Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nordkorea kündigt neue Raketenstarts und weiteren Atomtest an

Es geht um den „Erzfeind“ USA

Das Bild zeigt den Start der "Unha-2" im Jahr 2009 (picture alliance / dpa / EPA / KCNA)
Das Bild zeigt den Start der "Unha-2" im Jahr 2009 (picture alliance / dpa / EPA / KCNA)

Nordkorea sucht weiter nach seinem politischen Weg in die Zukunft. Anfang des Jahres kamen erstaunlich offene Töne von Machthaber Kim Jong-un. Nun rasselt Pjöngjang wieder mit den Säbeln.

Mit offenen Drohungen gegen die USA hat das kommunistische Nordkorea einen dritten Atomwaffentest und neue Raketenstarts angekündigt. Einen Zeitplan gab die Führung in Pjöngjang dafür nicht an. Der geplante Atomtest und die Starts der Langstreckenraketen würden dem "Erzfeind" USA gelten, hieß es in einer Erklärung der Nationalen Verteidigungskommission.

Das höchste Entscheidungsgremium des Landes reagierte damit auf den jüngsten Beschluss des UN-Sicherheitsrats, die Sanktionen gegen Nordkorea wegen des umstrittenen Raketenstarts im Dezember auszuweiten. "Wir verhehlen nicht, dass die verschiedenen Satelliten- und Langstreckenraketen, die wir weiter starten, sowie der hochgradige Nukleartest, den wir unternehmen werden, gegen unseren Erzfeind USA gerichtet sind", erklärte die Kommission. Die Resolution des Sicherheitsrats, die auf Initiative der USA verabschiedet worden sei, stelle "die gefährlichste Phase der feindseligen Politik gegen die Volksrepublik dar".

UNO-Sicherheitsrat beschloss Sanktionen

Der UNO-Sicherheitsrat hatte am Mittwoch mit der Stimme des nordkoreanischen Verbündeten China in einer völkerrechtlich bindenden Resolution die Sanktionen gegen Pjöngjang ausgeweitet. So sollen Auslandskonten des nordkoreanischen Komitees für Raumfahrttechnologie, einer Bank sowie von vier Handelsunternehmen eingefroren werden. Zudem dürfen mehrere Personen, die an dem Raketenstart in leitender Position beteiligt waren, nicht mehr ins Ausland reisen.

Der US-Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik, Glyn Davies, hatte gestern nach Gesprächen mit südkoreanischen Regierungsvertretern in Seoul bereits auf Gerüchte eines neuen Atomtests reagiert: "Ob sie testen oder nicht, liegt bei ihnen." Es wäre jedoch ein Fehler und eine "verpasste Gelegenheit", wenn sie es täten. Experten beider Länder gehen schon seit längerem davon aus, dass Nordkorea für den dritten Test nach 2006 und 2009 bereits gerüstet ist.

Erst Anfang des Jahres hatte Pjöngjang mit erstaunlich offenen Tönen überrascht. Kim Jon-un deutete in seiner Neujahrsansprache weitreichende Veränderungen in seinem Land an. "Ein wichtiger Punkt zur Beendigung der Teilung des Landes und zu seiner Wiedervereinigung ist es, die Konfrontation zwischen Norden und Süden zu beseitigen", sagte Kim im Staatsfernsehen.



Mehr auf dradio.de
Kommentar: Eine Neujahrsansprache und ihr Gehalt- Was von Kim Jong-Uns Ankündigungen zu erwarten ist
Nordkoreas einziger Verbündeter- Chinas schwierige Partnerschaft mit dem Nachbarn

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kunst & Pop

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Quasseltag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Attentat von London"Es sieht schon verdammt nach Islamischem Staat aus"

Peter Neumann, Direktor des "International Centre for the Study of Radicalisation" am Londoner King‘s College. (imago / IPON)

Wenn Ermittler in Großbritannien von internationalem Terrorismus sprechen, sei das ein Codewort für Al-Kaida oder den Islamistischen Staat, sagt Peter Neumann, Sicherheitsexperte am Londoner King's College, im DLF. Die Briten seien zwar die Besten bei der Anti-Terror-Abwehr in Europa, aber Anschläge mit Messern und Autos könne man nicht verhindern.

Merkel-Kritikern sammeln sich "Freiheitlich Konservativer Aufbruch" innerhalb der CDU

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Essen. (AFP / Tobias Schwarz)

Konservative Merkel-Kritiker gründen am Wochenende innerhalb der Union die Plattform "Freiheitlich Konservativer Aufbruch". Der CDU-Politiker Christian Wagner will damit im Parteiprogramm zur Bundestagswahl den Wertkonservatismus wieder stärker verankern.

Wie umgehen mit Erdogan & Co.?Klarheit ist manchmal besser als Diplomatie

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am 04.09.2016 den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem bilateralen Gespräch kurz vor dem offiziellen Beginn des G20-Treffens. (dpa / picture alliance)

Die AKP will nun doch keine Spitzenpolitiker mehr zu Wahlkampfauftritten nach Deutschland schicken. Ein Verdienst der konsequenten Haltung der Bundesregierung? Der Grüne Memet Kilic sieht eher eine völlig wirkungslose Diplomatie gegenüber Autokraten am Werk.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in London  Täter war Brite und den Sicherheitsbehörden bekannt | mehr

Kulturnachrichten

Alfred-Kerr-Preis für Andreas Breitenstein  | mehr

 

| mehr