Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Opposition: Neues Massaker in Syrien

Annans neuer Plan sieht Übergangsregierung vor

Wohnhäuser werden nach wie vor von Kampfhubschraubern der syrischen Armee beschossen
Wohnhäuser werden nach wie vor von Kampfhubschraubern der syrischen Armee beschossen (picture alliance / dpa / David Manyua / Handout)

Truppen des Regimes von Syriens Präsident Assad sollen in der Rebellenhochburg Duma ein Massaker begangen haben. Mindestens 50 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, seien von den Soldaten getötet worden. Die Weltmächte diskutieren derweil über einen Übergangsplan - doch Russland erschwert das Finden einer Lösung.

Berichte über ein neues Blutbad in Syien machen die Runde. Syrische Oppositionsaktivisten melden, Regimetruppen hätten in der Nähe von Damaskus ein neues Massaker angerichtet. In der Rebellenhochburg Duma sollen mindestens 50 Menschen getötet worden seien - darunter mehrere Frauen und Kinder. Die Informationen ließen sich aber von unabhängiger Seite nicht bestätigen.

Bei Kämpfen sind am Donnerstag und Freitag nach Angaben der Opposition fast 180 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um etwa 120 Zivilisten und fast 60 Soldaten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit.

Zuletzt hatten die Massaker von Hula und Hama für weltweite Empörung gesorgt. UN-Ermittler konnten allerdings nicht eindeutig feststellen, wer die Täter waren. Sie hielten es lediglich für wahrscheinlich, dass es von Regime-Truppen und -Milizen verübt worden war.

Syriens Präsident Baschar al-Assad lässt seit März 2011 landesweite Proteste gegen seine Führung blutig niederschlagen. Nach Angaben der Opposition wurden bisher fast 16.000 Menschen getötet. Alle internationalen Bemühungen um ein Ende des Konflikts scheiterten bislang. Syrien hatte vor gut drei Monaten einen Friedensplan von Syrien-Vermittler Kofi Annan akzeptiert - aber die Kämpfe gingen weiter.

Erneutes Krisentreffen

Der UN-Sondergesandte Kofi Annan ist in Damaskus eingetroffenDer UN-Sondergesandte Kofi Annan zeigt sich optimistisch (picture alliance / dpa / Youssef Badawi)Das für Samstag geplante Treffen der Außenminister der Weltmächte und der Arabischen Liga in Genf birgt Konfliktpotenzial: Bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Konflikt hat Russland nach Angaben von UN-Diplomaten neue Hürden errichtet. Vertreter Moskaus hätten verlangt, den Vorschlag Kofi Annan zur Bildung einer Übergangsregierung in Damaskus einzuschränken. Russland wolle nur Formulierungen zustimmen, die auf keinen Fall als Aufforderung an Präsident Assad ausgelegt werden könnten, die Macht abzugeben.

Annan hat in seinem Entwurf für das Genfer Treffen vorgeschlagen, in Syrien eine Übergangsregierung aus "Mitgliedern der gegenwärtigen Regierung und der Opposition, sowie anderer Gruppen" zu bilden. Ausgeschlossen werden sollten jedoch laut Annan-Papier alle Kräfte, "deren Teilnahme die Glaubwürdigkeit des Übergangs unterminieren sowie die Stabilität und Versöhnung gefährden würden". Moskau sieht dies als Versuch, Assad von vornherein auszuschließen. Aber: Annan sei trotz der Meinungsverschiedenheiten optimistisch, dass es zu einer Einigung kommt, sagte sein Sprecher Ahmad Fawzi.

US-Außenministerin Hillary ClintonUS-Außenministerin Hillary Clinton (picture alliance / dpa / EPA / Olivier Hoslet)Vor der internationalen Syrien-Konferenz wollen US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Kollege Sergej Lawrow am Freitag bei einem Treffen in St. Petersburg versuchen, eine gemeinsame Haltung zu finden. Russland und China haben bislang eine Resolution gegen Syrien im UN-Sicherheitsrat blockiert.

Vor der internationalen Konferenz zur Lösung der Syrien-Krise hat Präsident Assad das Ausland erneut vor einer Einmischung in den Konflikt gewarnt. "Wir werden eine nicht-syrische Lösung nicht akzeptieren, egal ob sie nun von den großen Ländern oder freundlichen Ländern kommt", sagte Assad in einem Interview des iranischen Staatsfernsehens. Niemand könne die syrischen Probleme besser lösen als die Syrer selbst. Zugleich bekräftigte Assad seine Entschlossenheit, den Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Marktplatz

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:07 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

AuszeichnungMaxim Gorki Theater ist Theater des Jahres 2014

Das Maxim Gorki Theater, aufgenommen am 29.10.2012 in Berlin.

Theater des Jahres 2014 ist das Berliner Maxim Gorki Theater. Juror Franz Wille von der Zeitschrift "Theater heute" betonte, das Gorki Theater trage zur gesellschaftlichen Debatte bei und habe tolle, ehrgeizige Schauspieler.

AsylpolitikTräumen von Europa

Die Bewohnerin Serjana steht mit ihren Kindern am 09.04.2013 in ihrer Hütte in der Roma-Siedlung Belvil in Belgrad.

Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina sollen künftig als sichere Herkunftsstaaten gelten. Asylanträge aus diesen Ländern könnten dann schneller abgelehnt werden. Doch wie sicher ist das Leben für Roma in Serbien?

SachsenBürgerpolizisten - Pfeiler der Polizeireform

Blaulicht eines Polizeiautos, das von einer Pkw-Fensterscheibe reflektiert wird

Die regierende CDU in Sachsen setzt auf Sparen, auch bei der Polizei: Weniger Personal, weniger Direktionen, größere Reviere und Mithilfe aus dem Volk. Wer nachts "110" wählt, muss auch warten können.

Entscheidung ohne ParlamentNur noch ein normaler Staat

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 20.03.2014 am Rednerpult des Bundestags in Berlin und gibt eine Regierungserklärung zur Krim-Krise ab. 

Die Bundesregierung könnte ohne Einbindung des Bundestags über die Waffenlieferungen in den Irak abstimmen. Das wäre ein von der Kanzlerin nicht gewohnter, schlechter Stil - und ein deutlicher Fehler, kommentiert Falk Steiner. Die deutsche Außenpolitik verlasse ihren spezifischen Weg und werde berechenbar.

Nachfolge von Klaus WowereitZwei Berliner buhlen um Rotes Rathaus

Der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh (r) und Berlins SPD-Vorsitzender Jan Stöß (l) besuchen am 08.05.2013 einen Gemeindebau im 3. Bezirk in Wien. Saleh und Stöß informierten sich uber den sozialen Wohnungsbau in der österreichischen Hauptstadt Wien

Am 11. Dezember wird Klaus Wowereit den Stab im Berliner Rathaus an seinen Nachfolger übergeben. Bisher ist nur sicher, dass ein Sozialdemokrat neuer Regierender Bürgermeister wird. Zwei Kandidaten haben schon den Hut in den Ring geworfen.

ProstitutionEin Plädoyer für die Doppelmoral

Die Große Koalition plant, das Prostitutionsgesetz zu verschärfen. Bordelle müssen künftig behördlich angemeldet, Flatrate-Sex soll verboten werden. Der Publizist Dimitrios Kisoudis hält nicht viel von den rigorosen Plänen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Arbeitslosigkeit in Deutschland  steigt etwas stärker als üblich | mehr

Kulturnachrichten

Peter von Matt  erhält Frankfurter Goethepreis | mehr

Wissensnachrichten

Evolution  Biologinnen bringen Fischen das Laufen bei | mehr