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Neue Turbulenzen am US-Finanzmarkt

Investmentbank Lehman Brothers vor dem Aus

US-Flaggen  auf der Wall Street in New York (AP)
US-Flaggen auf der Wall Street in New York (AP)

Der US-Finanzmarkt wird von neuen Hiobsbotschaften erschüttert. Die viertgrößte Bank des Landes, die Investmentbank Lehman Brothers, meldete Konkurs an und beantragte Gläubigerschutz.

Zuvor waren zwei potentielle Käufer für Teile des angeschlagenen Instituts abgesprungen. Die Rettungsbemühungen waren auch deshalb gescheitert, weil die US-Regierung Staatshilfen ausschloss. Die Gesamtverschuldung von Lehman Brothers beläuft sich auf 613 Milliarden Dollar. Zu den größten Gläubigern gehören die Citigroup und die Bank of New York Mellon.

Die Bank of America übernimmt unterdessen für rund 50 Milliarden Dollar in Aktien die ebenfalls angeschlagene Investmentbank Merrill Lynch. Die drittgrößte US-Bank war wegen Milliardenverlusten und einem drastischen Kursverfall immer stärker unter Druck geraten.
Auch der einst weltgrößte Versicherer American International Group (AIG) soll in Schwierigkeiten stecken. Medienberichten zufolge bat AIG die US-Notenbank Fed um kurzfristige Finanzhilfen in Milliardenhöhe, um zu überleben. (Klaus Remme berichtet MP3)

Angesichts der befürchteten Folgen für die Finanzmärkte weltweit kündigte US-Zentralbankchef Ben Bernanke gestern Maßnahmen an, damit die Banken sich leichter Liquidität beschaffen können. Damit sollten "die potenziellen Risiken und die Störungen des Marktes abgeschwächt werden", erklärte Bernanke.

Volker Wieland, Professor für Geldtheorie und -politik an der Goethe-Universität Frankfurt, begrüßte, dass das US-Finanzministerium nicht eingreifen will. Momentan erlebe man eine reinigende Phase, sagte Wieland im Deutschlandfunk. Die Akteure müssten aus der Krise lernen und dürften in Zukunft nur noch mit einem ausreichenden Kapitalpolster agieren.

Notfallfonds mit 70 Milliarden Dollar

Ein internationales Banken-Konsortium kündigte unterdessen ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Finanzmärkte an. Die zehn beteiligten Banken wollen 70 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, um Liquiditätsengpässen zu begegnen. Beteiligt sind die Institute: Banken Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, JPMorgan und Merrill Lynch.

DAX bricht ein

Auch die Europäische Zentralbank reagierte auf die Krise. Sie stellte rund 30 Milliarden Euro zur Verfügung, um die angespannten Finanzmärkte zu beruhigen.
Als Reaktion auf die Zuspitzung der Krise auf dem US-Finanzmarkt gab der DAX deutlich nach und rutschte zum Handelsende auf 6.064 Punkte, das ist ein Minus von 2,7 Prozent.

Straubhaar: Keine Panik


Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, sieht die deutsche Konjunktur nicht durch die weltweite Finanzmarktkrise gefährdet. Er plädierte für "Gelassenheit" bei der Beurteilung der Folgen der amerikanischen Bankenkrise und warnte vor "falscher Panik".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

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