Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obama will Afghanistan-Krieg "verantwortungsvoll" beenden

Tote bei Anschlägen nach Überraschungsbesuch

US-Präsident Barack Obama am Militärstützpunkt in Bagram, Afghanistan (picture alliance / dpa / Kevin Lamarque)
US-Präsident Barack Obama am Militärstützpunkt in Bagram, Afghanistan (picture alliance / dpa / Kevin Lamarque)

Ein Jahr nach der Tötung von Terrorchef Osama bin Laden hat US-Präsident Barack Obama die Endphase des Krieges in Afghanistan eingeläutet. Bei einem Überraschungsbesuch unterzeichnete er mit seinem Amtskollegen Hamid Karsai ein Partnerschaftsabkommen für die Zeit nach dem Abzug. Kurz nach dem Besuch erschütterten Anschläge die Hauptstadt Kabul.

<p><papaya:link href="http://www.whitehouse.gov/blog/2012/05/01/president-obama-ending-war-afghanistan" text="&quot;Unsere Truppen kommen nach Hause&quot;" title="US-Präsident Obama über die Lage in Afghanistan" target="_blank" />, verspricht US-Präsident Barack Obama im heimischen Fernsehen den Zuschauern, von denen er im Herbst wiedergewählt werden will. Vor gepanzerten Militärfahrzeugen kündigt Obama den Abzug von 23.000 Soldaten bis zum Ende des Sommers an.<br /><br />Sein unangekündigter Blitzbesuch im <papaya:link href="http://www.bagram.afcent.af.mil/" text="Luftwaffenstützpunkt Bagram" title="Luftwaffenstützpunkt Bagram" target="_blank" /> ist symbolträchtig: Vor genau einem Jahr hatte der US-Präsident Soldaten "von einem Stützpunkt hier in Afghanistan" losgeschickt mit dem Befehl, Amerikas Staatsfeind Nummer eins, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204067" text="Terrrorchef Osama bin Laden, zu töten" alternative_text="Terrrorchef Osama bin Laden, zu töten" />. Obamas republikanischer Rivale Mitt Romney warf dem US-Präsidenten vor, die Tötung Bin Ladens für den Wahlkampf zu missbrauchen.<br /><br /></p><p><strong>Obama hält an Abzugsplänen fest</strong></p><p>Sein Ziel, das Terrornetzwerk Al-Kaida dauerhaft zu zerschlagen, sei "zum Greifen nah", sagte Obama. Er wolle trotz der Kritik an seinem Zeitplan festhalten, bis 2014 den Afghanen das Sicherheitskommando zu übergeben. "Ich verstehe, dass viele Amerikaner des Krieges müde sind", sagte der US-Präsident in seiner Rede an die Nation. "Ich will Amerikaner nicht einen Tag länger in Gefahr belassen, als es absolut notwendig für unsere innere Sicherheit ist. Aber wir müssen den Job erledigen, den wir in Afghanistan begonnen haben und diesen Krieg verantwortungsvoll beenden."<br /><br />Mehr als zwei Drittel der Amerikaner wollen Umfragen zufolge so schnell wie möglich ein Ende des Einsatzes - auch weil US-Soldaten <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="159488" text="Leichen schändeten" alternative_text="Leichen schändeten" /> oder <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="205198" text="Amok liefen" alternative_text="Amok liefen" />.<br /><br /><object style="height: 390px; width: 462px"><param name="movie" value="https:www.youtube.com/v/5l4TsjAKp18?version=3&feature=player_embedded"><param name="allowFullScreen" value="true"><param name="allowScriptAccess" value="always"><embed src="https:www.youtube.com/v/5l4TsjAKp18?version=3&feature=player_embedded" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="allowfullscreen"="true" allowScriptAccess="always" width="462" height="360"></object><br /><br />Der US-Präsident unterzeichnete dazu mit seinem Amtskollegen Hamid Karsai ein Abkommen für eine "dauerhafte Partnerschaft". Es vereinbart die Zusammenarbeit beider Länder für die nächsten zehn Jahre. Darin geht es vor allem um den weiteren Kampf gegen Terrorismus, die Demokratisierung des Landes und Menschenrechte.<br /><br />Das Abkommen "sendet eine klare Botschaft an das afghanische Volk", sagte Obama. "Wenn Sie dafür einstehen, werden Sie nicht alleine stehen." Afghanistans Präsident Karsai sagte, der Pakt besiegele eine "gleichwertige Partnerschaft". Angaben zur Truppenstärke oder Finanzhilfe gibt es nicht, aber die Zusage, dass US-Soldaten im Land sein dürfen. US-Regierungsvertreter hatten erklärt, bis zu 20.000 Soldaten würden nach 2014 bleiben.<br /><br /></p><p><strong>Tote bei Anschlägen nach Obama-Besuch</strong></p><p><papaya:media src="b3ce9c421381da0cfad9b13273afe722" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Ein Selbstmord-Attentäter zündete sich und sein Auto vor einem Kabuler Gästehaus in die Luft" popup="yes" />Wenige Stunden nach Obamas Abreise wurden in der Hauptstadt Kabul mindestens acht Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet, mehr als 17 verletzt. Außerdem waren mehrere Explosionen und Schüsse in der Nähe eines Gästehauses für Ausländer zu hören. Dort sind auch deutsche Polizisten untergebracht, die afghanische Sicherheitskräfte ausbilden.<br /><br />Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Sie lehnen das unterzeichnete Partnerschaftsabkommen ab. Die Taliban-Miliz, die bis zum Krieg große Teile Afghanistans kontrolliert hatte, könne an der Zukunft des Landes beteiligt werden, sagte Obama, aber nur wenn sie "der Gewalt abschwören und afghanisches Recht befolgen". Ein Taliban-Sprecher sagte: "Afghanen mögen keine Invasoren, und sie müssen dieses Land verlassen."<br /><br /></p><p><strong>Jetzt "Amerika erneuern"</strong></p><p>Sechs Monate vor der US-Präsidentschaftswahl erklärte Obama, sich in der nächsten Legislaturperiode stärker um heimische Probleme kümmern zu wollen. Nach einem Jahrzehnt der Konflikte im Ausland sei es nun an der Zeit, "Amerika zu erneuern".<br /><br />Er wolle dafür sorgen, dass "unsere Kinder frei von Angst leben und die Fähigkeiten besitzen, ihre Träume zu leben", sagte Obama. "Ein vereintes Amerika voller Mut und Ausdauer, wo Sonnenstrahlen zwischen neu emporsteigenden Hochhäusern in Manhatten schimmern."</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Klassik-Pop-et cetera

