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Ölpest weitet sich aus

Weitere US-Bundesstaaten rufen Notstand aus

Schwimmende Barrieren vor der Küste Louisianas. Das Öl schwappt hinüber. (AP)
Schwimmende Barrieren vor der Küste Louisianas. Das Öl schwappt hinüber. (AP)

Wegen des hohen Wellengangs sind bislang alle Bemühungen, den Ölteppich im Golf von Mexiko einzudämmen, erfolglos geblieben. Nach den US-Bundesstaaten Louisiana und Florida riefen auch Mississippi und Alabama den Notstand aus.

Der Ölteppich sei eine "ernsthafte Bedrohung für unsere Umwelt und unsere Wirtschaft", sagte der Gouverneur von Alabama, Bob Riley. In Mississippi wies Gouverneur Haley Barbour die Nationalgarde an, die örtlichen Einsatzkräfte im Kampf gegen die Ölpest zu unterstützen. Das US-Verteidigungsministerium hatte am Freitag den Einsatz der Nationalgarde in Louisiana genehmigt.

Barrieren halten Ölfilm nicht ab

Seit in der vergangenen Woche die Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko gesunken ist, fließen täglich über 800.000 Liter Öl aus einem Bohrloch in 1.500 Meter Tiefe ins Meer. Alle Bemühungen, das Leck mit Hilfe von Tauchrobotern zu schließen, scheiterten bislang. Auch der Versuch der US-Küstenwache, Teile des Ölteppichs in Brand zu setzen, konnte seine Ausbreitung nicht verhindern.

Bis Freitag wurden nach Behördenangaben mehr als 60 Kilometer schwimmende Barrieren ausgebracht. Doch Augenzeugenberichten zufolge seien diese vielerorts nutzlos, da durch den starken Seegang die Wellen samt Öl über die Barrieren schwappten oder diese ganz wegdrückten.

Detlev Schulz-Bull vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung sieht nur noch wenig Handlungsspielraum bei der Bekämpfung der Ölpest vor der US-Küste. Seine düstere Prognose: "Wenn das Öl alles an die Küste schwappt, wird es Jahre dauern, bis sich das System wieder stabilisiert und erholt hat", betonte der Meereschemiker im Deutschlandfunk.

Erste Ausläufer des Ölteppichs haben bereits die Küste von Louisiana erreicht, die für ihre Fischgründe und Rückzugsgebiete für Vögel berühmt ist. Auch das Mississippi-Delta ist stark gefährdet. Experten erwarten Schäden in Milliardenhöhe. Wegen des heftigen Südwinds wird erwartet, dass das Öl bis Montag auch die Küsten der US-Staaten Mississippi, Alabama und Florida erreicht. Umweltschützer befürchten, die USA könne nun eine noch schlimmere Umweltkatastrophe erleben als nach dem Untergang der "Exxon Valdez" vor der Küste Alaskas.

Obama: BP voll verantwortlich

Die Ölplattform "Deepwater Horizon" wurde von der britischen Ölgesellschaft British Petroleum (BP) betrieben. Bei der Explosion auf der Bohrinsel starben elf Arbeiter und die Plattform sank. US-Präsident Barack Obama macht BP für das Desaster voll verantwortlich. Die amerikanische Regierung erhöht deshalb den Druck auf BP: "Wir können und werden nicht ruhen, bis BP endgültig das Bohrloch abdichtet und jeden Tropfen Öl einsammelt", sagte Innenminister Ken Salazar und betonte, BP müsse "härter, schneller, schlauer" arbeiten, um die Katastrophe einzudämmen.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

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