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Nur Sieger im TV-Duell

Schlagabtausch zwischen Kanzler und Kanzlerkandidatin

Die beiden Kontrahenten Angela Merkel, Gerhard Schröder und die Moderatoren Thomas Kausch, Sabine Christiansen, Maybrit Illner und Peter Klöppel (v.l.n.r.). (AP)
Die beiden Kontrahenten Angela Merkel, Gerhard Schröder und die Moderatoren Thomas Kausch, Sabine Christiansen, Maybrit Illner und Peter Klöppel (v.l.n.r.). (AP)

Nach dem TV-Duell zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel haben sich Vertreter von SPD und Union jeweils zufrieden mit dem Ausgang des Streitgesprächs gezeigt. Beide Seiten sahen ihren jeweiligen Kandidaten im Vorteil. In den Umfragen jedoch konnte sich der Amtsinhaber in den meisten Punkten gegen seine Herausforderin durchsetzen.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sagte im Deutschlandfunk, der Verlauf des Streitgesprächs sei eine Ermutigung für die Wahlkämpfer der SPD. Der Auftritt Schröders werde den Aufholprozess der Sozialdemokraten stärken.
Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bezeichnete den Bundeskanzler als klar überlegen. Im Deutschlandradio Kultur meinte Göring-Eckardt zugleich, Schröder hätte Merkel stärker mit energiepolitischen Fragen konfrontieren müssen. SPD-Chef Franz Müntefering versprach sich einen Schub für die Sozialdemokraten.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch kritisierte dagegen, dass Schröder in seinem Abschlusswort nicht auf das Problem der Arbeitslosigkeit eingegangen sei. Merkel habe deutlich gemacht, dass die Auseinandersetzung zwischen den Kandidaten auf Augenhöhe stattfinde, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. CDU-Generalsekretär Volker Kauder erklärte, Merkel habe Inhalt und Tempo der Debatte bestimmt.

CSU-Chef Edmund Stoiber sprach in München von einem Duell "Zukunft gegen Vergangenheit". Die Unions-Kanzlerkandidatin Merkel habe mit Kompetenz und Schlagfertigkeit gepunktet.
Auch FDP-Generalsekretär Dirk Niebel erklärte im Deutschlandradio Kultur, die CDU-Chefin habe die Argumente für eine Wahlentscheidung zugunsten von Union und FDP gesetzt.

Punktsieg für Schröder


Bundeskanzler Gerhard Schröder geht zu Fuß zum Fernsehduell mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. (AP)Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt zu Fuß ins Fernsehstudio. (AP)In ersten Umfragen nach dem TV-Duell gab die Mehrheit der Zuschauer an, Schröder habe besser abgeschnitten. Nach einer repräsentativen Umfrage für die ARD fanden 49 Prozent der Befragten den Amtsinhaber überzeugender, nur 33 Prozent stimmten für Merkel. Bei den Themen Rente, Familie und Außenpolitik schnitt Schröder in der Zuschauergunst besser ab, Merkel hingegen beim Thema Arbeitsmarkt. Auch beim Thema Steuern lag Schröder deutlich mit 49 Prozent vor der CDU-Chefin (38 Prozent). Auch bei der Möglichkeit einer Direktwahl würde sich eine deutliche Mehrheit für Schröder entscheiden, 54 Prozent würden für ihn stimmen, 38 Prozent für Merkel.

Streit um Steuersystem, Ölpreise und Arbeitsmarkt


Die Themen Steuern und Reformen auf dem Arbeitsmarkt hatten das Streitgespräch zwischen Schröder und Merkel bestimmt.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel winkt auf ihrem Weg zum Fernsehduell mit Bundeskanzler Gerhard Schröder. (AP)Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel winkt auf ihrem Weg zum TV-Duell mit dem Kanzler. (AP)Im Mittelpunkt standen die Pläne des Finanzexperten in Frau Merkels Wahlkampf-Team, Paul Kirchhof. Schröder nannte den darin vorgesehenen Einheitssteuersatz und die damit einhergehende Abschaffung aller Ausnahmeregelungen unsozial. Er setzte sich vor allem für die Beibehaltung der steuerfreien Nacht- und Feiertagszuschläge ein. Die CDU-Chefin verteidigte das Konzept und betonte, mit ihm würden Steuern auch tatsächlich gezahlt und nicht durch Vergünstigungen heruntergerechnet. Ziel sei ein einfacheres und gerechtes Steuermodell.

Angesichts der hohen Benzinpreise schlug Merkel eine Senkung der Ökosteuer um drei Cent vor. Schröder kritisierte, eine solche Erleichterung würde von der ebenfalls geplanten Mehrwertsteuererhöhung der Union direkt wieder aufgehoben. Er forderte den Ausbau erneuerbarer Energien.

Beim Thema Arbeitsmarkt verteidigte die CDU-Chefin die Unionspläne zur Lockerung des Kündigungsschutzes. Angesichts von fünf Millionen Erwerbslosen seien innovative Ideen zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen nötig. Der Bundeskanzler verwies auf die Erfolge seiner Sozialreformen, die seit April zu täglich 1500 neuen Arbeitsplätzen geführt hätten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:12 Uhr

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