Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Neue Zeugin sagt im NSU-Prozess aus

Aussage könnte Zschäpe belasten

War Beate Zschäpe in der Nähe des Tatorts in Dortmund? (picture alliance / dpa /Tobias Hase)
War Beate Zschäpe in der Nähe des Tatorts in Dortmund? (picture alliance / dpa /Tobias Hase)

Im NSU-Prozess sagt heute eine Zeugin aus, die die Angeklagte Beate Zschäpe mit ihren mutmaßlichen Komplizen kurz vor einem Mordanschlag in Dortmund gesehen haben will. Doch möglicherweise handelt es sich um eine Verwechslung.

War Beate Zschäpe mit ihren mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt kurz vor einem Mordanschlag in Dortmund unterwegs? Oder handelt es sich nur um eine Verwechslung? Das soll heute im NSU-Prozess in München geklärt werden.

Gehört werden soll eine Zeugin, die Zschäpe im April 2006 in Dortmund gesehen haben will - in etwa zu der Zeit, als dort der Kioskbesitzer Mehmet Kubasik ermordet wurde. Die Journalistin hatte nach eigenen Worten in der ersten Aprilwoche 2006 durch ihr Dachfenster mehrere Personen, unter ihnen einen "bulligen Skinhead", auf einem Nachbargrundstück beobachtet. Nachdem der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) aufflog, habe sie auf Fotos Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt wiedererkannt.

Sollten die Angaben der Zeugin zutreffen, wäre das ein erster direkter Hinweis darauf, dass die Hauptangeklagte in der Nähe eines Tatortes gewesen sein könnte.

Zeugin soll Zschäpe mit Nachbarsfrau verwechselt haben

Nach SWR-Recherchen könnte die 63-jährige Zeugin möglicherweise aber einer Verwechslung erlegen sein. Ein früherer Nachbar der Frau will sich zum fraglichen Zeitpunkt auf dem Grundstück in Dortmund aufgehalten haben. Demnach habe er eine Zeit lang kurz geschorene Haare und eine Camouflage-Hose getragen. Zudem gebe es in seinem Verwandten- und Freundeskreis auch Leute, auf die die Beschreibung von Böhnhardt und Mundlos passe, und seine Frau habe selbst festgestellt, dass sie Beate Zschäpe ähnlich sehe. Der Mann und seine Ehefrau sind mittlerweile ebenfalls als Zeugen geladen, sollen aber voraussichtlich zu einem späteren Termin gehört werden.

Zschäpe ist als Mittäterin an allen Anschlägen des NSU angeklagt. Gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt soll sie die rechtsextreme Terrorzelle NSU gebildet haben, die unter anderem für zehn Morde und den Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße verantwortlich sein soll. Seit Anfang Mai verhandelt das Oberlandesgericht in München gegen Zschäpe und vier weitere Angeklagte unter anderem wegen Bildung und Unterstützung der rechtsterroristischen Vereinigung.


Mehr zum Thema:

NSU: War Beate Zschäpe vor einem der Morde in Dortmund?
Korrespondentenbericht von Holger Schmidt im Deutschlandradio Kultur
Die Rolle der Beate Zschäpe
Fortsetzung des NSU-Prozesses in München
Holger G. schweigt weiter
In München wird der NSU-Prozess fortgesetzt
Den Tätern in die Augen sehen
Die Rolle der Nebenkläger im NSU-Prozess
"Es ist ein ganz normales Strafverfahren aus diesem Monsterprozess geworden"
"Spiegel"-Gerichtsreporterin zieht Zwischenbilanz zum NSU-Prozess
Beate Zschäpe ist ein Beispiel für die "Banalität des Bösen"
Grünen-Politiker Wolfgang Wieland mit Eindrücken vom NSU-Prozess in München
Zahlen und Fakten zum NSU-Prozess
Zehn Opfer, 80 Nebenkläger, 606 Zeugen, fünf Richter

 

Letzte Änderung: 08.10.2013 23:12 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Länderzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:07 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Jens Spahn (CDU)"Rechtliche Hürden für Abschiebungen abbauen"

Jens Spahn, CDU-Präsidiumsmitglied (picture alliance / Rolf Vennenbernd / dpa)

Jeder, der nicht vor Krieg und Verfolgung flüchte, müsse wieder aus Deutschland ausreisen, sagte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn im Deutschlandfunk. Dafür müssten auch rechtliche Hürden für Abschiebungen abgebaut werden, wie sie etwa durch ärztliche Atteste entstünden.

Big Data und PsychometrieInternetdaten als Wahlkampfhelfer?

Donald Trump während seiner Rede in New York nach seinem Wahlsieg bei der US-Präsidentschaftswahl (AFP/ Mandel Ngan)

Hat Donald Trump den US-Wahlkampf aufgrund der gezielten Auswertung von Internet-Profilen gewonnen? Ein Artikel aus dem Magazin des Schweizer Tagesanzeigers legt genau das nahe. Für den Netzaktivisten Markus Beckedahl greift die Erklärung allerdings zu kurz.

SCHNELLER AN DER KASSESpeed-Shopping

Immer erwischt ihr die langsamste Schlange im Supermarkt? Wir haben uns schlau gemacht, wie es wirklich schneller an der Kasse geht.

Entschädigungs-Urteil für AtomkonzerneTrittin: "Krachende Niederlage" für Ausstiegsgegner

Der frühere Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Entschädigungen für Energiekonzerne grundsätzlich begrüßt. Die Entscheidung sei eine "krachende Niederlage" für diejenigen, die versucht hätten, den Atomausstieg für verfassungswidrig zu erklären, sagte Trittin im DLF.

FrauenrechteEine freie Frau treibt nicht ab

Frauen demonstrieren für das Recht auf Abtreibung in Warschau. (imago/Pacific Press Agency)

Tausende von Frauen gehen für ihre Selbstbestimmung, etwa in Polen, auf die Straße. Radikale Konservative fürchteten, dass sie ohne staatliche oder kirchliche Kontrolle ihre Babys töten würden, sagt Gesine Palmer. Dabei würden wirklich freie Frauen anders entscheiden.

Mordfall Freiburg"Man darf nicht den Umkehrschluss ziehen, dass alle so drauf sind"

Freiburgs Oberbürgermeister Salomon (Bündnis 90/Die Grünen) (Imago / Winfried Rothermel)

Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon hat nach dem Mord an einer Studentin in seiner Stadt vor Pauschalurteilen gewarnt. Tatverdächtig ist ein junger Mann aus Afghanistan. Man dürfe Probleme nicht verschweigen, etwa beim Frauenbild von Flüchtlingen. Aber die Reaktionen in sozialen Netzwerken seien "ekelerregend", sagte Salomon im DLF.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

CDU-Parteitag  Beschlüsse zu Staatsbürgerschaftsrecht und Burkaverbot | mehr

Kulturnachrichten

Barenboims Musikakademie öffnet in Berlin  | mehr

Wissensnachrichten

Ernährung  Männer essen in Gesellschaft mehr | mehr