu geben.

USA und UNO vermitteln in Israel

Außenminister Guido Westerwelle im Gespräch mit Israels Präsident Shimon Peres (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)Außenminister Guido Westerwelle im Gespräch mit Israels Präsident Shimon Peres (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)UNO-Generalsekretär Ban forderte erneut einen Waffenstillstand: "Alle Parteien müssen sofort das Feuer einstellen", sagte Ban in Kairo. Er reist heute nach Israel weiter. Dort wird auch US-Außenministerin Hillary Clinton zu Vermittlungsgesprächen erwartet. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) befindet sich bereits seit gestern vor Ort. Bei einem Treffen mit Präsident Schimon Peres in Jerusalem sagte er: "Wir stehen an der Seite unserer Freunde in Israel. Israel hat das Recht, sich selbst und seine Bevölkerung zu verteidigen."

Zugleich forderte auch er weitere Bemühungen für einen raschen Waffenstillstand oder zumindest eine Feuerpause. Voraussetzung sei jedoch, dass die radikal-islamische Hamas ihre Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel einstelle. Während seines Besuchs in Jerusalem wurde dort wegen einer aus dem Gazastreifen abgeschossenen Rakete Luftalarm ausgelöst. Nach Angaben der israelischen Polizei schlug das Geschoss auf offenem Gelände ein. Es gab Medienberichten zufolge keine Verletzten. Gestern hatte Westerwelle appelliert, das Nachbarland Ägypten müsse eine konstruktive Rolle spielen und seinen Einfluss auf die Hamas geltend machen. Westerwelle trifft heute auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Palästinenser kritisieren Bundesregierung

Von palästinensischer Seite kam Kritik an der Nahost-Mission der Bundesregierung. Angela Merkel sehe zwar ein Recht Israels zu agieren, aber offensichtlich sehe sie nicht die Bilder aus dem Gazastreifen, sagte der Berater von Palästinenserpräsident Mahmut Abbas, Abdallah Frangi, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Nach mehr als tausend Angriffen der israelischen Luftwaffe seien die Zerstörungen dort verheerend. Deutschland habe seine Chance vertan, im Nahost-Konflikt zu vermitteln, meinte Frangi. Auch die Mission von Außenminister Westerwelle habe kein Gewicht. Wenn man so einseitig pro-israelisch handele, bleibe der Einfluss gering.

Bei Luft- und Raketenangriffen zwischen Israel und Palästinensern wurden in den vergangenen Tagen fast 1000 Menschen verletzt, meist im Gazastreifen, über 100 verloren ihr Leben. Die Kämpfe halten an.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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