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Opposition gewinnt Wahlen in Bhutan

Die Regierung des Himalaya-Staats wurde von den Wählern abgestraft

Die Bhutaner lebten einst vollkommen abgeschottet. (AP Archiv)
Die Bhutaner lebten einst vollkommen abgeschottet. (AP Archiv)

Die Volksdemokratische Partei (PDP) hat 32 der 47 Parlamentssitze erhalten. Das geht aus dem amtlichen Wahlergebnis hervor. Die Regierungspartei für Frieden und Wohlstand (DPT) dagegen bekommt nur noch 15 Sitze.

<p>Die Wahllokale waren bis 18 Uhr (14 Uhr MESZ) geöffnet. Es handelte sich um eine Stichwahl zwischen beiden Parteien. Im ersten Wahlgang im Mai hatten sie sich gegen andere Parteien durchgesetzt.<br /><br />381.790 Bhutaner waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Stimmabgabe muss im Heimatort erfolgen, weshalb viele Menschen stunden- und tagelang aus abgelegene Bergdörfer zu Fuß zum Wahllokal marschieren mussten.<br /><br /><a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/07/13/dlf_20130713_0641_9b54d81d.mp3" title="Beitrag von Kai Küstner über die Wahlen in Bhutan (MP3-Audio)"> Trotz starker Regenfälle und Erdrutsche</a> seien gerade noch rechtzeitig alle 850 Wahlurnen bis in die entlegensten Regionen gebracht worden, sagte ein Sprecher der Wahlkommission. <br /><br /></p><p><strong>Außenpolitik entschied die Wahl</strong></p><p>Die DPT galt als Favoritin; bei der vergangenen Wahl erlangte sie 45 der 47 Parlamentssitze. Doch in den letzten Wochen hatten sich die Beziehungen Bhutans zu seinem wichtigsten Handelspartner Indien verschlechtert. Für das Königreich war das bedrohlich. Kein Land bekommt mehr Finanzhilfen aus Indien als Bhutan, tausende Bhutaner studieren und arbeiten in Indien. Anfang des Monats hatte die Regierung in Neu Dheli beschlossen, Kerosin und Gas für das kleine Land nicht mehr zu subventionieren. Grund war nach Medienberichten vor Ort die Neuausrichtung der bhutanischen Außenpolitik, die sich stärker dem Nachbar China zuwandte. <br /><br />Der nun neu gewählten Regierungspartei war es gelungen, dieses Thema im Wahlkampf ganz nach vorne zu bringen. Sie will sich nun um bessere Beziehungen zum südlichen Nachbarn bemühen. Auch aus Indien kamen versöhnliche Töne: Man werde den Subventionsstopp noch einmal bedenken, hieß es. Im neuen Fünfjahresplan für die Finanzhilfen an Bhutan werde es eine Lösung geben. Der alte Plan war Ende Juni ausgelaufen.<br /><br />Weder die alte noch die neue Regierungspartei stellen die konstitutionelle Monarchie infrage, wenngleich das Parlament den König mit einer Zweidrittelmehrheit absetzen könnte. Die wahre Macht liege aber dennoch weiterhin im Palast und nicht im Parlament, betont Kunkhen Dorji, der als Analyst im Institut für Frieden- und Konfliktstudien im indischen Neu Delhi arbeitet. <br /><br /></p><p><strong>Kleiner als Niedersachsen</strong></p><p> Das Königreich Bhutan liegt zwischen seinen mächtigen Nachbarn Indien und China im Himalaya. Mit knapp 38.400 Quadratkilometern ist es kleiner als Niedersachsen. Wegen der oft heftigen Stürme wird Bhutan auch "Land des Donnerdrachens" genannt. Die meisten der etwa 700.000 Einwohner leben auf einer Hochebene zwischen 2.000 und 3.000 Metern. Neben den Drukpas, einem Volk tibetischer Abstammung, leben besonders im Süden des Landes Zuwanderer aus Nepal. Die meisten Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Der Buddhismus tibetischer Prägung ist Staatsreligion.<br /><br />1974 ließ der damalige König Jigme Singye Wangchuck erstmals Touristen in das lange abgeschottete Land, ihre Zahl wird bis heute begrenzt. 1999 ließ der Monarch Fernsehen und Internet zu, 2003 ein Mobilfunknetz. Im März 2008 gab es nach Verabschiedung der Verfassung erstmals die Wahl zu einer Nationalversammlung. Im November 2008 wurde der damals 28-jährige Jigme Khesar Namgyel Wangchuck als fünfter "Drachenkönig" gekrönt und kündigte weitere Reformen an. Als Staatsziel ist nach wie vor <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="153019" text="das Glück für alle festgeschrieben" alternative_text="das Glück für alle festgeschrieben" />. <br /><br /><div><img src="http://www.dradio.de/images/50167/landscape/" width="500" alt="Auch in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans, geht es heute beim Bogenschießung nach wie vor traditionell zu (Bild: Lottemi Doormann)" border="0" /><span style=font-size: 0.8em>Auch in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans, geht es heute beim Bogenschießung nach wie vor traditionell zu. (Bild: Lottemi Doormann</span>)</div><br /><br /><em>Mehr zum Thema auf dradio.de</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253952" text="Demokratie im Land des Donnerdrachens" alternative_text="Demokratie im Land des Donnerdrachens" /> - Zweiter Durchgang der Parlamentswahlen im Königreich Bhutan<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="100444" text="Staatsziel Glück" alternative_text="Staatsziel Glück" />- Das Himalaya-Königreich Bhutan zwischen Tradition und Moderne</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:14 Uhr

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