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Nawalny fordert Stichwahl

Überraschend hohes Ergebnis für Putin-Kritiker bei Bürgermeisterwahl in Moskau

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin (l.) und sein Herausforderer Alexej Nawalny (picture alliance / dpa / Pochuyev Mikhail / Nikolsky Alexei / dradio)
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin (l.) und sein Herausforderer Alexej Nawalny (picture alliance / dpa / Pochuyev Mikhail / Nikolsky Alexei / dradio)

Obwohl der Blogger und Putin-Kritiker Alexej Nawalny die Bürgermeisterwahl in Moskau offenbar verloren hat, scheint sich eine Sensation abzuzeichnen. Laut ersten Prognosen könnten sich 29 Prozent der Wähler für ihn entschieden haben. Nawalny reagierte sofort und forderte eine Stichwahl.

Wie erwartet, scheint der Amtsinhaber Sergej Sobjanin die Bürgermeisterwahl in der russischen Hauptstadt Moskau für sich entschieden zu haben. Allerdings schaffte sein Gegner, der 37-jährige Oppositionspolitiker und Putin-Kritiker Alexej Nawalny bei seiner ersten Teilnahme an einer Wahl offenbar eine Sensation. Erste Prognosen sahen ihn nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend bei 29 Prozent der Stimmen. Es ist die erste Bürgermeisterwahl in Moskau seit zehn Jahren.

Galionsfigur der Opposition

Der von Putin gestützte Amtsinhaber Sobjanin kam laut der Prognosen zu diesem Zeitpunkt auf mehr als 50 Prozent der Stimmen. Das meldeten Agenturen unter Berufung auf verschiedene Meinungsforschungsinstitute. Tausende Wahlbeobachter waren im Einsatz. Kommentatoren nannten die Wahl eine Krönung für Nawalny als Galionsfigur einer zerstrittenen Opposition.

Nawalny will Stichwahl

Der prominente Anti-Korruptionskämpfer Nawalny räumte zwar ein, dass Sobjanin die meisten Stimmen erhalten habe. Seiner Meinung nach habe das aber nicht für einen Sieg im ersten Wahlgang gereicht. "Wenn die kremlnahen Institute Sobjanin 52 Prozent geben, dann versteht ihr schon, dass das 46 Prozent bedeutet", twitterte der Blogger und Anwalt. Die Schlussfolgerung des Putin-Kritikers: Er forderte eine Stichwahl zwischen ihm und Sobjanin. Nawalnys eigenes Ergebnis war zweimal so hoch, wie nach Umfragen vor der Abstimmung erwartet worden war. Für Sobjanin waren bei Umfragen rund 60 Prozent vorhergesagt worden. Insgesamt waren sechs Kandidaten angetreten.

Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für das Machtlager von Kremlchef Putin. Die Wahlbeteiligung war extrem niedrig - vermutlich liege sie bei nur 30 Prozent, berichtete das russische Staatsfernsehen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr

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