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Neue Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff

Anwaltstätigkeit wirft Fragen nach Mitarbeiterstatus auf

Christian Wulff im Okular einer Fernsehkamera (picture alliance / dpa / Jochen Lübke)
Christian Wulff im Okular einer Fernsehkamera (picture alliance / dpa / Jochen Lübke)

Bundespräsident Christian Wulff soll einem Medienbericht zufolge während seiner früheren Anwaltstätigkeit mehr Geschäftsbeziehungen zum Unternehmer Egon Geerkens unterhalten haben als bisher bekannt. Sein Anwalt Gernot Lehr weist die Vorwürfe zurück.

Laut "tagesschau.de" war Geerkens Mandant einer Osnabrücker Anwaltskanzlei, in der Wulff jahrelang tätig war. Außerdem habe die Kanzlei ihre Räume bis 2007 von dem Unternehmer gemietet, berichtet "tagesschau.de".

Wulffs Rechtsanwalt Gernot Lehr sagte dem Deutschlandfunk, Wulff sei nie Partner der Kanzlei gewesen. Deshalb habe keine Geschäftsbeziehung zu Geerkens vorgelegen. Auch als Anwalt habe Wulff nicht für Geerkens gearbeitet. Wulff sei bei der Kanzlei angestellt gewesen, bis er 1994 in den Landtag einzog. Daraufhin habe er den Status eines freien Mitarbeiters erhalten. Bis 2011 habe Wulff auf dem Briefkopf der Kanzlei gestanden. In dieser Phase habe er keine Mandate übenommen und auch keine Einkünfte erzielt.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, kritisierte in der "Frankfurter Rundschau": "Es wird immer offensichtlicher, dass Wulff nicht nur die halbe Wahrheit gesagt hat, sondern den Landtag nach Strich und Faden hinters Licht geführt hat". So habe er die geschäftliche Beziehung zu dem Unternehmer über eine Anwaltskanzlei verschwiegen. Auch der Staatsrechtler Jörg-Detlef Kühne ist sich sicher, dass der damalige Ministerpräsident das Auskunftsrecht des Landtages missachtet habe und diese Beziehung hätte offenlegen müssen.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bezichtigte Wulff indirekt der Lüge. Im Fernsehsender N24 sagte sie: "Wir haben jetzt doch offensichtlich einen Pinocchio im Bundespräsidialamt". Wulffs Verhalten sei peinlich.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

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