Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Offenbar Tote bei Protesten in Syrien

UN-Sicherheitsrat berät über Entsendung von Beobachtern

Auf die Probe gestellt: Baschar al-Assad (picture alliance / dpa /EPA / Youssef Badawi)
Auf die Probe gestellt: Baschar al-Assad (picture alliance / dpa /EPA / Youssef Badawi)

Bei Kundgebungen in Syrien haben Sicherheitskräfte nach Angaben der Opposition drei Menschen getötet. Landesweit hätten Tausende gegen die Regierung demonstriert. Die Vereinten Nationen wollen so bald wie möglich eine Beobachtermission in das Land schicken.

Die syrische Opposition hatte dazu aufgerufen, die seit Donnerstag geltende Waffenruhe und den Friedenswillen von Präsident Baschar al-Assad mit Kundgebungen auf die Probe zu stellen. Nach einer Meldung des syrischen Observatoriums für Menschenrechte in London wurden dabei in Hama, Salkin und Nawa Demonstranten erschossen. Nach dem Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan muss Assad friedliche Proteste zulassen. In der Vergangenheit ging das Regime bei Protesten nach Freitagsgebeten hart gegen die Demonstranten vor.

Aus London meldete man zudem neue Gefechte im Grenzgebiet zur Türkei. Am zweiten Tag der Waffenruhe hätten sich syrische Soldaten mit Regimegegnern rund eine halbe Stunde lang ein heftiges Gefecht geliefert. Berichte über Opfer gebe es nicht.

Sicherheitsrat offenbar einig über Resolution

Die Vereinten Nationen wollen zur Überwachung der noch brüchigen Waffenruhe in Syrien möglichst rasch Beobachter in das arabische Land entsenden. Am Wochenende soll im Sicherheitsrat eine solche Beobachtermission beschlossen werden. Widerstand gegen eine solche Entsendung gebe es keinen, hieß es in New York. Auch Russland und China, die bislang alle Schritte des Sicherheitsrates gegen Syrien blockiert hatten, unterstützen eine rasche Entsendung von Beobachtern. "Es muss schnell jemand da sein, der den Waffenstillstand überwacht", sagte Moskaus UN-Botschafter Witali Tschurkin. Ein Team zur Vorbereitung der Mission steht nach Angaben von Kofi Annans Sprecher Ahmad Fawzi für die sofortige Abreise nach Syrien bereit.

Außerdem wird erwartet, dass der Sicherheitsrat einer Forderung Annans folgt und in der Resolution auf den Abzug der Regierungstruppen und schwerer Waffen aus dicht bewohnten Gebieten besteht. Dazu ist Damaskus im Rahmen von Annans Sechs-Punkte-Plan verpflichtet.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Trügerische Ruhe in Syrien - Syrien-Aktivist sieht Erfolgsaussichten des Annan-Friedensplans skeptisch (Interview)

Brok: Es ist immer bitter, Diktatoren davonkommen zu lassen - Europaparlamentarier blickt pessimistisch auf die Lage in Syrien (Interview)

Annan hat Vertrauen verdient (Kommentar)

Humanitäre Situation in Syrien "ist offensichtlich katastrophal" - SPD-Außenpolitiker Mützenich über die Chancen des Annan-Friedensplans (Interview)

Lüders: Russland hält nach wie vor an Assad fest - Nahostexperte ist skeptisch zum Besuch des russischen Außenministers in Syrien (Interview)

Polenz: Annan-Plan offenbar gescheitert - UN-Ultimatum für Waffenruhe in Syrien ist abgelaufen (Interview)

Dokument der Willkür in Syrien - <br> "Human Rights Watch" veröffentlicht Zahlen zu den Gräueltaten in Syrien (Aktuell)

Syrien akzeptiert Annans Friedensplan - <br> Internationale Gemeinschaft bezweifelt syrische Glaubwürdigkeit (Aktuell)

Annan-Friedensplan "ist zumindest ein Fortschritt" - Beurteilung der Lage in Syrien (Interview)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Britische LiteraturZu Besuch bei Graham Swift

Graham Swift in einer Aufnahme vom Juni 2016. (imago/Leemage)

Graham Swift ist einer großen britischen Gegenwartsautoren. Sein aktueller Roman "Mothering Sunday - in der deutschen Ausgabe "Ein Festtag" - wurde gerade mit einem der renommiertesten britischen Literaturpreise ausgezeichnet. Ein Besuch bei Swift in London.

Wassermusik-FestivalGänsehautmomente an der Spree

Die Musikerin Oumou Sangaré aus Mali bei einem Auftritt in London im Juli 2017 (Bild: imago stock&people)  (imago stock&people)

Zum zehnjährigen Jubiläum von Wassermusik, dem Weltmusik-Festival aus Berlin, kommen Bands, die entweder noch nie dabei sein konnten oder nachhaltig Eindruck gemacht haben. "Eigentlich würde ich gerne das Doppelte an Künstlern einladen", sagte Detlef Diederichsen vom Haus der Kulturen der Welt im Corsogespräch.

Jüdische Einwanderung nach PalästinaWarum aus Akademikern Landwirte wurden

Ein jüdischer Landwirt auf einer Fotografie aus den Dreißigern (imago / United Archives)

Mit wenig mehr als ein paar Habseligkeiten und der Hoffnung auf ein besseres Leben, erreichten in den 1930er Jahren die sogenannten Jeckes, deutschsprachige Juden, Palästina. Aus Akademikern wurden Landwirte, die versuchten den kargen Wüstenboden fruchtbar zu machen.

Deutsch-türkisches VerhältnisSchäuble vergleicht Türkei mit DDR

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht auf einer Kundgebung in Istanbul zu Unterstützern. (dpa-Bildfunk / Presidential Press Service / Kayhan Ozer)

Die Bundesregierung hat angekündigt, ihre Türkei-Politik neu auszurichten. Auch der Ton wird schärfer. Nun hat Bundesfinanzminister Schäuble das Land mit der DDR verglichen. Die Grünen fordern weitergehende Konsequenzen.

Jan Philipp Reemtsma über Laozi Neue Chinesische Weisheiten

Ein Besucher steht vor der weltgrößten Kalligrafie des Daodejing von Laozi des chinesischen Kalligrafen Luo Sangui - 10 Meter hoch und 100 Meter lang, aufgenommen 2014 auf der Grand Art Exhibition in Nanjing (picture alliance / dpa / Wang Qiming)

Das Daodejing des Laozi ist eins der ältesten Weisheitsbücher der Menschheit. Es versammelt Texte zur Lebenspraxis, zur Staatslehre bis hin zur Kosmologie. Der Germanist Jan Philipp Reemtsma hat jetzt seine eigene Fassung des Buches geschrieben - obwohl er selbst nie Chinesisch gelernt hat.

Tod von Linkin-Park-Sänger BenningtonEiner, der sich nie einen Stempel aufdrücken ließ

Chester Bennington während eines Konzerts von Linkin Park 2015. (ITAR-TASS, Vyacheslav Prokofyev, dpa)

Rihanna nennt ihn das beeindruckendste Talent, das sie je gesehen habe: Er sei ein "stimmliches Biest". Nun ist der Linkin-Park-Sänger Chester Bennington im Alter von 41 Jahren gestorben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Polen  Nach Unterhaus spricht sich auch Senat für Justizreform aus | mehr

Kulturnachrichten

Gericht vertagt Entscheidung zu Konzerthaus-Klage | mehr

 

| mehr