Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obama spricht zum Tod Trayvon Martins

Präsident beklagt Diskriminierung von Afroamerikanern

Bürgerrechtler in den USA protestieren gegen das Urteil. (picture alliance / dpa / Gerardo Mora)
Bürgerrechtler in den USA protestieren gegen das Urteil. (picture alliance / dpa / Gerardo Mora)

Knapp eine Woche nach dem Prozess um den getöteten schwarzen Teenager Trayvon Martin hat sich US-Präsident Barack Obama überraschend zum Fall geäußert. Er klagte über Rassismus in seinem Land und sprach über eigene Erfahrungen.

"Das hätte ich vor 35 Jahren sein können" – mit diesen Worten hat Barack Obama zum Tod des Teenagers Trayvon Martin Stellung genommen. Afroamerikaner erfülle der umstrittene Freispruch des Todesschützen George Zimmerman auch deshalb mit Schmerz, weil sie eine "Reihe von Erfahrungen" gemacht hätten, sagte Obama in seiner Rede gestern im Weißen Haus.

Furcht vor schwarzen Männern

Im August 2012 hat er eine "rote Linie" gezogen: US-Präsident Barack Obama (pa / dpa / Bloomberg)US-Präsident Barack Obama hat sich zum Tod des farbigen Teenagers geäußert. (pa / dpa / Bloomberg)Schwarze Männer seien es gewohnt, dass man sich vor ihnen fürchte, sagte der erste dunkelhäutige Präsident der USA. "Es gibt sehr wenige afroamerikanische Männer, die nicht selbst die Erfahrung gemacht haben, dass sie hörten, wie Autoschlösser verriegelt wurden, während sie auf der Straße liefen. Das ist mir passiert - zumindest bevor ich Senator wurde. Es gibt sehr wenige Afroamerikaner, die nicht die Erfahrung gemacht haben, dass, wenn sie in einen Aufzug stiegen, eine Frau ihre Handtasche umklammerte und nervös die Luft anhielt, bis sie aussteigen konnte. Das passiert häufig."

Sein tiefes Mitgefühl drückte Obama den Angehörigen Trayvon Martins aus: "Ich kann mir nur vorstellen, was sie gerade durchmachen, und es ist bemerkenswert, wie sie damit umgegangen sind." Der unbewaffnete Trayvon Martin war im Februar 2012 von George Zimmerman, der einer Bürgerwehr in Florida angehört, erschossen worden. Eine Jury am Gericht hatte Zimmerman vom Vorwurf des Mordes und Totschlags freigesprochen. Der umstrittene Prozess sei aber professionell abgelaufen und an dem Urteil sei nicht zu rütteln, machte Obama in seiner Rede deutlich.

Bürgerrechtler kündigen Proteste an

Für heute sind in mehreren amerikanischen Städten Proteste angekündigt. Bürgerrechtler wollen die Regierung dazu bewegen, den Fall als Zivilprozess neu aufzurollen. Die Bürgerrechtsbewegung "National Action Network" kündigte an, in 100 US-Städten zu demonstrieren.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Gesetze "aus dem Geist der Wildwestzeit" - Linken-Politiker Bartsch zeigt sich entsetzt über Trayvon-Martin-Prozess
US-Justizministerium prüft neue Anklage gegen Zimmerman - Freispruch im Trayvon-Martin-Prozess sorgt für Empörung
"Sie müssen in den USA ganz oft Ihre 'Rasse' angeben" - Für Ilija Trojanow ist der Rassismus in den USA allgegenwärtig

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:14 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Historische Aufnahmen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Chormusik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Bedrohte Religionspädagogin KaddorIhr Weckruf darf nicht ungehört verhallen

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. (pa/dpa/Schindler)

Lamya Kaddor wird nach Veröffentlichung ihres Buch, in dem sie eine Bringschuld der deutschen Gesellschaft hinsichtlich Integration fordert, mit Morddrohungen konfrontiert. Die muslimische Religionspädagogin zeige Mut, mit deutlichen Worten ihre Betroffenheit zu schildern und formuliere einen längst überfälligen Weckruf, meint Rainer Burchardt.

UNO-GeneralsekretärDer unmöglichste Job der Welt

Ban Ki Moon redet am Pult im Weltsaal des UNO-Hauptquartiers in New York (picture alliance / dpa / Jason Szenes)

Im Dezember endet die Amtszeit von Ban Ki Moon. Viele wünschen sich endlich eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen, aber trotz mehrerer qualifizierter Kandidatinnen stehen die Chancen dafür wieder schlecht.

Chaos und Korruption in SüdafrikaRegierungspartei ANC in der Krise

Präsident  Jacob Zuma spricht mit einem Helfer in einem Wahllokal in Nkandla.  (dpa picture alliance / EPA/ELMOND JIYANE)

Bei den Kommunalwahlen in Südafrika Anfang August hat die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) das schlechteste Wahlergebnis seit 20 Jahren eingefahren. Es war ein Denkzettel für die Regierung von Präsident Jacob Zuma und dessen korruptes Machtsystem. Die Dominanz der ehemaligen Befreiungsbewegung aber ist im Land gebrochen.

Der Nazi-WestwallWildkatzen und Militärmuseen

Eine Panzersperre aus Beton des ehemaligen Westwalls (picture alliance/dpa/Foto: Horst Ossinger)

Hitlers "Westwall" war eine 630 Kilometer lange, kilometertiefe Bunker-Landschaft mit unterirdischen Stollen und Panzerhöckern. Vier Bundesländer teilen sich heute die Relikte − allenthalben wird über das sperrige Erbe und Geschichtsklitterung gestritten.

Herbstlaub richtig entsorgenBiotonne oder Kompost

Frau fegt Laub in Richtung der Kamera. (dpa/picture alliance/Sebastian Kahnert)

Jedes Jahr im Herbst heißt es aufs Neue: Wohin mit dem Laub, das auf Wegen und Wiesen liegt? Kann es da bleiben oder muss es entsorgt werden? Praktisch ist die Kompostierung im eigenen Garten. Ansonsten gehören die alten Blätter in die Biotonne.

HomöopathieDer Streit um die Globuli

Globuli auf einem grünen Blatt. (picture alliance / perschfoto)

Seit Jahren tobt eine Auseinandersetzung über den Nutzen von Homöopathie. Was fasziniert Ärzte an der Homöopathie, dass sie diese in ihr Programm aufnehmen? Haben die Methoden, die sich Samuel Hahnemann vor 200 Jahren ausdachte, eine Berechtigung in Arztpraxen?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundestag  Parlamentarier stimmen für neue Anti-Terror-Mission | mehr

Kulturnachrichten

Philipp Demandt übernimmt Frankfurter Museen  | mehr

Wissensnachrichten

Thailand  Kein Handel mehr mit Seepferdchen | mehr