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Nukleare Aufrüstung in Asien

Indien testet atomwaffenfähige Interkontinentalrakete

Indien testet eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete
Indien testet eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete (dpa / EPA)

Chinas Nachbarn rüsten ihr Atomarsenal auf. Die asiatische Atommacht Indien hat erstmals eine atomar bestückbare Langstreckenrakete getestet. Sie könnte auch Ziele in Europa und im Nahen Osten treffen. "Indien ist jetzt eine Raketenmacht", sagte ein Sprecher der Regierung. Auch Nordkorea soll solche Raketen getestet haben.

Atomwaffenfähige Interkontinentalraketen besitzen nach gesicherten Erkenntnissen bis dato nur die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates, also die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Nun gehört auch Indien zu diesem exklusiven Club. Das Land ist im Sicherheitsrat derzeit wie Deutschland nichtständiges Mitglied. Unsicher ist, ob auch Israel solche Waffen besitzt.

Indien betont Verteidigungsabsicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Empfang durch Indiens Premierminister Manmohan SinghIndiens Premier Manmohan Singh mit Bundeskanzlerin Merkel (AP)Neu-Delhi verfolgt keinen atomaren Erstschlag und betont stets, die Atomwaffen dienten nur der Abschreckung und Verteidigung. Ministerpräsident Manmohan Singh sprach von einem Meilenstein für die Sicherheit des Landes. Indien wolle ein Gegengewicht zur chinesischen Dominanz in der Region setzen.

Die beiden Länder haben 1962 einen Grenzkrieg geführt und ihre Militärausgaben zuletzt drastisch erhöht. Auch Indiens Erzfeind Pakistan dürfte sich mit dem Test angesprochen fühlen. Neu-Delhi und Islamabad haben seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt.

Der Test der Rakete vom Typ Agni V sei "ein hundertprozentiger Erfolg" gewesen, sagte ein Sprecher des indischen Verteidigungsministeriums. Agni ist Hindi und bedeutet Feuer. "Alle Ziele und Parameter der Mission sind erreicht worden." Mit mehr als 5000 Kilometern Reichweite kann Indien damit ganz China sowie theoretisch auch Ziele in Europa und im Nahen Osten erreichen. Bisher hatten Indiens Raketen eine Reichweite von bis zu 3500 Kilometer.

Weitere Raketentests geplant

Indien testet eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete vom Typ Agni VIndien testet eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete vom Typ Agni VDie Rakete war nach offiziellen Angaben heute früh von einem Testgelände auf einer Insel im Indischen Ozean abgefeuert worden. Sie ist 17 Meter lang und 50 Tonnen schwer und kann einen Nuklearsprengkopf mit einem Gewicht von mehr als einer Tonne tragen. Ihre Entwicklung kostete umgerechnet rund 370 Millionen Euro. Der indische Fernsehsender Times Now zeigt den Raketenstart.

Nach indischen Behördenangaben sind noch mindestens vier weitere Tests nötig, bevor die Langstreckenrakete 2014 oder 2015 in das Waffenarsenal aufgenommen werden kann. "Indien ist heute eine Nation mit der nachgewiesenen Fähigkeit, eine Langstreckenrakete zu entwerfen, zu entwickeln und zu produzieren", sagte der Sprecher.

China reagiert gelassen

China gibt sich unbeeindruckt. "Wir sind nicht Konkurrenten, sondern Kooperationspartner", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Im staatlichen Fernsehsender CCTV wurde der Test als historischer Moment für Indien bezeichnet. Er sei aber "keine echte Gefahr", hieß es. "Indien sollte seine Stärke nicht überschätzen", kommentierte die regierungstreue Zeitung "Global Times".

Kürzlich hatte erst Chinas Nachbar Nordkorea eine Trägerrakete getestet. Nach offiziellen Angaben sollte sie einen Satelliten ins All bringen. Der Test zum 100. Staatsjubiläum scheiterte allerdings. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Empörung auf den Versuch. Die USA, Südkorea und Japan verdächtigen Nordkorea, eine Interkontinentalrakete zu testen, die auch einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Diplomaten rechnen damit, dass Pjöngjang die Raketentests weiter betreiben wird.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

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