Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Olga Martynova ist Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2012

In Russland geborene Autorin setzt sich beim Wettbewerb in Klagenfurt durch

Olga Martynova, Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2012 (picture alliance / dpa /APA /Gerd Eggenberger)
Olga Martynova, Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2012 (picture alliance / dpa /APA /Gerd Eggenberger)

Olga Martynova ist neue Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises. Die Lyrikerin und Essayistin, die 1962 in Dudinka geboren wurde und in Frankfurt am Main lebt, wurde am Sonntag für den Text "Ich werde sagen: Hi!" ausgezeichnet und setzte sich damit gegen 13 weitere Autoren durch.

Die Jury stimmte in einem zweiten Wahlgang mit Mehrheit für den Text. Er wurde von den Juroren als einer der wenigen Beiträge gewertet, der über private Betrachtungen hinausreichte. Die Autorinzeichnet mit kulturgeschichtlichen Bezügen das Porträt eines jungen Mannes, der sich gleichzeitig für das Erwachen erotischer Gefühle wie für die Dichtung interessiert. Die Jury lobte den Text als "leichtes, luftiges Porträt", freute sich an "anarchischem Witz" und einem "Griff in die Menschheitsgeschichte". Der Ingeborg-Bachmann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

14 Autoren waren im Rennen beim renommiertesten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Insgesamt wurden fünf Preise verliehen. Der Kelag-Preis in Höhe von 10 000 Euro geht an den in Polen geborenen Matthias Nawrat, der in Bamberg und Biel lebt. Sein satirischer Text "Unternehmer" wurde nach einer Stichwahl gewählt. Den 3Sat Preis mit 7 500 Euro sprach die Jury Lisa Kränzler aus Freiburg für ihren Text "Willste abhauen" zu. Der Ernst-Willner-Preise der Verlage in Höhe von 5 000 Euro geht an die Berlinerin Inger-Maria Mahlke. Die Zuschauer kürten in der Internet-Abstimmung die Niederösterreicherin Conelia Travnicek zur Trägerin des Publikumspreises, der mit 7 000 Euro dotiert ist.

Am Mittwochabend hatte die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger die "Tage der deutschsprachigen Literatur" mit der traditionellen "Klagenfurter Rede" eröffnet. Darin plädierte sie für eine Dichtung, die eine Vision verfolgt. Der Autor und Übersetzter Stefan Moster hatte den Reigen der Lesungen mit seiner Erzählung "Der Hund von Saloniki" begonnen.

Die Kandidaten lasen im ORF-Theater vor Publikum und den sieben Juroren aus unveröffentlichten Texten. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten deutschen Sprachraum: Acht stammen aus oder leben in Deutschland, zudem sind vier Österreicher und zwei Schweizer am Start. Den Vorsitz der Jury hat erneut der Schriftsteller Burkhard Spinnen übernommen. Die Preisverleihung wurde live auf 3sat übertragen.

Preisträgerin bei der "Klagenfurter Lese-Show" im vergangenen Jahr war die Österreicherin Maja Haderlap. Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird seit 1977 vergeben. Gestiftet wurde die Auszeichnung von der österreichischen Stadt Klagenfurt im Gedenken an die 1973 verstorbene, aus Klagenfurt stammende Schriftstellerin und Lyrikerin Ingeborg Bachmann.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

RekordgewinnDer Apple-Wahnsinn

(picture alliance / dpa /   Jiang Xin )

Fast 75 Millionen verkaufte Smartphones und 18 Milliarden Dollar Gewinn – Apple verdiene sein Geld mit faszinierender Leichtigkeit, kommentiert Benjamin Hammer. Weniger gut seien die anderen Gründe für diesen Rekord in der Wirtschaftsgeschichte.

Manipulation statt InformationSind wir auf dem Weg zur PR-Republik?

Mikrofone stehen am Mittwoch (11.04.2012) in der Geschäftsstelle des Landesverbandes Bayern "Die Linke" in München (Oberbayern) vor einer Pressekonferenz auf dem Tisch. Die Linke-Vorsitzende Lötzsch ist wegen einer schweren Erkrankung ihres Mannes überraschend zurückgetreten. Foto: Marc Müller dpa/lby (picture alliance / dpa / Marc Müller)

Wie spinnt die PR-Industrie ihre Fäden? Mit welchen Strategien und Taktiken versuchen Unternehmen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen? Auf der Spur der heimlichen Meinungsmacher.

Promillegrenze für Radfahrer Ein bisschen Wein darf sein

Ab 1,6 Promille darf man nicht mehr aufs Rad steigen. Das entspricht bei einer durchschnittlichen weiblichen Fahrradfahrerin in etwa zwei bis drei Gläsern Wein (0,2 Liter). Einige Experten wollen die Grenze jetzt auf 1,1 Promille senken. Zu ihnen gehört Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und von 2000 bis 2002 Bundesverkehrsminister.

Timbuktu Mühsamer Wiederaufbau einer Wüstenperle

Bauarbeiten in Timbuktu mit klassischer, traditioneller Methode (Alexander Göbel)

Einst war Timbuktu ein magischer Ort, das Zentrum des mystischen Islams. Die legendäre Oasenstadt war reich an kulturellen Gütern und Gebäuden, bevor Islamisten die meisten Mausoleen und Teile der berühmten Manuskript-Sammlung verbrannten.

Ausstellung Die Roten Khmer und die Folgen

Khvay Samnang, Foto- und Videokünstler aus Phnom Penh (picture alliance / dpa)

Als Pol Pots Roten Khmer vor fast 40 Jahren Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh einnahmen, ahnten nur wenige, dass dies der Beginn eines Genozids sein würde. Eine Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste befasst sich nun unter anderem mit der Verdrängung der grauenvollen Erinnerung - unter Tätern wie Opfern.

Spielwarenmesse NürnbergDie Verdoppelung der Wirklichkeit im Spiel

Die Spielfiguren des Monopoly-Spiels sind auf dem Spielbrett zu sehen. (picture-alliance / dpa / Jens Büttner)

Hochkonjunktur für den Spieler im Menschen: In Nürnberg beginnt heute die Internationale Spielwarenmesse, gezeigt werden rund 75.000 Neuheiten. Spielen sei eine kreative Vorwegnahme der Herausforderungen des Lebens, meint der Theologe Wilhelm Gräb.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO-Sicherheitsrat  kritisiert Tod eines Blauhelmsoldaten | mehr

Kulturnachrichten

Sony ersetzt hauseigenen Musikdienst  | mehr

Wissensnachrichten

Hirnforschung  Warum harte Strafen bei Psychopathen nichts bringen | mehr