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Obama mahnt Amerikaner zur Einheit

Rede bei Trauerfeier nach Anschlag in Tucson

Barack Obama bei der Trauerfeier in Tucson (AP)
Barack Obama bei der Trauerfeier in Tucson (AP)

Bei seiner Trauerrede für die Amoklauf-Opfer in Arizona hat Barack Obama seine Landsleute zur Geschlossenheit aufgerufen. "Unsere Art miteinander zu reden, muss heilen, nicht weiter verwunden", sagte der US-Präsident.

In einer Sporthalle der Universität von Arizona gedachte Obama vor 14.000 Zuhörern der Opfer des Tucson-Anschlags. Ein Attentäter hatte am Samstag sechs Menschen getötet und die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords durch einen Kopfschuss schwer verletzt.

Trost und Versöhnung - das waren die Anliegen, mit denen Obama nach Tucson gekommen war. Der Präsident warnte seine Landsleute davor, den Anschlag als Vorwand zu nutzen, um erneut aufeinander loszugehen. Angesichts einer stark polarisierten Streitkultur müsse das Land nun innehalten. "Unsere Art miteinander zu reden, muss heilen, nicht weiter verwunden", sagte Obama.

Der Präsident berichtete auch von einem Besuch bei Giffords im Krankenhaus unmittelbar vor seine Rede. Kurz darauf habe die Abgeordnete erstmals wieder die Augen geöffnet, sagte Obama. Die Gäste der Trauerfeier reagierten auf diese Nachricht begeistert. Obamas Worte wurden mehrfach mit stehenden Ovationen gefeiert (mp3-Audio).

Kurz nach dem Attentat war in den USA eine Debatte über die politische Kultur entbrannt. Anhänger der Demokraten bezichtigten die Republikaner, mit aggressiver Rhetorik und Kriegsmetaphern die Atmosphäre zu vergiften. Besonders die ehemalige Kandidatin der Republikaner für das Amt der Vizepräsidentin, Sarah Palin, geriet in den Fokus der Kritik.

Der ehemalige amerikanische Botschafter in Deutschland, John Kornblum, rechnet nach dem Attentat mit einer künftig eher gemäßigten Politik der Republikaner. Wegen des Stimmungswandels nach der fanatischen Attacke könnten die Republikaner nicht länger so aggressiv ihre Ziele angehen wie bisher, sagte Kornblum im Interview mit Deutschlandradio Kultur.

Mehr zum Thema:

"Es ist also sicherlich so, dass Frau Palin da Geister gerufen hat" - Ex-Sprecher des Präsidentschaftskandidaten McCain zum Attentat von Tucson

"Wir sind das Mekka der Vorurteile und des Fanatismus" - Sechs Tote bei Attentat auf demokratische Abgeordnete in Arizona

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

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