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Sonderabgabe für Kohlekraftwerke Laschet: "Das ist nicht durchdacht"

Der Vorsitzende der CDU in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. (dpa/Martin Gerten)

Mit der von Sigmar Gabriel geplanten Sonderabgabe für alte Kohlekraftwerke missachte der Bundeswirtschaftsminister den Koalitionsvertrag, sagte Armin Laschet im Deutschlandfunk. Der CDU-Vorsitzende von Nordrhein-Westfalen prognostizierte, dass dann der Erlös von RWE dahinschmelze. 

Neuer Roman von Siri HustvedtIm Korsett Frau fast erstickt

Die US-amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt posiert am 15. November 2011 in Barcelona. (picture alliance / dpa / Alejandro Garcia)

Der neue Roman von Siri Hustvedt "Die gleißende Welt" spielt in der New Yorker Kunstwelt. Im Fokus eine begabte Künstlerin, die Ehefrau eines Kunsthändlers ist, lange ihr Licht unter den Scheffel stellt, sich versucht daraus zu befreien, scheitert und zerbricht.

PolenEx-Außenminister Bartoszewski gestorben

Wladyslaw Bartoszwski spricht in ein Mikrofon vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos. (picture alliance / dpa / Jakub Kaminski)

Polens ehemaliger Außenminister Wladyslaw Bartoszewski ist am Freitag im Alter von 93 Jahren gestorben. Der ehemalige Auschwitz-Häftling galt als einer der Wegbereiter der deutsch-polnischen Aussöhnung. Bis zuletzt gehörte Bartoszewski zum Beraterstab der Regierung in Warschau.

Historiker Michael WolffsohnNationalstaaten als Totgeburt

Der Historiker Michael Wolffsohn (imago/Müller-Stauffenberg)

Staaten zerfallen, nicht-staatliche Akteure besetzen die Lücken. Der Historiker Michael Wolffsohn sagt: Die Nationalstaaten sind schuld. Er plädiert in seinem neuen Buch "Zum Weltfrieden" für föderative Systeme, denn Geografie und Demografie seien meist nicht deckungsgleich.

Völkermord-DebatteHistorische Chance verpasst

Gedenkstätte an den Völkermord an den Armeniern in Jerewan, Hauptstadt von Armenien (picture alliance / dpa / Foto: Abaca 106804)

Bundespräsident Gauck sprach vom armenischen Völkermord, und auch in der Bundestagsdebatte fanden die Redner aller Fraktionen klare Worte. Das hat die Bundesregierung nicht getan und eine historische Chance verpasst, kommentiert Kemal Hür.

Das neue Blur-Album Gelungene Rückkehr

(picture alliance / dpa / Felipe Trueba)

Es ist das meisterwartete Album dieser Woche, manche sprechen schon vom Album des Jahres: "The magic whip" - das Comeback von Blur. Zwölf Jahre nach ihrem letzten Werk hat die Britpop-Band wieder zusammengefunden: sehr britisch und überzeugend.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Kommissar Hill  will rasche Fortschritte bei Kapitalmarktunion | mehr

Kulturnachrichten

Dercon holt fünfköpfiges Künstlerteam an Berliner Volksbühne  | mehr

Wissensnachrichten

Namensstreit  Hersteller darf seine Brennstoffzelle weiter "Kraftwerk" nennen - auch wenn die Band dagegen ist | mehr