Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nordkorea zieht Arbeiter aus Kaesong ab

Sonderwirtschaftszone wird vorübergehend geschlossen

Der Übergang zum Industriekomplex Kaesong in Nordkorea ist geschlossen. (picture alliance / dpa / Jeon Heon-Kyun)
Der Übergang zum Industriekomplex Kaesong in Nordkorea ist geschlossen. (picture alliance / dpa / Jeon Heon-Kyun)

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärfen sich weiter. Die Regierung in Pjöngjang kündigte an, alle 53.000 nordkoreanischen Arbeiter aus der gemeinsam mit Südkorea betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong abzuziehen.

Bereits seit der vergangenen Woche lässt Nordkorea keine südkoreanischen Arbeiter mehr nach Kaesong einreisen. Die Produktion dort lief aber weiter - dank der nordkoreanischen Arbeiter und Hunderten Südkoreanern, die freiwillig in Kaesong geblieben sind.

Nun dürfte die Produktion dort zum Erliegen kommen. Die nordkoreanische Regierung kündigte an, den Industriekomplex vorübergehend zu schließen. Ein Parteisekretär sagte mehreren Staatsmedien, anschließend solle überprüft werden, ob die Anlagen künftig wieder weiterbetrieben werden sollten. Wie man sich entscheiden werde, hänge vom Verhalten des Südens ab.

Wichtige Devisenquelle

Die Sonderwirtschaftszone Kaesong liegt auf nordkoreanischem Gebiet, zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt. Bisher produzierten dort rund 53.000 nordkoreanische Arbeiter und mehrere Hundert Südkoreaner Produkte für südkoreanische Firmen. Der Industriekomplex ist eine der ganz wenigen Quellen, über die Nordkorea an Devisen kommen kann.

Die Weltgemeinschaft ruft Nordkorea derweil zur Mäßigung auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach einem gemeinsamen Rundgang mit Russlands Präsident Wladimir Putin über die Hannover-Messe, sie sei sich mit Putin einig, dass die internationale Staatengemeinschaft beruhigend auf die Entwicklung in Nordkorea einwirken müsse. Es müsse aber auch darauf hingewirkt werden, dass Pjöngjang die "Provokationen" einstelle.

Spekulationen um möglichen neuen Atomtest

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte Nordkorea vor neuen Provokationen. Ein weiterer Atomtest wäre eine Verletzung der UNO-Resolutiuon, sagte Ban Ki Moon in Den Haag. Seit Tagen gibt es Spekulationen, das Regime in Nordkorea plane einen Atomtest. Unter Berufung auf südkoreanische Regierungskreise hatte die südkoreanische Zeitung "Joongang Ilbo" berichtet, es gebe verstärkte Aktivitäten von Arbeitern und Fahrzeugen am südlichen Tunnel des Testgeländes. Das Verteidigungsministerium in Seoul wies allerdings Vermutungen zurück, dass diese Bewegungen auf einen unmittelbar bevorstehenden Test hindeuteten. Vielmehr handele es sich dabei um Routine.

Bereits vergangene Woche hatte Nordkorea mehreren westlichen Staaten - darunter auch Deutschland - nahegelegt, ihre Botschaften zu evakuieren. Bisher ist darauf aber noch kein Land eingegangen. In Brüssel beraten EU-Diplomaten darüber, wie sie weiter verfahren wollen.

Mehr Informationen auf dradio.de:
"Es gibt keine Nordkorea-Spezialisten" Der Historiker Hannes Heer im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur

Koreanisches Säbelrasseln Kommentar vom 06.04.2013

Christen in Korea Südkoreanische Gläubige suchen Verständigung mit dem Norden

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Rechte Hetze im Internet"Maas kann nicht richtig gegen Facebook vorgehen"

Der Medienrechtler Thomas Hoeren von der Universität Münster. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

Medienrechtler Thomas Hoeren sieht keine rechtliche Möglichkeit, Facebook zu mehr Engagement gegen rechte Hetze zu verpflichten. Facebook sei ein US-Konzern und habe andere Standards bei der Meinungsfreiheit.

Kulturgeschichte eines Hundes"Der Mops ist ein Selbstdarsteller"

Ein Mops mit Halstuch blickt in die Kamera. (Imago / Future Image)

In Europa habe es schon einmal eine ausgeprägte Mops-Mode gegeben, sagte die Autorin und Literaturkritikerin Katharina Teutsch im DLF. Er sei im Grunde genommen ein komisches Tier, das vor allem an den Adelshöfen zur Unterhaltung der Menschen eingesetzt worden sei. 

GroßbritannienStreit über Fracking wird schärfer

Drei Teilnehmer einer Demonstration gegen das Fracking am 23. Juni 2015 in Preston in England. (Imago / ZUMA Press)

Die britische Regierung macht Druck in Sachen Fracking und hat neue Lizenzen für Probebohrungen in England vergeben. Die betroffenen Gemeinden haben vier Monate Zeit, darüber zu entscheiden. Viel zu wenig, meinen Kritiker. 

USASchüsse, die ein Land verändern könnten

New Yorker Boulevardblätter berichten groß über die tödlichen Schüsse vor laufender Kamera auf zwei Reporter.  (imago / Levine-Roberts)

Nachdem am Mittwoch in den USA zwei Fernsehreporter während eines Live-Interviews erschossen worden waren, werden die Waffenproblematik, die Rassendiskriminierung und die Rolle der neuen Medien diskutiert. 

Flüchtlinge"Die Mehrheit der Menschen wird bleiben"

Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl, spricht am 21.05.2014 bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Thema "Flüchtlinge aus Syrien - woran scheitert eine schnelle Aufnahme?" (picture-alliance / dpa / Christoph Schmidt)

Die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge müssten schneller anerkannt werden, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt im DLF. Die Mehrheit der Menschen werde ohnehin hier bleiben: "Es gibt gute Gründe, sie aufzunehmen und sie zu schützen."

Ausländerfeindlichkeit in Sachsen"Verheerende Auswirkungen" auf den Wissenschaftsstandort

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) (dpa/picture alliance/Matthias Hiekel)

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, Pegida, NPD - dadurch entstehe auch einen enormer Imageschaden für Sachsen, beklagt Eva-Maria Stange. "Das schreckt ausländische Wissenschaftler erheblich ab", so die die sächsische Wissenschaftsministerin.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Gericht  Versammlungsverbot in Heidenau ist rechtswidrig | mehr

Kulturnachrichten

Herta Müller kritisiert Osteuropas Haltung zu Flüchtlingen  | mehr

Wissensnachrichten

Star Wars  Reykjavik kriegt Darth Vader Straße | mehr