Rückblick

 

Öffentliche Sitzung des Deutschlandradio-Hörfunkrats: Wirtschaftsplan für 2016 bestätigt

Frank Schildt, Vorsitzender des Hörfunkrats, sieht Deutschlandradio auf dem richtigen Weg: "Der vorgelegte Plan ist zielorientiert und eine sehr solide Grundlage." Intendant Dr. Willi Steul betont, "Deutschlandradio hat sehr ordentlich gewirtschaftet und so die Vorgaben der laufenden KEF-Beitragsperiode erreicht". Trotz gleichbleibender Einnahmesituation konnten die Programmetats durch interne Umstrukturierungen zuletzt um zwei Prozent jährlich gesteigert werden.

Der Ertrags- und Aufwandsplan wurde mit Erträgen von rund 237,6 Mio. € und Aufwendungen von rund 243,7 Mio. € festgestellt. Der Finanzplan endet mit einem geplanten Fehlbetrag von 9,2 Mio. € vor und 18,5 Mio. € nach Zuführung zum Sondervermögen "Beitragsmehrerträge". Im Vergleich zur Mittelfristigen Finanzplanung aus dem letzten Jahr verbessert sich damit das Ergebnis in der Ertrags- und Aufwandsrechnung für das Jahr 2016 um 6,3 Mio. €. Der Finanzplan für 2016 weist gegenüber der Planung aus dem Vorjahr eine Verbesserung vor Zuführung zum Sondervermögen "Beitragsmehrerträge" von 4,2 Mio. € aus.

Bei der Vorlage seines aktuellen Tätigkeitsberichts informierte Intendant Dr. Willi Steul die Gremienmitglieder über zahlreiche Veranstaltungen der Programme in jüngster Zeit: Ob "Formate des Politischen", die Deutschlandfunk-Sportkonferenz oder eine aktuelle Tagung zur Inklusion: "Die Resonanz ist sehr positiv. Wir wollen, das solche anspruchsvollen öffentlichen Veranstaltungen zu einem Markenzeichen von Deutschlandradio werden."

Der Hörfunkrat thematisierte bei seinem Treffen auch die aktuelle Programmgestaltung und die Reaktionen der Hörerschaft. Im Blickpunkt stand dabei insbesondere die Berichterstattung über Flüchtlinge. Programmdirektor Andreas-Peter Weber hob hervor, dass es den Programmen gelungen sei, schon frühzeitig und sehr reflektiert über die aktuellen Entwicklungen zu berichten. Mit Schwerpunktsendungen und -reihen sei das Thema hintergründig und facettenreich beleuchtet worden. Aktuelles Beispiel sei das Format "Wir sind dann mal da! Ankommen in der Fremde" von Deutschlandfunk Nova (www.deutschlandfunknova.de/dasein).

Im Rahmen seiner regelmäßigen Befassung setzte sich der Hörfunkrat zudem mit Beschwerden und Kritik am Programm auseinander. Nach Angaben von Programmdirektor Andreas-Peter Weber mache sich Kritik immer weniger an konkreten Beispielen fest, sondern werde zunehmend pauschal geäußert. Die Wortwahl ist nach Einschätzung des Hörfunkratsvorsitzenden Frank Schildt bisweilen "unerträglich". In einer demokratischen Gesellschaft gebe es Spielregeln der Kommunikation zu beachten, die für alle gelten: "Das ist dem Hörfunkrat wichtig, da der Austausch zwischen Deutschlandradio und den Hörerinnen und Hörer der Programme gerade ausdrücklich gewünscht ist." Schildt forderte die Verantwortlichen auf, einer Verrohung der Sprache entschieden entgegenzutreten. Eine vorliegende Programmbeschwerde, die sich kritisch mit einem Bericht über russische Kampfjets über Europa befasste, wies der Hörfunkrat als unbegründet zurück.

In der Diskussion über den Gleichstellungsbericht unterstrich die Geschäftsleitung das Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen erkennbar zu erhöhen. Der Hörfunkrat unterstützt dieses Ansinnen und die Bemühungen, weiteren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, ausdrücklich.

In der Sitzung wurde mit Yvonne Magwas eine neue Stellvertretende Vorsitzende des Hörfunkrats gewählt. Magwas ist durch die Bundesregierung in das Gremium entsandt. Den Programm-ausschuss verstärken zukünftig Dr. Sabine Nehls und Christiane Clauß, in den nichtständigen Ausschuss Unternehmensstrategie wurden Dr. Sabine Nehls und Rainer Kleibs gewählt.

Der Hörfunkrat besteht aus Vertretern der Länder und des Bundes sowie gesellschaftlich relevanter Gruppen. Er tagt seit September 2014 öffentlich, stellt die Richtlinien für die Sendungen von Deutschlandradio auf, überwacht deren Einhaltung gemäß der im Staatsvertrag aufgeführten Grundsätze und berät den Intendanten in Programmfragen. Der Hörfunkrat tritt mindestens alle drei Monate zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre. Die nächste Sitzung findet am 3. März 2016 in Köln statt.

Gremienbüro

Das Deutschlandradio bietet seine Informationen auch per E-Mail an. (Stock.XCHNG / Artur Bednarski)

Kontakt:

Deutschlandradio
Hörfunk- und Verwaltungsrat
Raderberggürtel 40
50968 Köln

gremienbuero@deutschlandradio.de

Dokumente des Hörfunkrats

Sitzungen des Hörfunkrates

Voller Schreibtisch mit Terminkalender.  (picture alliance / dpa / Robert B. Fishman)

Sitzungstermine 2017:
07. Dezember, Berlin