Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Organspendeskandal weitet sich aus

Zweiter Arzt in Göttingen unter Betrugsverdacht

Ärzte bei einer Nierentransplantation (picture alliance / dpa / Balazs Mohai)
Ärzte bei einer Nierentransplantation (picture alliance / dpa / Balazs Mohai)

Die Unregelmäßigkeiten bei Organspenden an der Universitätsklinik Göttingen haben offenbar einen größeren Umfang als bislang angenommen. Nun wird gegen zwei Ärzte wegen Bestechlichkeit und des Anfangsverdachts auf Tötungsdelikte ermittelt. Auch die Uniklinik Regensburg ist betroffen.

Der mögliche Betrug mit Organspenden an der Uniklinik Göttingen hat eine neue Dimension erreicht. Die Klinikleitung hat nach eigenen Angaben einen weiteren Arzt in leitender Funktion vom Dienst freigestellt. Der Verdacht, dass der Mann an Manipulationen bei Organtransplantationen beteiligt war oder selbst manipulierte, habe sich erhärtet. Der Arzt bestreite die Vorwürfe, sagte ein Kliniksprecher. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte die Wohnung und den Arbeitsplatz des Mediziners.

Manipulation der Warteliste auch in Regensburg

Zugleich wurden neue Vorwürfe gegen den Göttinger Oberarzt laut, der Krankendaten gefälscht haben soll, um die eigenen Patienten bei Spenderlebern zu bevorzugen. Nach Angaben der Uniklinik in Regensburg soll er dort schon 2005 für Missstände bei Transplantationen gesorgt haben. Der 45-Jährige hatte vor seiner Zeit in Göttingen in Regensburg gearbeitet. Damals seien verbotenerweise Patienten aus Jordanien auf eine Warteliste für europäische Transplantationspatienten gesetzt worden, sagte eine Sprecherin des Regensburger Klinikums. Von den Regensburger Vorfällen habe man bei der Einstellung des Oberarztes nichts gewusst, hieß es in Göttingen.

Die Ärzte stehen unter Verdacht, gegen Richtlinien zur Organtransplantation verstoßen und Patientendaten manipuliert zu haben, um ihre Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane nach oben zu schieben. Zu den Aufgaben des nun ebenfalls beschuldigten leitenden Arztes zählte unter anderem die Voruntersuchung von Patienten, die ein Spenderorgan bekommen sollten. Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben nicht auszuschließen, dass noch weitere Mitarbeiter in den möglichen Betrug verstrickt sind.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Organspendeskandal rüttelt die Ärzteschaft auf, (Dradio, Aktuell vom 21.7.2012)
Ein "Super-GAU der Transplantationsmedizin" - Der Direktor der Essener Uniklinik Eckhard Nagel zum Manipulationsverdacht um Organtransplantationen, (DKultur, Interview vom 21.7.2012)
"Wir haben bis jetzt geglaubt, wir bräuchten kein Kontrollsystem" - Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation zu Manipulationen in Göttingen, (DLF, Interview vom 21.72012)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Neue Musik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

NeuseelandSchwieriger Neuanfang in Christchurch

Christchurch wenige Tage nach dem Erdbeben.  (imago/Xinhua)

Am 22. Februar 2011 wurde die neuseeländische Stadt Christchurch von einem schweren Erdbeben erschüttert. 185 Menschen starben, viele Gebäude stürzten ein, Straßen und Brücken barsten. Auch fünf Jahre danach ist die Innenstadt immer noch eine große Baustelle. Besonders der feuchte Untergrund verzögert den Wiederaufbau.

Online-PartnerbörsenRomantik per Mausklick

Eine Tastatur mit Herz-Taste (imago / Westend61)

Single-Börsen oder Online-Partnervermittlungen werben damit, dass sie Millionen Kontaktfreudige in ihren Datenbanken haben. Ist der richtige Partner damit nur ein paar Mausklicks entfernt? Die Stiftung Warentest hat sich Anbieter genauer angeschaut.

Internationaler Tag der PappnasenPappnasen und Politik

Ein Motivwagen für den Rosenmontagsumzug zeigt am 05.02.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) den russischen Staatschef Putin mit dem Schauspieler Gerard Depardieu als Obelix. Foto: Oliver Berg/dpa (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Der Tag der Befreiung ist im Kalender vermerkt: 8. Februar - Hut ab zum Gebet und die Pappnase auf. Was ist ein Rheinländer in Berlin? Eine Pappnase mit Goldkette. Was sind zwei Rheinländer in Berlin? Ein Umzug. Der internationale Tag der Pappnasen hat seine Geschichte und Geschichten.

Merkel-Besuch"Die Türkei fällt nicht als Partner aus"

Alexander Graf Lambsdorff, stellvertretender EU-Parlamentspräsident (AFP/Romeo Gacad)

Der FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff fordert die Türkei auf, die Zehntausenden an der Grenze wartenden Syrer ins Land zu lassen. Man müsse den Menschen helfen, sagte der Parlamentspräsidentsvize im DLF. Grundsätzlich aber habe Ankara schon viel getan. 

Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz Brauchen wir ein Einwanderungsministerium?

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), spricht am 16.12.2014 in Berlin bei einer Pressekonferenz über die Kampagne "Ein Leben, zwei Pässe". (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Streit um das Asylpaket II: Die Abstimmung zwischen den Einzelressorts macht in der Flüchtlingspolitik immer wieder Probleme. Ob ein Bundesministerium für Migration Abhilfe schaffen könnte, fragen wir Aydan Özoguz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

FlüchtlingspolitikDGB-Chef Hoffmann: Integration kann gelingen

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann (Imago)

DGB-Chef Reiner Hoffmann hält die Integration der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt für "leistbar". In den Betrieben habe man gute Erfahrungen mit der Eingliederung von Migranten, sagte Hoffmann im Deutschlandfunk. Wichtig sei aber, dass Flüchtlinge und Menschen mit Abstiegsängsten nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bürgerkrieg  Türkei erwartet weitere Flüchtlinge aus Syrien | mehr

Kulturnachrichten

Roger Willemsen gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Frankreich  Kurzgeschichten-Automat gegen Langeweile | mehr