Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obama: "Die Welt schaut zu"

US-Präsident warnt Syrien vor Chemiewaffeneinsatz

Barack Obama warnt Syrien (AP)
Barack Obama warnt Syrien (AP)

Die Drohung Syriens mit seinem Chemiewaffenarsenal veranlasst Washington zu einer deutlichen Reaktion. Damaskus solle keinen "tragischen Fehler" machen, sagte Präsident Barack Obama.

"Angesichts des Arsenals chemischer Waffen in Syrien werden wir Assad und seinen Anhängern deutlich machen, dass die Welt zuschaut und dass sie von der internationalen Gemeinschaft zur Verantwortung gezogen werden", sagte Barack Obama in Nevada. Ähnliche Worte waren zuvor bereits von Pentagon-Sprecher George Little gekommen. Damaskus solle nicht einmal im Ansatz darüber nachdenken Chemiewaffen einzusetzen, meinte Little.

Ein Sprecher des syrischen Außenministeriums hatte gestern den Einsatz von chemischen Kampfstoffen gegen "ausländische Aggressoren" nicht ausgeschlossen. Gegen die eigenen Bürger werde man sie aber niemals einsetzen. Die Äußerungen bieten Raum für Interpretationen, denn die syrische Führung macht für die Kämpfe im Land stets vom Ausland unterstützte Terroristen verantwortlich.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht in Assad weiter eine Gewähr für Stabilität im Land. Im Falle eines Sturzes von Assad drohe ein langanhaltender Bürgerkrieg, sagte Putin. Er werde seinen Widerstand gegen Sanktionen oder Militärinterventionen nicht aufgeben. Regierung und Opposition in Syrien rief er zu Verhandlungen über ein Ende der Gewalt auf.

Die Kämpfe in Syrien gingen unterdessen weiter. Gestern wurden aus Damaskus und der Millionenstadt Aleppo wieder Schusswechsel gemeldet. Der Irak öffnete seine Grenze zu Syrien für Flüchtlinge.

EU-Innenminister befürchten Flüchtlingswelle

Die Europäische Union könnte sich schon bald einem Flüchtlingsstrom aus Syrien gegenüber sehen. Das erklärte die EU-Ratsvorsitzende, die zyprische Innenministerin Eleni Mavrou, bei einem Treffen mit ihren europäischen Amtskollegen in Nikosia. Noch seien vor allem die Nachbarländer Syriens von dem Flüchtlingsproblem betroffen. Das könne sich aber rasch ändern, wenn die Versorgung dort nicht mehr gelinge. Nach UNO-Schätzungen haben mehr als 100.000 Syrer das Land bereits verlassen. Auch auf die Flucht von westlichen Ausländern bereitet man sich in Zypern vor. Rund 200.000 Menschen könnten vorübergehend auf der Insel aufgenommen werden, sagte Mavrou. Zypern ist nur rund 100 Kilometer von der syrischen Küste entfernt.

Auch für die Flüchtlinge in Syrien selbst ist nach Ansicht des Deutschen Roten Kreuzes die Lage besorgniserregend. Inzwischen seien allein in der Gegend um Damaskus rund 60 Schulen in Notunterkünfte umgewandelt worden, sagte der Präsident der Organisation, Rudolf Seiters, im Deutschlandfunk. Die Situation für die mehr als 10.000 Flüchtlinge dort sei katastrophal. Die einzige Hilfsorganisation vor Ort sei der syrische Rote Halbmond, so Seiters.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:30 Uhr Schlaglichter

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Fahrt ins Blaue Russlands Traum von der Eroberung der Arktis

Übersicht über die russische Hafenstadt Murmansk auf der Halbinsel Kola, aufgenommen am 17.8.2000. (picture-alliance / dpa / Alexander Nemenov)

1,2 Millionen Quadratkilometer Polarmeer und Milliarden Tonnen Öl und Gas aus den Tiefen der Arktis: Das ist die Vision des Kreml, um Russland auf Jahrzehnte hin den Status einer Energiegroßmacht zu sichern. Im August 2014 hat die russische Regierung bei den Vereinten Nationen den Anspruch auf weite Gebiete rund um den Nordpol untermauert.

Flüchtlingsandrang bei den Tafeln"Es wird eine Lebensmittel-Obergrenze geben"

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter gibt am 30.12.2015 in Flensburg (Schleswig-Holstein) im Verteilraum der Flenburger Tafel Lebensmittel unter anderem an syrische Asylbewerber aus. Foto: Markus Scholz/dpa (zu dpa: " Unter meiner Leitung gibt es keinen Aufnahmestopp" vom 15.01.2016) (picture alliance / dpa / Markus Scholz)

250.000 Flüchtlinge sind Kunden der Tafeln in Deutschland - mancher Stammkunde sieht darin eine unliebsame Konkurrenz um knappe Lebensmittel. Man werde dennoch niemanden aufgrund seiner Herkunft oder Religion ausschließen, sagt der Vorsitzende des Tafelverbandes.

Kottbusser Tor in Berlin-KreuzbergAnwohner wehren sich gegen zunehmende Kriminalität

Blick auf die U-Bahnstation "Kottbusser Tor" in Berlin-Kreuzberg (picture alliance / dpa / Foto: Soeren Stache)

Kreuzberg wurde lange "Klein Istanbul" genannt und gehört mittlerweile zu den angesagtesten Bezirken Berlins. Immer mehr Touristen besuchen den Stadtteil. Der hat aber auch eine dunkle Seite, die Gewerbetreibende und Anwohner rund um die U-Bahnstation Kottbusser Tor stark beunruhigt. Eine Bürgerinitiative will das jetzt ändern.

Strategien gegen ObsoleszenzWarum Technik schnell kaputtgeht

Waschmaschinen in einem Waschsalon in Paris (AFP/Loic Venance)

Die Verschwörungstheorie ist simpel: Die Nachfrage nach neuen Waren soll künstlich angefeuert werden. Dazu lassen Hersteller Produkte, etwa ein Telefon, schneller als eigentlich nötig altern oder kaputt gehen. Stimmt das? Anzeichen dafür gibt es jedenfalls.

Das neue Cabaret Voltaire"Eine Bühne für die Obsessionen"

Adrian Notz, Direktor des 2004 neu eröffneten Cabaret Voltaire in Zürich. Hier nahm der Dadaismus vor 100 Jahren, am 5.2. 1916, seinen Anfang. Notz hält einen von Dada-Künstler Hans Arp gestalteten Geldschein hoch.. (picture alliance/dpa/Thierry Gachon)

Das Cabaret Voltaire ist tot - es lebe das Cabaret Voltaire! 2004 wagte Adrian Notz den Neuanfang der Kleinkunst-Bühne, die vor 100 Jahren die Keimzelle des Dadaismus war. Oft habe in den vergangenen Jahren ein scharfer politischer Gegenwind geweht, sagt Notz.

TierschutzKostüm im Affenhaus verboten

Es klingt wie eine Scherzmeldung, ist aber gut gemeinter Schutz für die Tiere: In drei Zoos in Nordrhein-Westfalen gibt es gerade besondere Auflagen: Kein Zugang mit Kostüm - weil sich die Tiere sonst erschrecken könnten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Außenministertreffen  Streit über stärkeren Grenzschutz auf Balkan | mehr

Kulturnachrichten

Ai Weiwei verhüllt Tierkreis-Skulptur in Rettungsdecken  | mehr

Wissensnachrichten

Entsalzung  Batterie macht Süßwasser | mehr