Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Neonazi-Gruppe verübte womöglich auch Anschläge im Saarland

Ermittler prüfen Verstrickung in Brandstiftungen

Wüteten die Neonazis auch im Saarland? (picture alliance / dpa /Frank Doebert)
Wüteten die Neonazis auch im Saarland? (picture alliance / dpa /Frank Doebert)

Die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) könnte Medienberichten zufolge auch an Brandanschlägen im Saarland beteiligt gewesen sein. In der Stadt Völklingen waren zwischen 2006 und 2011 mehrere Häuser angezündet worden, in denen Einwanderer lebten.

Die Behörden seien bislang nicht von einem rechtsradikalen Hintergrund ausgegangen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Verbindung zur NSU werde nun aber von den Ermittlern überprüft, da eine Bekenner-DVD der Rechtsterroristen auch an eine türkische Einrichtung in der 40.000-Einwohner-Stadt Völklingen verschickt wurde.

Der saarländische SPD-Fraktionschef Heiko Maas forderte, die bisher ungeklärten Anschläge noch einmal zu untersuchen. "Staatsanwaltschaft und Polizei müssen jetzt die Ermittlungen noch mal mit Hochdruck aufnehmen", so Maas.

Ausstiegsangebot für Neonazi-Trio

Aus einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" geht hervor, dass der Thüringer Verfassungsschutz die drei mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bereits 1999 mit einem Ausstiegsangebot aus dem Untergrund holen wollte. Allerdings habe sich die zuständige Staatsanwaltschaft geweigert, einer Strafmilderung zuzustimmen. Das Neonazi-Trio war 1998 untergetaucht, nachdem seine selbst gebastelten Rohrbomben entdeckt worden waren.

70 neue Hinweise aus der Bevölkerung

Die neu eingeleitete Öffentlichkeitsfahndung nach den drei Neonazis hat indes erste Reaktionen gebracht. Einen Tag nach dem Start seien beim Bundeskriminalamt 70 neue Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Insgesamt seien es nun 320, erklärte ein BKA-Sprecher. Die Zahl der Hinweise sei damit "nach wie vor relativ gering". Das Neonazi-Trio sei sehr konspirativ vorgegangen und in der Öffentlichkeit kaum aufgefallen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:40 Uhr Olympia-Telegramm

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

SachbuchbestenlisteDie 10 besten Sachbücher im März

Es gibt hunderte Sachbücher, aber wir haben die wichtigsten für Sie zusammengestellt. Unsere Sachbuchbestenliste entsteht in Zusammenarbeit mit dem ZDF und "Die Zeit".

Der TagHat es sich bald ausgedieselt?

Rauch strömt aus dem Auspuff eines Autos (Imago)

Entscheidung vertagt. Erst am Dienstag will das Bundesverwaltungsgericht über Fahrverbote für Dieselautos entscheiden. Unser Umweltexperte erklärt, warum es Zeit für eine harte Linie gegenüber der Autoindustrie ist. Außerdem: Neue Eskalation in Syrien. Was Deutschland tun kann und vor allem: Was nicht.

Emily Atef: "3 Tage in Quiberon"Regisseurin über ihren Berlinale-Film und Romy Schneider

Die Regisseurin Emily Atef auf der Berlinale 2018 (imago/STPP)

Frauen in Grenzsituationen, das ist das Thema von Emily Atef. In ihrem neuen Film "3 Tage in Quiberon", jetzt im Wettbewerb der Berlinale, zeigt die Regisseurin eine Momentaufnahme aus dem Leben der tabletten- und alkoholsüchtigen Romy Schneider.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO-Sicherheitsrat  Keine Resolution für Waffenruhe in Ost-Ghuta | mehr

Kulturnachrichten

Heiner-Carow-Preis für Flüchtlingsfilm "Styx" | mehr

 

| mehr