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Neuer Betreiber soll Atommülllager Asse II sicherer machen

Grünen-Fraktionsvorsitzende stellt Strafanzeige

Ein Bergmann arbeitet in 750 Meter Tiefe in der Schachtanlage Asse in Remlingen bei Wolfenbüttel in einem Kontrollbereich mit kontaminierter Lauge. (AP)
Ein Bergmann arbeitet in 750 Meter Tiefe in der Schachtanlage Asse in Remlingen bei Wolfenbüttel in einem Kontrollbereich mit kontaminierter Lauge. (AP)

Nach der Pannenserie im niedersächsischen Atommülllager Asse ist das Bundesamt für Strahlenschutz als neuer Betreiber im Gespräch. Der Bund und das Land Niedersachsen wollen darüber am Donnerstag beraten. Das Helmholtz-Zentrum München für Gesundheit und Umwelt soll als bisheriger Betreiber jahrelang ungenehmigt mit radioaktiver Lauge umgegangen sein.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte gestern den Betreibern des Atommülllagers Asse in Niedersachsen Versäumnisse und Verstöße gegen Vorschriften vorgeworfen. Der Bericht des niedersächsischen Umweltministeriums habe die Befürchtungen bestätigt. Die Sicherheit des Lagers sei nirgends nachgewiesen worden. Die Untersuchung zeige schwerwiegende Mängel auf. So sei der Betreiber des Versuchsendlagers lange Zeit ohne Genehmigung und unsachgemäß mit radioaktiven Stoffen umgegangen, meinte Gabriel. Die Anlieferungsbedingungen würden erst seit 1970/71 aufgezeichnet. Für die Jahre davor sei ungewiss, ob hochradioaktive Stoffe eingelagert worden seien.

In dem Statusbericht des niedersächsischen Umweltministeriums wurden bis 1978 rund 125.000 Fässer mit schwach aktivem und mittelradioaktivem Müll eingelagert. Ungefähr 135 Fässer von ihnen wurden jetzt als verdächtig eingestuft. In ihnen soll fasch deklarierter mittelradioaktiver Müll enthalten sein. Man wisse nichts über den Zustand dieser Fässer, deshalb seien sie richtige "Überraschungseier", sagte die Wissenschaftsjournalistin Dagmar Röhrlich.

Strafanzeige der Grünen gegen Betreiber

Unterdessen hat die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Atommülllagers Asse gestellt. Wissenschaftler hätten dort jahrzehntelang gemeingefährliche Straftaten begangen, sagte Frau Künast dem ARD-Fernsehen in Berlin. Sie reagierte auf einen Bericht zu Asse, den Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorgestellt hatte.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Bärbel Höhn, fordert Auswirkungen auf die Debatte über das Endmülllager in Gorleben. Es sei nicht begründet, dass ein Salzbergwerk wirklich die Sicherheit bietet, die immer suggeriert worden sei, sagte Höhn.

Niedersachsens Umweltminister: Die Zeit drängt

Hans-Heinrich Sander, niedersächsischer Umweltminister, fordert eine zügige Entscheidung zum Atom-Versuchsendlager Asse II. Man habe "nicht unbegrenzt Zeit", um das Problem zu lösen. Sander kritisierte das Helmholtz Zentrum München als Betreiber des Lagers. Der größte Vorwurf sei, dass den Aufsichtsbehörden nichts gemeldet worden sei, als in der Asse kontaminierte Laugen festgestellt wurden, so Sander. (MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

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