Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Offenbar weiteres Massaker in Syrien

Mindestens 80 Menschen bei Militäraktion getötet

Nahe Damakus: Soldaten der syrischen Armee beziehen Stellung während einer Patrouille (picture alliance / dpa / Sana / Handout)
Nahe Damakus: Soldaten der syrischen Armee beziehen Stellung während einer Patrouille (picture alliance / dpa / Sana / Handout)

Die syrische Armee und regimetreue Milizen haben nach Angaben der Opposition bei der Erstürmung eines Vorortes der Hauptstadt Damaskus ein Massaker angerichtet. Die EU-Außenminister beraten heute über eine Lockerung des Embargos gegen Syrien.

Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mitteilte, kamen in der Region um die Ortschaft Dschdaidet al-Fadl während der Militäraktion in den vergangenen fünf Tagen mindestens 80 Menschen ums Leben. Andere Aktivisten meldeten sogar 250 Tote.

Zahlreiche verwundete Rebellen, die in provisorischen Krankenhäusern behandelt wurden, seien von den Anhängern von Präsident Bashar al-Assad exekutiert worden. Einige der Leichen, die nach dem Sturm auf die Stadt gefunden worden seien, seien verstümmelt worden, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auf im Internet veröffentlichten Videoaufnahmen aus der Stadt sind blutüberströmte Leichen zu sehen, die auf dem Boden liegen. Einige der Toten haben verstümmelte Gesichter. Von unabhängiger Stelle gibt es keinerlei Bestätigung für die Darstellung der Aktivisten.

EU-Außenminister wollen Embargo lockern

Mit der Lage in Syrien befassen sich heute die EU-Außenminister, die am Vormittag in Luxemburg zusammen kommen. Sie erwägen eine Lockerung des Embargos der EU gegen Syrien. So sollen europäische Firmen zum Beispiel wieder Öl syrischer Herkunft importieren können – allerdings nur von Zulieferern, die mit der syrischen Opposition in Zusammenhang stehen. Weil das jedoch schwer zu überprüfen ist, werden wenig neue Geschäfte erwartet. Die Lockerung des Embargos wird eher als symbolischer Akt gewertet, berichtet Christoph Prößl im Deutschlandfunk.

Auch verhandeln die Außenminister über Waffenlieferungen an die syrische Opposition. Außer Frankreich und Großbritannien sind alle EU-Staaten dagegen. Die USA hatten der syrischen Opposition am Wochenende mehr Geld zugesagt und zahlen nun insgesamt 190 Millionen Euro. Auch die Bundesrepublik unterstützt gemäßigte Oppositionelle mit rund 145 Millionen Euro.


Mehr zum Thema:

UNO: Vier Millionen Flüchtlinge in Syrien - Internationale Organisationen können immer schlechter helfen
Syriens Standby-Premier - Oppositionsvertreter wählen den Ex-Manager Hitto zum Übergangs-Regierungschef
Syrien: Tragödie mit 70.000 Toten - Bürgerkrieg dauert schon zwei Jahre

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Eine Welt

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:05 Uhr Breitband

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

Burkini-VerbotEs ist nur ein Stück Stoff

Eine Frau schwimmt im Burkini in einem Schwimmbecken. (dpa/ picture-alliance/ Subel Bhandari)

Kleidungsstücke wie Kopftuch, Burka oder Burkini geben Frauen die Möglichkeit, sich in einer für sie fremden Gesellschaft frei zu bewegen und sich zu entwickeln, meint Deutschlandradio Kultur-Wortchefin Marie Sagenschneider. Deshalb sollten wir sie dulden.

Urteil zum Burkini-VerbotOhrfeige für Populisten

Ein Mädchen schwimmt im Burkini (EPA)

Nach Ansicht von Jürgen König hat der Staatsrat in Frankreich mit der Aussetzung des Burkini-Verbots vor allem Politiker wie Nicolas Sarkozy in die Schranken gewiesen, die meinten, mit anti-islamischen Sprüchen punkten zu können. An der Tonlage im Wahlkampf werde sich dadurch jedoch nichts ändern.

Jugoslawien-TribunalDer Schmerz bleibt trotzdem

Als Richter am internationalen Strafgerichtshof sollte Albin Eser für Gerechtigkeit sorgen. Seine Aufgabe: Die Kriegsverbrechen aus den Bosnienkriegen ahnden. Doch als der bosnische Kommandeur Naser Oric auf der Anklagebank sitzt, wird klar: Gerichte können vielleicht über Recht und Unrecht entscheiden. Um Frieden und Versöhnung zu schaffen,braucht es aber mehr. Eine Geschichte über das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag.

Daniel Fuhrhop: "Willkommensstadt"Flüchtlinge in unsere Häuser

Zimmer für Flüchtlinge in Hamburg-Harvestehude (Foto: Axel Schröder)

Für Flüchtlinge müssen keine neuen Wohnungen gebaut werden, schreibt der Architektur-Verleger und Blogger Daniel Fuhrhop. Neubauten würden die Integration sogar erschweren. In "Willkommensstadt" beschreibt er, wie es besser geht.

Deutschland und Visegrad-Gruppe"In der Flüchtlingspolitik treffen zwei Ansätze aufeinander"

Treffen in Warschau: Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (von rechts), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (PAP)

Der Osteuropa-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kai-Olaf Lang, wertet es als sinnvolles Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel in Warschau mit der sogenannten Visegrad-Gruppe zusammenkommt. In der Flüchtlingspolitik wollten diese Länder ebenso wie Deutschland eine europäische Lösung, sagte Lang im Deutschlandfunk. Ihr Ansatz sei allerdings ein anderer.

ErnährungDick und krank durch Sojaöl

Eine dicke Frau sitzt am Strand. (Matt Cardy / Getty Images)

Soja ist gesund, das Öl aus der "Wunderbohne" gilt als "gutes Fett". Doch eine US-Studie legt nun den Verdacht nahe, dass Sojaöl womöglich viel schädlicher für die Gesundheit ist als andere Fette.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Staatsbegräbnis für Erbebenopfer in Ascoli Piceno | mehr

Kulturnachrichten

Autoren: mehr Einsatz für Meinungsfreiheit in der Türkei  | mehr

Wissensnachrichten

Urheberrecht  Streit um Affen-Selfie geht in zweite Runde | mehr