Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

Netanjahu: Rote Linie gegen Iran nötig

Israels Premier fürchtet Atomprogramm

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu illustriert die "rote Linie"
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu illustriert die "rote Linie" (picture alliance / dpa / Jason Szenes)

Benjamin Netanjahu fand bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung drastische Worte und benutzte ungewöhnliche Hilfsmittel: Mit einem Filzstift komplettierte er ein Schaubild, das die Bedrohungslage in Nahost darstellen soll.

Die Zeit laufe ab, warnte Benjamin Netanjahu vor der UNO-Vollversammlung. Nur durch ein konsequentes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft könne verhindert werden, dass der Iran an Atombomben komme, sagte der israelische Premierminster. "Rote Linien führen nicht zum Krieg. Rote Linien halten vom Krieg ab", so Netanjahu. Verhandlungen und Sanktionen hätten bisher keinen Erfolg gezeigt. Es gehe um das Überleben Israels.

Netanjahu griff zu einem vorbereiteten Diagramm, auf dem eine Bombe samt Zündschnur zu sehen war. Mit roter Farbe unterstrich er seine Kernbotschaft: Eine Grenze müsse gezogen werden, die der Iran nicht überschreiten dürfe. Bis zum kommenden Sommer werde das Land über genügend angereichertes Uran verfügen, um eine Atombombe zu produzieren. Die USA als enger Verbündeter Israels haben bisher die Definition klarer "roter Linien" gescheut. Der Iran seinerseits bezeichnet das nationale Atomprogramm als friedlich.

Abbas wirbt für Palästinenserstaat

In einem Elektrogeschäft in Ramallah läuft die Liveübertragung der Rede des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas vor der UNOIn einem Elektrogeschäft in Ramallah läuft die Liveübertragung von Abbas' Rede (picture alliance / dpa / Atef Safadi)Vor dem israelischen Premierminister hatte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas gesprochen. Er forderte eine Aufwertung der Rolle, die die Palästinenser bei den Vereinten Nationen spielen. Abbas kündigte an, er werde den Status als Nichtmitglied-Staat beantragen - dies entspräche biespielsweise dem Titel, unter dem der Vatikanstaat in der UNO firmiert . Damit blieb Abbas hinter dem Wunsch nach einer Vollmitgliedschaft zurück, den er vor einem Jahr an gleicher Stelle geäußert hatte.

Darüber hinaus klagte Abbas über "katastrophale Gefahren" durch vermehrte Attacken israelischer Siedler, die er als "rassistisch" bezeichnete. Konkret bezog er sich etwa auf den Ostteil Jerusalems. "Es ist ein Feldzug der ethnischen Säuberung gegen das palästinensische Volk, indem man ihm seine Häuser abreißt", so der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde. Israel hat den östlichen Teil von Jerusalem seit 1967 besetzt.

Birmas Präsident: Neue politische Kultur

Zum ersten Mal seit über 40 Jahren hat in der Generaldebatte der UNO ein Präsident Birmas das Wort ergriffen. Der demokratische Wandel in dem südostasiatischen Land sei unumkehrbar, erklärte Thein Sein. Allerdings brauche der Reformprozess Zeit - und die Unterstützung aus dem Ausland.


Mehr zum Thema:

Ahmadinedschads letzter UNO-Auftritt - USA, Israel und Westerwelle boykottieren Rede von Irans Präsident
Bedrohung durch den Iran nicht akzeptieren - Obamas Rede vor der UNO
"Vor den Ohren der gesamten Weltöffentlichkeit " - Ehemaliger Diplomat Chrobog über die Bedeutung der UNO

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:50 Uhr Debatte

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Petersburger Dialog"Treffen gegen die Sprachlosigkeit"

Eine Fahne vor der Stadthalle in Kassel (Hessen) weist am 04.12.2013 auf den Petersburger Dialog hin.

In Leipzig kommt heute der deutsch-russische "Petersburger Dialog" zusammen. Auch im Schatten der Ukraine-Krise habe dieser die Aufgabe, "sich gegenseitig Positionen deutlich zu machen", sagte Ernst-Jörg von Studnitz, Botschafter a.D. in Moskau.

TheaterZum Klingen gebrachte Sprache

William Shakespeare - eine zeitgenössische Darstellung

Am 23. April 1564 soll er geboren sein - darauf hat sich die Forschung verständigt. Dokumente über das Leben Shakespeares sind rar. Der Sohn eines Handschuhmachers gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker.

Autofahrer-AbgabeAlbigs Vorstoß "etwas pharisäerhaft"

Ein Lastkraftwagen fährt an einem großen Schlagloch auf der Autobahn A4 in Richtung Görlitz bei Bautzen vorbei, Aufnahme vom Dezember 2010

Die Kritik an der Forderung von Ministerpräsident Albig nach einer Autoabgabe zur Straßensanierung reißt nicht ab. "Natürlich brauchen wir mehr Geld", sagte der verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein, Hans-Jörn Arp.

UkraineDie "Macht-Kontrolleure" vom Maidan

Der Majdan in Kiew.

Anders als im Osten der Ukraine herrscht auf dem Maidan in Kiew mittlerweile Ruhe und fast so etwas wie Normalität - wenn dort nicht nach wie vor Zelte und Barrikaden stünden.

Vorratsdatenspeicherung"Offene Flanke schließen"

Netzwerkstecker sind vor einem Computer-Bildschirm mit Symbolen für "gespeicherte Verbindungen" zu sehen

Die SPD ist sich uneins über die Vorratsdatenspeicherung. Anders als Parteivize Stegner will Baden-Württembergs Innenminister Gall sie nicht völlig aufgeben. Es brauche klare, enge Vorgaben, sagte er.

GleichstellungDie Frauenquote für Vorstände ist fällig

Frauen bei einem Kongress

Die schwarz-rote Koalition will börsennotierte Unternehmen gesetzlich zwingen, mehr Frauen in Führungspositionen zu berufen. Eine solche Vorgabe hält die Journalistin Deborah Steinborn für überfällig - allen Protesten zum Trotz.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Griechenland  nimmt wichtige Hürde für weitere Hilfen | mehr

Kulturnachrichten

Jurist Kettemann:  Für das Internet muss das Recht nicht neu erfunden werden | mehr

Wissensnachrichten

Energie  Energie: Neue Technik zum drahtlosen Aufladen | mehr