Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nord- und Südkorea wollen wieder miteinander reden

Beratungen über Wirtschaftsprojekte und humanitäre Fragen

Nordkorea zeigt sich gesprächsbereit. (picture alliance / dpa / Yohnap)
Nordkorea zeigt sich gesprächsbereit. (picture alliance / dpa / Yohnap)

17 Stunden diskutierten die Unterhändler, dann verkündeten Vertreter beider Seiten: Es soll wieder Gespräche zwischen den beiden Regierungen geben – zum ersten Mal seit sechs Jahren. Dabei soll es unter anderem um die Zukunft der Sonderwirtschaftszone Kaesong gehen.

Das Vorbereitungstreffen der Vertreter Nord- und Südkoreas war das erste seit mehr als zwei Jahren – die Verhandlungspartner hatten einen Grenzort in der demilitarisierten Zone für ihre Gespräche gewählt. Nach stundenlangem Ringen einigten sich beide Länder auf den Rahmen für neue Verhandlungen.

Der Vorschlag des Südens für ein Treffen auf Ministerebene stieß beim kommunistischen Norden auf Widerstand. Jetzt soll es kommenden Mittwoch und Donnerstag schlicht "Gespräche auf Regierungsebene" in Seoul geben. Welches Land welche Offizielle schickt, ist noch unklar.

Nordkoreanische Arbeiter produzieren in Kaesong für südkoreanische Firmen (Archiv-Bild) (picture alliance / dpa / EPA / Adrian Bradshaw)In Kaesong produzieren vor allem nordkoreanische Arbeiter für südkoreanische Firmen. (Archiv-Bild) (picture alliance / dpa / EPA / Adrian Bradshaw)

Nordkorea überraschend auf Entspannungskurs

Beide Länder wollen vor allem beraten, wie es mit der gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong weitergeht. Nordkorea hatte die Region auf seinem Gebiet im April geschlossen, seine rund 53.000 Arbeiter nach Hause geschickt und auch die südkoreanischen Arbeiter ausgewiesen. Seitdem steht dort der Betrieb still – ein Problem vor allem für den verarmten Norden. Als weitere Themen der Gespräche stehen die Zusammenführung von Familien auf dem Plan, die im Krieg getrennt wurden, sowie Reisen von südkoreanischen Touristen ins Kumgang-Gebirge. Dort war Mitte 2008 ein Südkoreaner von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen worden. Auf weitere Einzelheiten der Gespräche wollen sich Nord- und Südkorea noch verständigen.

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich Nordkorea überraschend um eine Entspannung im Korea-Konflikt bemüht: Ende vergangener Woche hatte die Führung die ständige Telefonverbindung mit dem Süden wieder aktiviert, die seit März gekappt war, und sich gesprächsbereit gezeigt. In den Monaten davor war der Ton deutlich schärfer: Die nordkoreanische Führung hatte Südkorea und den USA mit Atomangriffen gedroht und mehrfach Raketentests durchgeführt. Der Norden reagierte damit auf schärfere UN-Sanktionen und gemeinsame Übungen des südkoreanischen und US-Militärs.

Mehr auf dradio.de:

Nordkorea: USA und Südkorea wollen bei harter Linie bleiben - Bank of China kappt Verbindung zu nordkoreanischer Devisenbank
Nordkorea droht der Welt - Reale Gefahr oder politischer Schachzug?
Nordkorea legt Ausländern in Südkorea Ausreise nahe - Ausländische Organisationen sollen "Evakuierungsmaßnahmen ausarbeiten"

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Friedhöfe in AfghanstanEntspannend und beklemmend zugleich

Auf diesen kahlen Berghängen am äußerten, südöstlichen Stadtrand von Kabul begräbt die afghanische Hauptstadt ihre Selbstmordattentäter. (Deutschlandradio - Sandra Petersmann)

Flanierende Pärchen, spielende Kinder, plaudernde Gruppen: Am Wochenende sind die Friedhöfe in Afghanistan voller Menschen. Für sie sind die Grabstätten Orte der Ruhe und der Entspannung. Mit einer Ausnahme: der Friedhof der Selbstmörder am Rande der Kabuls.

PsychologieAusgrenzung beginnt im Kopf

Wir alle haben Vorurteile. Dafür können wir nicht mal was. Unser Gehirn hat nämlich automatisierte Arbeitsroutinen, die zwar nützlich sind, aber eben auch Stereotype und Vorurteile fördern. Allerdings: Wir sind unseren Synapsen nicht hilflos ausgeliefert.

James McBride: "Kill 'Em and Leave"James-Brown-Biografie vom Fan

Der Soulsänger James Brown bei einem Auftritt am Mikrofon. (MICHAL CIZEK / AFP)

James Brown ist der Mann der Spitznamen: "Mr. Dynamite", "The Hardest Working Man in Show Business", "Soul Brother Number One", "Godfather of Soul". "Kill Em´or Leave" heißt eine neue Biografie von James McBride. Missverstanden und einsam sei Brown gewesen, so der Autor.

Claudia Roth zur Türkei"Eine unvorstellbare Entrechtung des Rechts"

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), äußert sich am 30.05.2016 in Berlin zum Thema Rassismus. (dpa)

In der Türkei sei "eine Art ziviler Putsch in Richtung eines autokratischen Präsidialsystems" in Gange. "Man könnte es auch als Diktatur bezeichnen", sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) im DLF. In dieser Lage müssten die Bundesregierung, die Europäische Union und auch die Nato klare Worte finden.

Terror in DeutschlandNicht in Hysterie verfallen

Vor dem Olympia Einkaufszentrum liegen Blumen, es brennen Kerzen. (picture-alliance / dpa / Felix Hörhager)

Die Angst oder zumindest die Sorge vor weiteren Anschlägen ist allgegenwärtig. Aber wir dürfen jetzt nicht in Hysterie verfallen, meint Marie Sagenschneider, Wortchefin von Deutschlandradio Kultur. Die größte Gefahr bestehe in einer Überreaktion.

Ermittlungen im Darknet"Uns als Polizei sind da Grenzen gesetzt"

Symbolfoto zum Thema Internetkriminalität: eine Hand vor einem Computer-Monitor (imago / epd / Annette Zoepf)

Das Darknet sei ursprünglich geschaffen worden, damit Bürger von Unrechtsstaaten ihre Meinung frei äußern könnten, sagte der Cyberexperte Frank Scheulen vom nordrhein-westfälischen LKA im DLF. Zunehmend hielten sich in dem separaten Bereich des Internets aber auch Kriminelle auf. Für die Polizei sei es schwierig, gegen sie vorzugehen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Demos in Köln  Kurden-Vertreter: Provokationen und Gewalt vermeiden | mehr

Kulturnachrichten

Regisseur Erpulat: Türkei bald ohne Theater?  | mehr

Wissensnachrichten

Beziehungen  Beim Streiten an die Zukunft denken | mehr