Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Obama will keine Sturmgewehre mehr

US-Präsident versucht Verschärfung des Waffenrechts durchzusetzen

US-Präsident Barack Obama bei der Trauerfeier für die Opfer von Newtown
US-Präsident Barack Obama bei der Trauerfeier für die Opfer von Newtown (picture alliance / dpa / EPA / Olivier Douliery)

Knapp fünf Wochen nach dem Schulmassaker in Newtown hat der amerikanische Präsident Barack Obama konkrete Pläne zur Verschärfung des Waffenrechts vorgelegt. Der Kongress soll zum Beispiel ein Verkaufsverbot für Sturmgewehre beschließen.

"Wir können das nicht noch länger aufschieben", sagte Obama in Washington. "An jedem Tag, an dem wir nicht handeln, sterben weitere Menschen durch Schusswaffen." Der Präsident will unter anderem Waffenkäufer künftig vorab überprüfen lassen und den Verkauf von Sturmgewehren verbieten. Auch Magazine mit mehr als zehn Patronen sollten nicht mehr in den Handel kommen. Insgesamt legte Obama am Mittwoch eine lange Liste seiner Vorhaben vor, für die er zum Teil aber die Zustimmung des Kongresses braucht. Zuvor hatte bereits der US-Bundesstaat New York entsprechende Maßnahmen beschlossen.

Ron Moon, der Mitbesitzer eines Waffengeschäfts in Tucker im US-Bundesstaat Georgia, mit einem halbautomatischen SturmgewehrRon Moon, Mitbesitzer eines Waffengeschäfts in Georgia, mit einem halbautomatischen Sturmgewehr (picture alliance / dpa / Erik S. Lesser)In der Vergangenheit hat die Waffenlobby NRA in den USA eine strengere Reglementierung des Waffenbesitzes stets zu verhindern gewusst. Auch nach dem Massaker in Newton rief sie mehr bewaffnete Wachleute zur Lösung des Problems aus. Bei einem der schwersten Massaker in der US-Geschichte hatte am 14. Dezember ein schwer bewaffneter junger Mann während des Unterrichts an der Sandy Hook Elementary School in der Kleinstadt Newtown das Feuer eröffnet und 20 Kinder erschossen. Auch sechs Erwachsene wurden getötet. Anschließend erschoss der Täter sich selbst.

Mit Widerstand ist zu rechnen

Sollte Obamas Plan vollständig umgesetzt werden, so wäre dies die bedeutendste Reform des US-Waffenrechts seit Jahrzehnten. Doch man kann davon ausgehen, dass sich viele Republikaner im Kongress den Einschränkungen widersetzen. Auch mit vehementen Widerstand der Waffenlobby ist zu rechnen. Die amerikanische Waffenlobby-Organisation NRA kritisierte die Vorschläge des Präsidenten und erklärte, damit könnten die Probleme nicht gelöst werden. Die Vorlage schade ehrlichen und gesetzestreuen Waffenbesitzern.

Obama unterzeichnete 23 Dekrete mit Sofortmaßnahmen, für die er nicht die Zustimmung der Republikaner benötigt. Darin ist unter anderem vorgesehen, die Aufklärungsarbeit an Schulen zu verbessern.

Mehr dazu auf dradio.de:

New York verschärft Waffengesetz drastisch - Weitere Tote und Verletzte bei Schießereien

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Musikforum

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 21:33 Uhr Hörspiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

KundenspionageUS-Geschäfte sammeln Käuferdaten

Passanten tragen in der Münchner Innenstadt ihre Einkäufe.

Im Internethandel lassen sich Kundenwege leicht nachvollziehen. Aber auch im Geschäft kann das Mobiltelefon geortet werden. Kurz darauf blinkt bereits Werbung oder ein Gutschein auf dem Display. Klingt nach "Big Brother" - ist in den USA aber schon Realität.

Archäologie und NationalgefühlAphrodite in Gaza

Ein Tag am Strand von Gaza, Juni 2009

Ägypter, Babylonier, Perser und Griechen - sie waren alle haben im heutigen Gazastreifen ihre Spuren hinterlassen. Darum ist das Gebiet eines der archäologisch reichsten Orte des Nahen Ostens. Ein noch junges Museum am Strand könnte auch dem Friedensprozess dienen.

Irak"Wir brauchen alles außer Truppen"

Dableiben oder Fliehen? Kämpfen? Und wenn ja: Wie? Drei Jahre herrscht bereits Bürgerkrieg in Syrien - und immer noch ist kein Ende absehbar. 140.000 Tote, neun Millionen Flüchtlinge - das ist die abstrakte Bilanz in den Nachrichten. Aber der Krieg ist auch immer persönlich.

Irak-Krise"Keine Waffen in Krisengebiete"

Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Ralf Stegner

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kämpfe im Nordirak hat der SPD-Vize Ralf Stegner vor einer vorschnellen Entscheidung zugunsten von Waffenhilfe gewarnt. Er sei gegen deutsche Waffenlieferungen in Krisengebiete und Diktaturen. Deutschland solle sich auf humanitäre Hilfe konzentrieren, sagte er im Deutschlandfunk.

UmweltpolitikHendricks: Keine zusätzlichen Vorschriften für die Industrie

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat sich für ein stärkeres Bewusstsein bei der Schonung von Ressourcen ausgesprochen. Bei der Entwicklung neuer Technologien müssten immer auch die Auswirkungen berücksichtigt werden.

OstukraineFlucht aus der Heimat

Juni 2014: Ausreisende

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben seit Beginn dieses Jahres mehr als 300.000 Menschen den Osten der Ukraine verlassen. In Donezk oder Lugansk, wo prorussische Separatisten "Volksrepubliken" ausgerufen haben, ist es zurzeit so gefährlich, dass die Leute Angst um ihr Leben haben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ost-Ukraine:  Militärflugzeug abgeschossen | mehr

Kulturnachrichten

Staatliche Auszeichnung:  Imre Kertesz nimmt Orden der ungarischen Regierung an | mehr

Wissensnachrichten

Medizin  Zwei Milliarden Euro Einsparpotential bei Medikamenten | mehr