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Nordkorea riegelt Sonderwirtschaftszone Kaesong ab

Pjöngjang hatte mit Schließung gedroht

Nordkoreanische Arbeiter produzieren in Kaesong für südkoreanische Firmen (Archiv-Bild) (picture alliance / dpa / EPA / Adrian Bradshaw)
Nordkoreanische Arbeiter produzieren in Kaesong für südkoreanische Firmen (Archiv-Bild) (picture alliance / dpa / EPA / Adrian Bradshaw)

Nordkorea erhöht den Druck: Nach Angaben aus Seoul verweigert Pjöngjang südkoreanischen Arbeitern den Zugang zum gemeinsamen Industriekomplex Kaesong. Noch ist unklar, ob es sich nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt.

Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwan Jin (picture alliance / dpa / Pete Marovich)Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwan Jin (picture alliance / dpa / Pete Marovich)Die politischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel erfassen nun auch die Sonderwirtschaftszone Kaesong. Ein Vertreter des südkoreanischen Ministeriums für die Wiedervereinigung sagte, etwa 500 Arbeitern sei die Einreise verweigert worden. Die noch in Kaesong befindlichen südkoreanischen Arbeiter - mehrere hundert - dürften Nordkorea aber wieder verlassen.

Sollte sich eine "ernste Lage" ergeben, sei auch eine Militäraktion denkbar, um die Sicherheit der südkoreanischen Arbeiter zu gewährleisten, erklärte der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Kwan Jin.

50.000 nordkoreanische Arbeiter

Der Betrieb in der gemeinsam von Nordkorea und Südkorea unterhaltenen Sonderwirtschaftszone war bislang trotz der verstärkten Spannungen zwischen beiden Ländern weitergelaufen, allerdings hatte Pjöngjang mit einer Schließung gedroht. Kaesong liegt auf nordkoreanischem Gebiet. 123 südkoreanische Firmen beschäftigen dort rund 50.000 nordkoreanische Mitarbeiter und generieren rund zwei Milliarden Dollar an grenzüberschreitendem Handel. Dies ist eine der wenigen Möglichkeiten für das international abgeschottete Land, an US-Devisen zu gelangen.

Nordkorea will stillgelegten Reaktor wieder aktivieren

Kim Jong-un hat den Kriegszustand ausgerufen - reine Kriegsrhetorik oder ernstgemeinte Drohung? (picture alliance / dpa / EPA / KCNA)Kim Jong-Un hat den Kriegszustand ausgerufen - reine Kriegsrhetorik oder ernstgemeinte Drohung? (picture alliance / dpa / EPA / KCNA)In den vergangenen Tagen hatte Nordkorea seine Kriegsdrohungen gegen den Süden und die USA verschärft. So kündigte das kommunistische Land gestern an, eine abgeschaltete Atomanlage wieder in Betrieb zu nehmen. Wesentliche Teile des Meilers in Yongbyon waren 2007 im Rahmen eines internationalen Abkommens abgeschaltet worden. Bis wann Nordkorea den knapp 35 Jahre alten Atomreaktor wieder in Betrieb nehmen will, ist unklar. Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI bezweifelte, dass der Meiler rasch wieder hochgefahren werden könne, weil der Kühlturm des Kraftwerks vor fünf Jahren gesprengt worden sei.

Nordkorea müsse auf Atomwaffen verzichten, forderte US-Außenminister John Kerry nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung Se in Washington. Was Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un tue, sei "gefährlich, leichtfertig und die USA werden Nordkorea nicht als Atomstaat akzeptieren", sagte Kerry, der in der kommenden Woche nach Südkorea reisen will.

Angesichts der Kriegsdrohungen entsenden die USA einen zweiten Zerstörer in die Region. Beide Schiffe sind mit Vorrichtungen zur Raketenabwehr ausgerüstet. Zudem verlegten die USA eine schwimmende Radarstation in die Region. Die zum Teil im Wasser versenkbare Radarstation SBX mit einer gigantischen weißen Kuppel ist demnach in der Lage, den Abschuss von Raketen zu registrieren und anschließend deren Flugbahn verfolgen. Die USA betonten, es handele sich dabei um einen Routinetest, der schon vor längerem beschlossen worden sei.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

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