Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Neue Proteste in Stuttgart

Merkel stellt sich hinter "S21", Trittin warnt Bahn

Auch die Jüngsten protestieren gegen "Stuttgart 21". (AP)
Auch die Jüngsten protestieren gegen "Stuttgart 21". (AP)

In der Debatte um "Stuttgart 21" hat sich Bundeskanzlerin Merkel erneut hinter das Bahnhofsprojekt gestellt. Grünenfraktionschef Trittin erhebt in einem Zeitungsinterview schwere Vorwürfe gegen Bahnchef Grube. In Stuttgart haben sich derweil Zehntausende zu Protesten versammelt.

Trotz der laufenden Schlichtungsgespräche werden in Stuttgart wieder Zehntausende zu Protesten gegen den Umbau des Hauptbahnhofs erwartet - die Organisatoren rechnen mit bis zu 100.000 Teilnehmern. Bei der Kundgebung wollen auch der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir und Liedermacher Konstantin Wecker auftreten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erneut hinter das stark umstrittene Bahnhofsprojekt gestellt und ihre ihre Partei aufgefordert, für "Stuttgart 21" zu werben. Die CDU müsse mit ihrer Begeisterung für den Bahnhof "zu den Menschen gehen und muss sie überzeugen", sagte die CDU-Vorsitzende auf dem "Deutschlandtag" der Jungen Union in Potsdam.

Jürgen Trittin, Bundesumweltminister, Bündnis90/Die Grünen (AP)Jürgen Trittin, Grünenfraktionschef im Bundestag (AP) Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, warnte in der "Bild am Sonntag" davor, während der Vermittlungsgespräche den Tunnelbau weiter voran zu treiben. Zudem griff Trittin Bahnchef Rüdiger Grube scharf an - dieser torpediere die Schlichtungsbemühungen von Mediator Heiner Geißler: "Offensichtlich glaubt Herr Grube, eine Schlichtung sei ein bisschen Beruhigungs-Heiteitei für die Gegner. Er eskaliert, provoziert, polarisiert", so Trittin.

Tübingens Oberbürgermeister und einer der Hauptkritiker von Stuttgart 21, Boris Palmer, schließt eine Einigung ohne Volksentscheid im Streit um das Verkehrsprojekt aus. Das Projekt sei zwar legal, aber nicht mehr legitim, so der Grünenpolitiker im Interview mit Deutschlandradio Kultur.

Südwest-SPD fordert Rückzug von Innenminister Rech

Die baden-württembergische SPD hat Landesinnenminister Heribert Rech wegen des harten Polizeieinsatzs gegen die Gegner des "Stuttgart 21"-Projekts zum Rücktritt aufgefordert. Der CDU-Politiker müsse die Verantwortung übernehmen, sagte Landeschef Nils Schmid auf einem Parteitag in Ulm. In diesem Zusammenhang erneuerte Schmid die Forderung nach einem Volksentscheid über das Bahnprojekt.

Auf dem Kongress wurde Parteichef Schmid mit 92 Prozent der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 27. März 2011 bestimmt. Der 37-jährige Jurist war der einzige Kandidat. Im Deutschlandfunk sagte Schmid, seine Partei habe bei der Wahl die einmalige Chance, die CDU in die Opposition zu schicken.Er sei überzeugt, dass der schwarz-grüne Glaubenskrieg um das Bahnprojekt dem Land nicht guttue.

Hintergrund zu "Stuttgart 21"

Ein Modell des geplanten neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs zeigt einen Querschnitt durch die unterirdische verlaufenden Gleise. (AP)Ein Modell zeigt den geplanten neuen Stuttgarter Hauptbahnhof. (AP)Stuttgart soll einen futuristischen Bahnhof von gigantischen Dimensionen bekommen. Das Bauwerk wird dabei vom Kopf- zum Tunnelbahnhof umgestaltet und unter die Erde verlegt. Die Kosten werden auf etwa sieben Milliarden Euro beziffert.

