Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nordkorea vermeldet Atomtest

In New York will der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (picture alliance / dpa / Kcna)
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (picture alliance / dpa / Kcna)

Nordkorea hat seine Drohung wahr gemacht und einen dritten Atomtest unternommen. Dem Land drohen jetzt nach dem weltweit verurteilten Raketenstart im Dezember schwerwiegende Konsequenzen.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen "erfolgreichen" Atomtest unternommen. Der Test sei unterirdisch erfolgt, berichtet am Dienstag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. "Der Atomtest wurde als Teil von Maßnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität vollzogen." Diese würden vor allem von den USA bedroht, hieß es bei KCNA.

UN-Generalsekretär verurteilt nordkoreanischen Atomtest

In New York erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Test sei eine klare und schwerwiegende Verletzung bestehender UN-Resolutionen. Es sei bedauerlich, dass Nordkorea die internationalen Appelle ignoriert habe, derartige provokative Akte zu unterlassen. Auch die USA, Großbritannien und Russland haben den nordkoreanischen Atomtest entschieden verurteilt.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) spricht sich für eine "klare Antwort" der internationalen Gemeinschaft aus. Dazu sollten auch weitere Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang ins Auge gefasst werden, erklärte Westerwelle in Berlin. Der mittlerweile dritte Atomwaffentest sei ein eklatanter Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

US-Präsident verlangt "glaubwürdige" internationale Reaktion

 US-Präsident Barack Obama: "Der Einsatz von chemischen Waffen ist und wäre völlig inakzeptabel" (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)US-Präsident Barack Obama verurteilt "provokativen" Atomwaffentest Nordkoreas (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)Auf den vorgenommenen Test müsse es "rasch" eine "glaubwürdige" internationale Reaktion geben, forderte auch US-Präsident Barack Obama in einer in Washington verbreiteten Erklärung. Nordkorea werde "durch solche Provokationen nicht sicherer". Obama warnte die Führung in Pjöngjang. Anstelle des erklärten Ziels, eine "starke und wohlhabende Nation" zu werden, habe sich Nordkorea "zunehmend isoliert" und seine Bevölkerung "verarmt", indem es nach Massenvernichtungs-waffen strebe, fügte Obama hinzu. Die Regierung in Washington werde "die erforderlichen Schritte" unternehmen, um die USA und ihre Verbündeten zu verteidigen.

Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstöße registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Sowohl Südkorea als auch die japanische Regierung beriefen den Nationalen Sicherheitsrat ein. In New York will der UN-Sicherheitsrat im Laufe des Tages ebenfalls zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

"Mit dem Test will Nordkorea demonstrieren, dass es seinem Ziel näher gekommen ist einen atomaren Sprengsatz bauen zu können, der auf einer Rakete montiert werden kann", berichtet unser Korrespondent Martin Fritz aus Tokio im Deutschlandfunk. Diese Rakete könne Hawaii und Kalifornien erreichen und wäre damit eine direkte Bedrohung für die USA.

Explosion hatte Sprengkraft von bis zu sieben Kilotonnen

Der Atomtest in der Region des nordkoreanischen Testgeländes Punggye Ri dürfte eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Nach südkoreanischen Angaben erreichte das "künstliche" Beben in Nordkorea um etwa 12.00 Uhr Ortszeit (4.00 MEZ) eine Stärke von 4,9. Auch die US-Erdbebenwarte berichtete von einem solchen Beben.

Nordkorea hatte bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UN-Sanktionen nach sich zogen. Nachdem Pjöngjang im Dezember vergangenen Jahres eine Langstreckenrakete testete, verhängte der UN-Sicherheitsrat im Januar neue Sanktionen gegen das kommunistische Land. Offenbar in Reaktion darauf kündigte Nordkorea kurz darauf einen neuen Atomwaffentest an, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

ZeitforschungImmer schneller, immer mehr

Der Soziologe Hartmut Rosa hält unsere Gesellschaft für krank: Weil wir in immer kürzerer Zeit immer mehr erreichen wollen, rauben wir uns Zeit und Zufriedenheit. "Das ist vollständig bekloppt," sagt Rosa.

Folgen des Vietnam-Kriegs"Unglaubliche Kränkung für die USA"

Da Nang, Süd-Vietnam  (imago)

Vor 40 Jahren endete der Vietnam-Krieg mit einer Niederlage für die USA. Danach habe sich das US-Militär zunächst auf die Position zurückgezogen, sich nie wieder auf "kleine Kriege" dieser Art einzulassen, sagte der Historiker Bernd Greiner im DLF. Dann kam Afghanistan.

Das PhilosophiemagazinAuf den Hund gekommen?

Kostümierter Hund bei internationaler Hunde-Show "Eurasia - 2015" (picture alliance / dpa / Evgenya Novozhenina/)

Martin Balluch ebnet den Gattungsunterschied zwischen Tier und Mensch ein. Kuksi heißt der Hund, der immer an seiner Seite ist. Für ihn und alle anderen Vierbeiner hat der Österreicher das Buch „Der Hund und sein Philosoph" geschrieben. Er plädiert für die juristische Anerkennung von Tieren.

RomanGanz weit draußen

Wolken, Sterne, Galaxien: Manchmal wünscht man sich ganz weit raus. So wie Jeanette in "Weiter als der Himmel", die hinter ihrem Teleskop das Unsichtbare sucht. Der Roman von Pippa Goldschmidt ist das perfekte Buch für den Moment, in dem du dich hinaus ins weite Weltall wünschst.

Unterwandert von rechtsNeonazis im thüringischen Kloster Veßra

Im Hennebergischen Museum Kloster Veßra besichtigen Besucher die denkmalgeschützte Anlage. (picture alliance / dpa / Martin Schutt)

Ein Dorf wird nicht einfach so rechtsradikal. Wie bestehende Strukturen gezielt unterwandert werden, zeigt das Beispiel Kloster Veßra in Thüringen. Dort hat ein rechter Aktvist das Dorfgasthaus übernommen und einen neuen Szenetreff aufgebaut.

EU-Flüchtlingspolitik"Organisierte Nichtverantwortung"

Ein Dutzend Flüchtlinge drängen sich auf einem kleinen Boot im Mittelmeer, bevor sie auf das Schiff der Küstenwache gelangen können. (picture alliance / dpa / Alessandro Di Meo)

Der Soziologie Ludger Pries glaubt nicht daran, dass sich die EU künftig mehr um Flüchtlinge kümmert. Die Beschlüsse des EU-Gipfels zeigten, dass es um Abschottung gehe, sagte er im DLF. Er macht Vorschläge, wie die EU zu einer besseren gemeinsamen Flüchtlingspolitik kommen kann.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bericht: Bundesregierung  hat nicht vor Abschussgefahr gewarnt | mehr

Kulturnachrichten

Erdbeben auch kulturgeschichtliche Katastrophe  | mehr

Wissensnachrichten

Namensstreit  Hersteller darf seine Brennstoffzelle weiter "Kraftwerk" nennen - auch wenn die Band dagegen ist | mehr