Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obama: "USA haben das Beste noch vor sich"

US-Präsident wiedergewählt, Romney gratuliert

Obama hält seine Siegesrede (picture alliance / dpa/ Tannen Maury)
Obama hält seine Siegesrede (picture alliance / dpa/ Tannen Maury)

Barack Obama hat sich in Chicago vor jubelnden Anhängern zum Sieger der US-Präsidentschaftswahl erklärt. Herausforderer Mitt Romney gestand seine Niederlage ein und wünschte Obama Erfolg für die neue Amtszeit.

In einer Siegesrede rief der alte und wohl neue US-Präsident die Amerikaner zu Einigkeit auf. "Wir haben hart gekämpft, aber nur, weil uns dieses Land so wichtig ist", sagte Obama in der Wahlkampfzentrale der Demokratischen Partei in Chicago. Er wolle mit den Republikanern beraten, in welchen Bereichen eine Zusammenarbeit möglich sein könne - daran scheiterte er in seiner ersten Amtszeit; das Land gilt als tief gespalten. An die Anhänger beider Parteien gerichtet sagte Obama: "Ob ihr in den letzten Wochen ein Romney-Plakat oder ein Obama-Plakat getragen habt - ihr habt etwas bewegt."

Die Fernsehsender CNN, MSNBC und Fox News melden übereinstimmend, dass sich Obama in mehreren "Swing States" durchsetzen konnte, darunter in Ohio, das von vielen Beobachtern als besonders relevanter Wechselwähler-Staat gesehen wird. Mindestens 303 Wahlmänner-Stimmen gehen an Obamas Lager. Erforderlich wären mindestens 270 gewesen. Die aktuellen Ergebnisse liefert unser Live-Ticker zur US-Wahl.

Obama bedankte sich erst bei seinen Unterstützern im Internet: "Das war kein Schicksal und es war kein Zufall. Sie haben das bewirkt." Danach ging er auf die Bühne in Chicago und feierte seinen erwarteten Sieg. "Obwohl unser Weg lang und hart war, haben wir uns aufgerappelt", sagte Obama, begleitet von anhaltenden Jubelrufen. "Wir haben zurückgekämpft. Und in unseren Herzen wissen wir, dass die Vereinigten Staaten von Amerika das Beste noch vor sich haben." Hier die vollständige Siegesrede:



Glückwünsche kamen bereits von zahlreichen Staats- und Regierungschefs. Auch Mitt Romney, der unterlegene Herausforderer, gratulierte. "Ich habe soeben Präsident Obama angerufen, um ihm zu seinem Sieg zu gratulieren", sagte Romney in seinem Wahlkampfhauptquartier in Boston. Die dort versammelten Anhänger der Republikanischen Partei applaudierten, als Romney ihnen für ihre Unterstützung dankte. "Ich bete dafür, dass der Präsident unsere Nation erfolgreich lenken wird", so der gläubige Mormone.

"Mitt Romney ist es nicht gelungen, einen 'Stein aus der Mauer' der Staaten des Mittleren Westens herauszubrechen", analysiert unser Korrespondent Jasper Barenberg in Hinblick auf eine der Hochburgen der Demokraten. Deutsche Politiker und Beobachter wie der frühere US-Botschafter in Berlin, John Kornblum, weisen auf die anspruchsvolle Agenda für den neuen alten Präsidenten hin.

"The Winner Takes It All"

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gesteht Niederlage gegen Obama ein (picture alliance / dpa / CJ Gunther)Mitt Romney gesteht Niederlage gegen Obama ein (picture alliance / dpa / CJ Gunther)Entscheidend sind im amerikanischen Wahlsystem nicht die Wählerstimmen, sondern die Stimmen der Wahlleute eines Bundesstaates - sie werden über die Bundesstaaten vergeben. Wer in einem Staat die meisten Stimmen erhält, bekommt alle Wahlleute zugesprochen, während der Verlierer leer ausgeht. Für den Wahlsieg benötigt ein Bewerber mindestens 270 Wahlleute.

Etwas im Schatten der Präsidentenwahl fand gleichzeitig die Kongresswahl statt. Das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Kammern wird entscheidenden Einfluss darauf haben, wie effektiv der Mann im Weißen Haus regieren kann. Es zeichnet sich ab, dass der Senat knapp in der Hand der Demokraten bleibt, während die Republikaner das Repräsentantenhaus halten dürften.

Mehr zum Thema:

Live-Ticker zur US-Wahl
Die US-Wahl in den Programmen des Deutschlandradios
Eindrücke aus dem Wahlkampf-Hauptquartier der Demokraten von unserer Korrespondentin Sabine Müller in Chicago
Die US-Wahl in Tweets und Blogs - Philip Banse ordnet die Wahl im Internet ein

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:35 Uhr Forschung aktuell

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Jemen"Mittlerweile ist der Krieg im Süden für beendet erklärt"

Ein Kämpfer der schiitischen Huthi-Rebellen sitzt am 05.12.2017 in Sanaa (Jemen) in einem Pick-up Truck, der auf der Straße patrouilliert, die zum Haus von Jemens Ex-Präsident Saleh führt.  (dpa / picture alliance / Hani Al-Ansi)

Der Journalist Oliver Ramme ist der einzige Journalist, der aktuell aus dem Süden des Jemen berichten kann. "Die Lage hat sich weitestgehend entspannt", sagte Ramme im Dlf. Der Krieg sei fast überall vorbei. Allerdings würde die wirtschaftliche Lage die Menschen stark beschäftigen und Misstrauen in der Bevölkerung schüren.

Klassische Musik in der Krise?"Das Opernpublikum läuft davon"

Szene aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" im Deutschen Nationaltheater in Weimar − ein Klassiker seit Goethes Zeiten (dpa / picture alliance / Martin Schutt)

Mit dem Buch "Klassikkampf" attackiert der Konzertagent Berthold Seliger gleich mehrere Gegner: das bildungsbürgerliche Publikum, die Opernhäuser, die Politik und die Schulen, an denen wir "fast musikalischen Analphabetismus kreieren". Im Gespräch verteidigt Seliger seine Generalabrechnung.

Streikrecht für Beamte"Niemand wird gezwungen, Beamter zu werden"

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Ulrich Silberbach, spricht am 08.01.2018 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Jahrestagung.  (dpa / picture alliance / Oliver Berg)

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt aktuell über das Streikrecht von Beamten. Ulrich Silberbach, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, lehnte Warnstreiks von Lehrern kategorisch ab. Arbeitsniederlegungen von Beamten würden zu heillosem Chaos im öffentlichen Dienst führen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Sturmtief "Friederike"  Bahn stellt Fernverkehr bundesweit ein | mehr

Kulturnachrichten

Deichtorhallen sagen Bruce-Weber-Schau ab | mehr

 

| mehr