Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Nur eine Landeshälfte feiert

20 Jahre Unabhängigkeit für Bosnien-Herzegowina

Nur im Fußball sind die Bosnier geeint: ein begeisterter Fan beim EM-Relegationsspiel gegen Portugal in Lissabon. (picture alliance / dpa /Tiago Petinga)
Nur im Fußball sind die Bosnier geeint: ein begeisterter Fan beim EM-Relegationsspiel gegen Portugal in Lissabon. (picture alliance / dpa /Tiago Petinga)

Bosnien-Herzegowina hat seiner Unabhängigkeitserklärung vor 20 Jahren gedacht. Feiern gab es allerdings nur in dem Landesteil, in dem die muslimische Bevölkerungsmehrheit und die Kroaten leben. Die Serben feierten nicht. Sie drohen schon seit Langem mit einer Abspaltung.

"Die Probleme in Bosnien sind vielschichtig und noch lange nicht gelöst", sagte ARD-Südosteuropa-Korrespondent Andreas-Meier-Feist im Deutschlandradio Kultur. Das Land sei politisch weiter instabil. Dazu kämen die Traumata des Krieges zwischen Serben, Kroaten und Bosniern.

Der Bosnienkrieg begann unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien und dauerte von 1992 bis 1995. Mehr als 100.000 Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende wurden verletzt, weit über zwei Millionen vertrieben.

Noch langer Weg zum EU-Beitritt

Die Wunden des Bürgerkrieges sind bis heute nicht verheilt. Ein Nationalgefühl existiert nicht. Ausländische Investoren bleiben dem Land fern. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 40 Prozent. Der Staat hat kein Geld. Kultureinrichtungen werden geschlossen, erklärte Sabina Wölkner, Leiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sarajevo.

Die Europäische Union mahnt immer wieder Fortschritte an - insbesondere im Kampf gegen die Korruption. Zwar wurde zwischen Bosnien und der EU ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen abgeschlossen. Es gilt als wichtige Vorstufe für den angestrebten Beitritt zur EU. Doch der Weg dorthin wird für Bosnien noch sehr lang werden.

Weitere Beiträge im Deutschlandradio zu Bosnien-Herzegowina:

Kalenderblatt - Vorbote zu einem blutigen Krieg auf dem Balkan

Interview mit Grünhelm-Chef Neudeck - Ein Staat in der Schwebe

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Musikszene

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Alte Musik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

EuropaparlamentKonservativer Tajani zum neuen Präsidenten gewählt

Antonio Tajani von der EVP-Fraktion im Europaparlament. (AFP / FREDERICK FLORIN)

Der Italiener Antonio Tajani wird neuer Präsident des Europaparlaments. Der frühere EU-Industriekommissar gewann die Stichwahl gegen seinen größten Konkurrenten, den sozialistischen Gianni Pittella. Damit setzte sich der Favorit durch - allerdings erst im vierten Wahlgang.

Selbstversuch in Mecklenburg-VorpommernWie klappt die Versorgung auf dem Land?

(Deutschlandradio / Silke Hasselmann)

Brötchen nur bis zehn, Busverkehr auf Zuruf, dafür Internet aus der Glasfaser: Die Gemeinde Tramm in Mecklenburg-Vorpommern schlägt sich wacker angesichts von Strukturwandel und Landflucht.

Eine Stunde FilmNeues von Barney Stinson

Es gibt diese Schauspieler, die durch eine einzige Rolle weltberühmt geworden sind und wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens davon zehren werden. Neil Patrick Harris ist so ein Schauspieler. Heute Abend ist er zu Gast bei Eine Stunde Film.

Big DataMaßgeschneiderter Wahlkampf

Mit Psychometrik, einer Art Daten-gestützter Psychologie, soll es möglich sein, im Wahlkampf jeden Menschen persönlich anzusprechen. Die Firma Cambridge Analytica behauptet, diese Technik im US-Wahlkampf erfolgreich für Donald Trump eingesetzt zu haben. Für die persönlichen Profile wurden öffentliche Facebook- und Twitter-Daten mit gekauften Informationen aus Wählerverzeichnissen und anderen Datenbanken angereichert.

Kolumbien nach dem FriedensvertragVon der FARC-Guerilla zurück in die Gesellschaft

Ein Mann schwenkt eine kolumbianische Fahne. Im Hintergrund ist eine Bühne zu sehen. (picture alliance / dpa / EFE / Pablo Andres Monsalve)

Im Auftrag der kolumbianischen Regierung startete José Miguel Sokoloff 2006 eine Werbekampagne, um Kämpfer der FARC-Guerilla zu ermuntern, aus dem Dschungel zurückzukehren in die Gesellschaft. Aber ganz so einfach wie in der Werbung ist es dann doch nicht.

Erstmals eine Frau an der SpitzeMaria Balshaw wird neue Chefin der britischen Tate-Museen

Millenium Bridge in London. Dahinter die Tate Gallery of Modern Art (kurz Tate Modern). Es ist das weltweit größte Museum für moderne Kunst. (imago)

Maria Balshaw wird neue Generaldirektorin der britischen Tate-Museen. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze einer der einflussreichsten Institutionen der Kunstwelt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Straßburg  Tajani neuer Präsident des Europäischen Parlaments | mehr

Kulturnachrichten

"FAZ"-Rechtsstreit mit Thalia beigelegt  | mehr

Wissensnachrichten

Visafrei Reisen  Mit deutschem Pass kein Problem | mehr