Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obama verurteilt den "zerstörerischen Akt"

Weltweite Empörung über geplante Koran-Verbrennung

Terry Jones ruft zur Koran-Verbrennung auf.
Terry Jones ruft zur Koran-Verbrennung auf.

US-Präsident Barack Obama hat den radikalen Pastor Terry Jones aufgefordert, auf den "zerstörerischen Akt" zu verzichten. Eine kleine Christengruppe in den USA plant eine Koran-Verbrennung am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September.

Im Interview mit dem Sender ABC warnte Obama, die vorgesehene Verbrennung könne "schwerwiegende Gewalt" gegen amerikanische Soldaten in Pakistan und Afghanistan auslösen. Er mahnte außerdem, die Aktion wäre ein regelrechter "Rekrutierungsschlager für Al-Kaida" und würde der Terrororganisation neue Mitglieder in die Arme treiben.

Schon zuvor gab es weltweit ablehnende Reaktionen und Empörung über die geplante Aktion. Die Vereinten Nationen teilten mit, ein solches Vorgehen wäre abscheulich. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Pläne als respektlos und abstoßend.

Die Gruppe fundamentalistischer Christen aus Gainesville mit etwa 30 Mitgliedern will zum am 9/11-Jahrestag Koran-Exemplare verbrennen. Pastor Terry Jones, der die kleine Gemeinde leitet, hatte gestern im US-Fernsehen erklärt: "Ja, wir sind weiter entschlossen, es zu tun." Seine Gemeinde wolle damit Muslime in den USA warnen. "Sie müssen wissen, dass sie sich in Amerika an die Gesetze und die Verfassung halten müssen und uns nicht langsam ihre Vorstellungen aufzwingen können."

Der christliche Fundamentalist Terry Jones war 20 Jahre der Leiter einer Erweckungsbewegung in Köln und hetzte dort gegen den Islam. Er soll als Reaktion auf seine Ankündigung mehr als 100 Todesdrohungen bekommen haben.

Reaktionen auf die geplante Koran-Verbrennung
Proteste in Afghanistan gegen die Ankündigung von Pastor Terry Jones (AP)Proteste in Afghanistan gegen die Ankündigung von Pastor Terry Jones (AP) Wegen der angekündigten Koran-Verbrennungen in Florida forderte die US-Regierung ihre Botschaften zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen auf. Das Außenministerium erklärte in Washington, zudem sollten in Ländern, in denen anti-amerikanische Proteste zu erwarten seien, Warnhinweise an US-Bürger ausgegeben werden.

Auch der Oberkommandierende der US-Truppen in Aghanistan, David Petraeus, rechnet damit, dass Extremisten die Aktion für ihre Propaganda ausnutzen werden. Der oberste Kommandeur des Bundeswehrkontingents in Afghanistan, Hans-Werner Fritz, warnte gegenüber "Spiegel Online" vor möglichen Racheakten gegen deutsche und andere ISAF-Soldaten.

"Syndrom der Kränkung und Dauer-Beleidigtsein"

Zwar erwartet der Politologe Hamed Abdel-Samad als Reaktion auf die geplante Koran-Verbrennung eines evangelikalen Priesters in den USA "auf jeden Fall Wut und Demonstrationen". Langfristig hofft er aber, dass die islamische Welt ihre Energien positiver investiert.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:10 Uhr Das Feature

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Eine Stunde Liebe

Aus unseren drei Programmen

Parteitag der KonservativenTheresa May unter Druck

Die neue britische Premierministerin Theresa May bei ihrer ersten Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street Nr. 10. (picture alliance / dpa / Andy Rain)

Maßvolles Vorgehen oder der radikale Schnitt? Der Brexit wird das zentrale Thema auf dem am Sonntag beginnenden Parteitag der konservativen Tories in Birmingham sein. Brexit-Befürworter Außenminister Boris Johnson forciert den Beginn der EU-Austrittsverhandlungen – und setzt so die Premierministerin und Parteivorsitzende Theresa May unter Druck.

Heiner Geißler über CDU/CSU-Vorstoß"Dieser Aufruf liegt völlig daneben"

Der langjährige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (picture-alliance / dpa / Peter Steffen)

Die CSU und Sachsens CDU haben einen "Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur" verfasst. Damit wollen sie reagieren auf "gesellschaftlicher Unruhe". Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler kritisiert Aussagen dieses Papiers: Es fordere, Gesinnungen statt Werte hochzuhalten.

Regierungsbericht zum Stand der Einheit"Mehrheit der Ostdeutschen ist nicht fremdenfeindlich"

Rund eine Million Menschen feierten in der Nacht zum 3.10.1990 in Berlin - wie hier vor dem Reichstagsgebäude - die wiedergewonnene deutsche Einheit. (Wolfgang Kumm, dpa picture-alliance)

Im Regierungsbericht zum Stand der deutschen Einheit ist von einer Zunahme der rechtsextremen Überfälle die Rede. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, betonte, dass die Mehrheit der Ostdeutschen nicht ausländerfeindlich sei. Doch das sei leider "eine zum Teil schweigende Mehrheit."

Deutsche BankAmerika will sich offenbar "der letzten deutschen Bank entledigen"

Der Ökonom Max Otte (dpa / picture-alliance / Erwin Elsner)

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist erstmals in der Unternehmensgeschichte unter zehn Euro gerutscht. Der Finanzwissenschaftler Max Otte sagte im Deutschlandfunk, die Probleme der Bank seien zum Teil ein Ergebnis von internationalem Druck, vor allem aus den USA. Die Vereinigten Staaten übten "Erpressungsmacht" aus.

ESA-SONDE ROSETTAEin Weltraumabenteuer in drei Akten

Zwölf Jahre war Raumsonde Rosetta für uns im All. Endlich erreicht sie nach sieben Milliarden Kilometern den Kometen Tschuri - und wird ihre Arbeit für immer beenden. Aber bis zum letzten Moment, soll sie uns mit Bildern und Informationen versorgen.

Bestsellerautor Bernhard Schlink"Ich schreibe sogar gerne Einkaufszettel"

Bernhard Schlink am 16. Juni 2016 bei einer Lesung in Barcelona (dpa / picture alliance / Marta Perez)

Mit "Der Vorleser" wurde Bernhard Schlink vor über 20 Jahren auf einen Schlag berühmt. Der Bestsellerautor spricht mit uns über seine Liebe zum Schreiben und seine Zeit als Student während der 68er-Bewegung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO  Ausschuss soll Angriff auf Hilfskonvoi in Syrien untersuchen | mehr

Kulturnachrichten

Literaturnobelpreis-Bekanntgabe erst am 13. Oktober  | mehr

Wissensnachrichten

Raumsonde  Rosettas letztes Bild | mehr