Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Niedersachsen machen es spannend

Bisher Patt zwischen den Lagern

Wer wird wohl zuletzt lachen? Weil und McAllister sind trotz Spannung bei guter Laune. (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)
Wer wird wohl zuletzt lachen? Weil und McAllister sind trotz Spannung bei guter Laune. (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

Auch Stunden nach Schließung der Wahllokale lassen die Hochrechnungen keinen klaren Sieger der Landtagswahl erkennen. Schwarz-Gelb und Rot-Grün sind momentan quasi gleichauf. Die FDP zieht sicher ins Parlament in Hannover ein, zugleich verliert die CDU an Stimmen. Im Oppositionslager gewinnen SPD und Grüne hinzu. Die Linkspartei scheitert wohl an der Sperrklausel.

<p>Hochspannung in Hannover: Alle paar Minuten kommt eine neue Hochrechnung über die Nachrichtenticker. Manchmal liegen in der erwarteten Sitzverteilung Schwarz-Gelb und Rot-Grün gleichauf, manchmal schwenken die Lager hauchdünn, um einen einzigen Parlamentssitz, hin oder her. <br /><br />Ministerpräsident David McAllister, der vor knapp zweieinhalb Jahren das Amt von Christian Wulff übernommen hatte, behält zur Stunde alle Chancen, mit der FDP weiterregieren zu können. In der laufenden Stimmauszählung ist es aber durchaus möglich, dass SPD und Grüne an der Regierungskoalition vorbeiziehen. <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="233838" text="Zu unserer interaktiven Wahlgrafik - laufend aktualisiert" alternative_text="Zu unserer interaktiven Wahlgrafik - laufend aktualisiert" /><br /><br /></p><p><strong>Keine klaren Mehrheiten</strong></p><p>Die Christdemokraten verlieren rund sechs Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2008. SPD, Grüne und FDP gewinnen Stimmen hinzu. Alle übrigen Parteien sind nach derzeitigem Stand nicht im <papaya:addon addon="13ce92bc07c8e837729a6ac5022b9a1b" portal="117" text="niedersächsischen" alternative_text="niedersächsischen" /> Landtag vertreten - damit wird sich die Fraktion der Linkspartei wohl auflösen. Die Piraten schaffen den Sprung ins Parlament nicht. Mit etwa 60 Prozent lag die Wahlbeteiligung etwas höher als beim letzten Mal (57,1 Prozent).<br /><ul><li>CDU 36,0<br /><li>SPD 32,6<br /><li>Grüne 13,7<br /><li>FDP 9,9<br /><li>Linke 3,2<br /><li>Piraten 2,1<br /><li>Sonstige 2,5 </ul>(Alle Angaben in Prozent. Stand der ARD-Hochrechnung: 22:47 Uhr)<br /><br />David McAllister ließ sich Zeit, bevor er vor die Mikrofone trat. Bei seiner Rede gut anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale verwies der Ministerpräsident darauf, dass seine Koalition in den Umfragen zeitweilig zehn Prozentpunkte hinter Rot-Grün gelegen habe. "Die Aufholjagd hat sich gelohnt, die CDU ist die Nummer Eins in Niedersachsen!" Er habe "berechtigte Hoffnungen", so McAllister, seine Arbeit fortsetzen zu können.<br /><br /><papaya:media src="b19c2a3747bcb63ef7171c29006fc459" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner nimmt Glückwünsche entgegen." popup="yes" />Klaren Jubel gab es am Abend in Hannover bei der FDP. Niedersachsens Finanzminister Jörg Bode wertet die ersten Prognosen zur Landtagswahl in Niedersachsen als Regierungsauftrag für die schwarz-gelbe Koalition. Der FDP-Politiker sprach von einem "klaren Signal", dass die Regierungskoalition fortgesetzt werden solle. <br /><br />"Es ist zu früh, sich als Sieger oder Verlierer zu präsentieren", sagte SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil. Das Kopf-an-Kopf-Rennen beschere ihm und seinen Kollegen einen spannenden Wahlabend. Weil sprach von einer bemerkenswerten Leistung der Landes-SPD unter nicht einfachen Bedingungen. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück räumte ein, ihm sei "sehr bewusst, dass es aus der Berliner Richtung keinen Rückenwind gegeben hat." Er trage dafür "maßgeblich" eine Mitverantwortung.<br /><br />Die Grünen freuten sich über das beste Niedersachsen-Ergebnis ihrer Geschichte. Spitzenkandidatin Anja Piel sagte, sie sei sehr glücklich. Der Bundesvorsitzende Cem Özdemir rief den Sozialdemokraten zu: "Die SPD muss gucken, wie sie ihr Ergebnis verbessert. Wir leisten unseren Beitrag."<br /><br />Die Wahlpartys in Hannover versprechen lang zu werden, bis die Gäste dort wissen, ob ihre Partei nun auf der Regierungs- oder Oppositionsbank Platz nehmen kann.<a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/01/20/dlf_20130120_1809_013e509b.mp3" title="Informationen am Abend, Deutschlandfunk (MP3-Audio)"> Auf der CDU-Veranstaltung</a> war der Applaus für das liberale Ergebnis fast lauter als für die eigenen Zahlen. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/01/20/dlf_20130120_1807_713d8b58.mp3" title="Informationen am Abend, Deutschlandfunk (MP3-Audio)">In der SPD-Fraktion</a> dominiere der Optimismus, berichtet unsere Korrespondentin in Hannover. <br /><br /></p><p><strong>Überhangmandate könnten hinzukommen</strong></p><p>Für die Wahl war Niedersachsen in 87 Wahlkreise eingeteilt. Mit ihrer Erststimme konnten die Wähler pro Kreis einen Abgeordneten nach Hannover schicken. Für das Kräfteverhältnis im Landtag ist allerdings die Zweitstimme zuständig, die über die Größe der einzelnen Fraktionen entscheidet. Die landesweiten Kandidatenlisten der Parteien werden so lange "abgearbeitet", bis jedes der - mindestens - 135 Mandate vergeben ist.<br /><br />An dieser Stelle lässt das niedersächsische Wahlrecht sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate zu. Denn wenn eine Partei mehr Direktkandidaten ins Parlament schicken kann, als dort für sie eigentlich nach dem Verhältnis der Zweitstimmen sitzen düften, bekommt sie Überhangmandate. Um den Proporz zu wahren, werden auf die übrigen Parteien Ausgleichsmandate verteilt. Beides lässt sich erst nach Auszählung aller Stimmen festlegen.</p>


Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

ImmobilienkaufDamit die Traumwohnung nicht zum Albtraum wird

"Hier entstehen exklusive Eigentumswohnungen" steht auf einem Werbebanner im Bezirk Mitte in Berlin. (picture alliance / dpa / Foto: Wolfram Steinberg)

Die Traumwohnung ist gefunden. Die Lage stimmt, der Preis. Damit das so bleibt, gilt es aber, genauer hinzuschauen. Vor allem in das Wohnungseigentumsgesetz, die Teilungserklärung und die Protokolle. Letztere geben nicht nur Auskunft über die laufenden Kosten, sondern auch über das soziale Miteinander im Haus.

Margarethe von Trotta wird 75"Sie hat Filme gemacht, die uns alle begleitet haben"

Die Regisseurin Margarethe von Trotta posiert am 14.10.2016 in Köln auf dem roten Teppich beim International Film Award NRW im Rahmen des Film Festival Cologne. (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)

Freu dich, dass du so schöne Filme gemacht hast: Das wünscht Jeanine Meerapfel der Regisseurin Margarethe von Trotta zum 75. Geburtstag. "Die bleierne Zeit" und "Rosa Luxemburg" seien wichtig und unvergessen, so die Präsidentin der Akademie der Künste in Berlin.

BUZZFEED-INITIATIVE GEGEN FILTERBLASENDas Denken der Anderen

Wir alle leben in einer Onlinefilterblase, in der uns nur noch die Wahrheiten auf unserer Timeline erreichen, die unser Weltbild bestätigen. Das Onlinemagazin Buzzfeed will das ändern und hat mit "Outside Your Bubble" ein Tool entwickelt, das Lesern einen Blick über den Tellerrand ermöglichen soll.

Microsoft-Gründer Bill Gates"Auf eine Pandemie sind wir am wenigsten vorbereitet"

Microsoft-Gründer Bill Gates während der Münchner Sicherheitskonferenz. (dpa-Bildfunk / Matthias Balk)

Drei Szenarien machen Microsoft-Gründer Bill Gates Angst: Ein Atomkrieg, eine Pandemie und der Klimawandel. Die Ausbreitung einer Krankheit über Kontinente hinweg bereite ihm aber am meisten Sorgen, sagte Gates im Deutschlandfunk. Denn darauf sei die Weltgemeinschaft am wenigsten vorbereitet. Und auch die neue US-Regierung beunruhige ihn.

SPD-Arbeitsmarktpolitik"Die Agenda 2010 wird nicht in Frage gestellt"

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. (imago / Jens Jeske)

Eine Abkehr von den umstrittenen Arbeitsmarktreformen ist es nicht: Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hält aber Korrekturen an der Agenda 2010 des früheren Bundeskanzlers Schröder für notwendig. Es habe Nebenwirkungen gegeben, die sich in den vergangenen Jahren verschärft hätten, sagte er im DLF.

Strukturen oder PersonenWer macht Geschichte?

Büste Napoleons (deutschlandradio.de / Annette Riedel)

Sind gesellschaftliche Strukturen entscheidend für den Gang der Geschichte? Oder schreiben doch die "großen Männer" Geschichte, wie Napoleon und jetzt Trump mit seinen vielen Dekreten? In einer Persönlichkeit verdichten sich Tendenzen einer Zeit, meint der Historiker Thomas Brechenmacher.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Urteil  18 Monate Haft für israelischen Soldaten wegen Tötung eines Palästinensers | mehr

Kulturnachrichten

Grütters lobt erneut Theaterpreis des Bundes aus  | mehr

Wissensnachrichten

Persönlichkeit  Von wegen Opa ändert sich nicht mehr | mehr