Weitere Informationen zum Thema auf DRadio.de:
Heiner Geißler soll beim umstrittenen Bahnprojekt vermitteln - Stuttgart 21 beschäftigt Bundes- und Landtag, Aktuell vom 6.10.2010
Beiträge 2010-10-02 Friedlich oder nicht? "Stuttgart 21"-Protest in der Kritik - Bürgerinititative vermutet Strategiewechsel der Polizei, Aktuell vom 2.10.2010
Interview 2010-10-16 - "Anders werden wir die Spaltung des Landes nicht überwinden können" <br> SPD-Chef in Baden-Württemberg fordert Volksabstimmung zu Stuttgart 21 (DLF)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Mays Bündnis mit der DUP"Diese Regierung wird lange bestehen"

Die britische Premierministerin Theresa May mit der Vorsitzenden der nordirischen DUP-Partei Arlene Foster vor Downing Street Nummer 10 (26.6.2017). (AFP / Daniel Leal-Olivas)

Für ihre Minderheitsregierung ist die britische Premierministerin Theresa May ein Bündnis mit der nordirischen Partei DUP eingegangen. Der britische Historiker Brendan Simms ist optimistisch, was den Bestand dieses Bündnisses angeht: " Ich rechne damit, dass diese Regierung relativ lange bestehen wird", sagte er im Dlf.

Türkei verbannt Charles Darwin aus den Schulen "Das sind einfach dumme Leute, die das Sagen haben"

Die Evolution des Menschen (picture alliance / dpa / De_Agostini/Photoshot)

Der Diplomphysiker Ernst Peter Fischer hat die Evolutionstheorie von Charles Darwin verteidigt. Der frühere Professor für Wissenschaftsgeschichte sprach von "Borniertheit" in Polen oder der Türkei, wenn dort Darwin aus dem Schulunterricht genommen werde.

ETHEREUMCrash bei der Cyberwährung

Ethereum ist eine Kryptowährung, die in den vergangenen Wochen einen sagenhaften Aufstieg hinter sich. Doch jetzt gab es einen Crash. Die zeigen ziemlich deutlich, wo die Gefahren dieser Währung liegen.

WohnprojektFlüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge unter einem Dach

Sharehaus Refugio - mit Flüchtlingen leben. (Deutschlandradio / Cara Wuchold)

Flüchtlinge sollen nicht abgeschottet in Asylbewerberheimen leben. Das ist die Grundidee des Share-Hauses "Refugio". Das mächtige Gründerzeithaus in Berlin-Neukölln gehört der Evangelischen Kirche – genauer: der Berliner Stadtmission. Flüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge wohnen unter einem Dach. Funktioniert das?

Religion und WirtschaftUmverteilen mit Luther

Magneten mit dem Porträt Martin Luthers aus einem Cranach-Gemälde liegen am 25.09.2015 im Lutherhaus in Eisenach (Thüringen) auf einem Tisch. (dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert)

Allzu oft werde übersehen, dass es bei Luthers Kritik am Ablasshandel auch ums Geld ging, meint der Theologe Christoph Fleischmann. Gottes Gnade sei umsonst - und das habe auch Konsequenzen für die Verteilung von Geld und Ressourcen in der Gesellschaft.

Vor 10 Jahren: Mumie identifiziertHatschepsut - die mächtigste Frau Ägyptens

Büste des weiblichen Pharao Hatschepsut im Terrassentempel im Tal der Königinnen in Theben-West. (imago / Harald Lange)

Von 1479 bis 1458 v. Chr. regierte die Pharaonin Hatschepsut als mächtigste Frau Ägyptens. Ihre Mumie galt über 3.000 Jahre als verschollen. 2007 gelang es ägyptischen Wissenschaftlern, eine bereits 1903 entdeckte Mumie als die der Pharaonin Hatschepsut zu identifizieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA-Deutschland  Merkel und Ross für neuen TTIP-Anlauf | mehr

Kulturnachrichten

Brönner hält an "House of Jazz" fest  | mehr

 

| mehr