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Obamas Ziel einer atomwaffenfreien Welt

Große Erwartungen an Rede des US-Präsidenten in Berlin

US-Präsident Barack Obama bei seiner Ankunft in Berlin (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
US-Präsident Barack Obama bei seiner Ankunft in Berlin (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)

Es hat große Symbolkraft, wenn der US-Präsident heute Nachmittag vor dem Brandenburger Tor sprechen wird. Vorab wurde bekannt, dass Barack Obama eine weitere atomare Abrüstung vorschlagen werde - eine von vielen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Nach Angaben seines stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberaters Ben Rhodes werde Obama den Westen zu einer stärkeren Zusammenarbeit aufrufen, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern. Dazu zählten die atomare Abrüstung, der Kampf gegen den Terrorismus, der Klimawandel, das Ende der Kriege im Irak und in Afghanistan sowie die weltweite Förderung von demokratischen Werten.

US-Präsident will auf Russland zugehen

Der US-Präsident wolle Russland eine beiderseitige Reduzierung der strategischen Atomsprengköpfe vorschlagen. Obama werde außerdem ein Gipfeltreffen zur atomaren Sicherheit im kommenden Jahr im niederländischen Den Haag ins Gespräch bringen, sagte ein US-Regierungsvertreter in Berlin. Ein weiteres Treffen solle 2016 stattfinden.

Obama hatte bereits zu Beginn seiner ersten Amtszeit 2009 sein langfristiges Ziel einer atomwaffenfreien Welt bekräftigt. Später legte die US-Regierung eine neue Atomstrategie vor, in der die Regeln für den Einsatz von Atomwaffen verschärft wurden.

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, begrüßte die Ankündigungen im Deutschlandfunk. Auf der Welt existierten noch viel zu viele nukleare Waffen, sagte er. In Fachkreisen würden Überlegungen zu einer Abrüstung schon länger kursieren. Mit dem Vorhaben könne auch das Arbeitsverhältnis zu Russland verbessert werden.

Der frühere Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, sagte im Deutschlandradio Kultur, die Rede von Obama sei nicht nur an die Deutschen gerichtet, sondern an die Bundesrepublik als wichtigste Macht in der Europäischen Union. Während John F. Kennedy bei seinem Berlin-Besuch noch den Schutz der USA habe vermitteln wollen, werde jetzt Deutschland selbst zum Handeln aufgefordert: "Das ist eine ganz andere Situation."

In der Tradition von Kennedy soll seine Rede ein Weckruf an den Westen werden, sich nicht auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen. Die Botschaft, die er senden wolle sei, dass es auch nach Ende des Kalten Krieges zu bequem sei zu denken, dieser Konflikt läge hinter uns, erläutert Korrespondent Christoph Grabenheinrich.


Der Deutschlandfunk wird heute ab 14 Uhr in drei Live-Fenstern über die Obama-Rede berichten.

Deutschlandradio Kultur berichtet in einer Sondersendung ab 14:07 Uhr und überträgt die Reden des US-Präsidenten Barack Obama und der Bundeskanzlerin Angela Merkel live.


Berlin im Zeichen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama

Vor der Rede Obamas: Vorbereitungen am Brandenburger Tor (picture alliance / dpa /David Silpa))Vor der Rede Obamas: Vorbereitungen am Brandenburger Tor (picture alliance / dpa /David Silpa))Der offizielle Teil des knapp 26-stündigen Besuchs beginnt am Morgen im Schloss Bellevue, wo Bundespräsident Joachim Gauck den Gast mit militärischen Ehren begrüßt. Danach trifft Obama Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt. Themen des Gesprächs dürften unter anderem die Lage in Syrien, das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU aber auch das US-amerikanische Spähprogramm PRISM sein.

PRISM-Spähprogramm: Trittin fordert klare Worte von Merkel

Bei den Gesprächen wird der US-Präsident auch über das umstrittene Internet-Überwachungsprogramm des US-Geheimdiensts sprechen müssen. Die Kanzlerin hatte vorab angekündigt, sie werde Aufklärung über die Späh-Affäre verlangen.

Klare Worte der Bundeskanzlerin gegenüber dem US-Präsidenten fordert der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin. Sie müsse unmissverständlich klarstellen, dass die weltweite Überwachungsoffensive des US-Geheimdienstes NSA inakzeptabel sei, sagte Trittin der "Rheinischen Post". Bei der NSA handele es sich um eine Art "globalen Big Brother". Zugleich kritisierte Trittin die jüngst bekannt gewordenen Pläne des Bundesnachrichtendienstes, ein ähnliches Überwachungsprogramm aufzulegen.

Amnesty International: Guantánamo muss geschlossen werden

Ein Häftling wird in dem US-Gefangenenlager Guantanamo von zwei Wächtern begleitet (links), während andere Inhaftierte in ihren Zellen zu sehen sind (rechts). (AP)Häftlinge im US-Gefangenenlager Guantánamo (AP) Amnesty International hat Forderungen an den US-Präsidenten erneuert, sein Versprechen zur Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo endlich einzulösen. Die Amerika-Expertin der Menschenrechtsorganisation, Maja Liebing, sagte in der "Saarbrücker Zeitung", Bundeskanzlerin Merkel müsse Obama klar machen, dass Guantánamo für die gesamte westliche Welt ein Schandfleck sei und Ressentiments gegen den Westen schüre. Zugleich kritisierte die Amnesty-Sprecherin den Einsatz von Kampfdrohnen durch die US-Streitkräfte. Hierfür fehle jede völkerrechtliche Grundlage.

Obama war gestern Abend vom G8-Gipfel kommend mit der "Air Force One" auf dem Flughafen Tegel gelandet. Es ist seine erste Berlin-Visite als amtierender Staatschef. Aus Sorge vor einem Anschlag gilt die höchste Sicherheitsstufe. Im Einsatz sind bis zu 8000 Polizisten.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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