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"Okay, I am a Nazi"

Festival Cannes erklärt Regisseur Lars von Trier zur Persona non grata

Lars von Trier, dänischer Filmregisseur, zeigt die Faust mit dem eintätowierten Wort "FUCK". (AP)
Lars von Trier, dänischer Filmregisseur, zeigt die Faust mit dem eintätowierten Wort "FUCK". (AP)

Eklat in Cannes: Die Leitung des Filmfestivals hat den dänischen Regisseur Lars von Trier vom Festival ausgeschlossen, nachdem er auf einer Pressekonferenz Verständnis für Hitler bekundet hatte. Von Trier entschuldigte sich später.

Nach der Vorführung seines Films "Melancholia", der in Cannes im Wettbewerb läuft, stellte von Trier sich den Fragen der Journalisten. Auf die Frage, ob er mit Nazi-Ästhetik sympathisiere, antwortete er:

"Ich wollte wirklich ein Jude sein, und dann fand ich heraus, dass ich wirklich ein Nazi bin. Denn meine Familie war deutsch - Hartmann - und das hat mir auch Vergnügen bereitet. Was kann ich sagen? Ich verstehe Hitler. Aber ich denke, er tat ein paar falsche Dinge - klar, aber ich kann ihn sehen, wie er da im Bunker saß. ... Ich glaube, ich verstehe ihn. Er ist kein guter Mensch - aber ich verstehe viel von ihm und sympathisiere mit ihm ein bisschen. Das heißt nicht, dass ich für den Zweiten Weltkrieg bin. Und ich bin nicht gegen Juden. Ich bin natürlich sehr für Juden - nein, nicht zu viel. Denn Israel ist eine Plage. ... Okay, wie komme ich aus diesem Satz wieder raus?"

Der Regisseur entschied sich für diesen Ausgang: "Okay, I'm a Nazi" - und witzelte weiter über eine "Endlösung" für Journalisten: "Yeah, we Nazis have the tendency to try to do things on a greater scale. Maybe you could persuade me into the final solution for journalists".

Regisseur unerwünscht, sein Film aber nicht

Die Festivalleitung reagierte kurz darauf und erklärte von Trier zur unerwünschten Person. Die Äußerungen des Regisseurs seien nicht akzeptabel und stünden im Gegensatz dzu den Idealen der Humanität und Großzügigkeit des Festivals. Es ist das erste Mal in der 64-jährigen Geschichte von Cannes, dass ein Regisseur rausgeschmissen wird.

Von Trier akzeptierte den Rauswurf und erklärte, er sei auch ein bisschen stolz darauf. Später ließ der für seine Provokationen bekannte Regisseur erklären, dass er sich bei allen entschuldige, die sich durch seine Worte verletzt gefühlt hätten. Seine Äußerungen seien natürlich "total schwachsinnig". "Ich bin nicht antisemitisch oder in irgendeiner Weise rassistisch", hieß es in der Erklärung.

Von Triers Film bleibt aber weiterhin im Wettbewerb. Sollte er einen Preis gewinnen, darf von Trier ihn aber nicht persönlich entgegennehmen.

Die Leiterin der Filmstiftung NRW, Petra Müller, hofft, dass der Film trotz des Eklats noch die gebührende Aufmerksamkeit findet, denn:

"Es steht außer Frage, dass ihm ein ganz großer Film gelungen ist, ein großer, irritierender Film und dass ich das wahnsinnig schade finde, dass er jetzt von diesen Ereignissen überschattet wird."

Die Kritik sei sich schließlich einig, dass dieser Film der Höhepunkt seines Schaffens sei, sagte Müller im Deutschlandradio Kultur.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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