Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Papademos wird neuer Regierungschef in Athen

Den ehemaligen Vize-Präsidenten der Europäischen Zentralbank erwarten schwere Aufgaben

Lucas Papademos, designierter griechischer Premierminister. (picture alliance / dpa / Simela Pantzartzi)
Lucas Papademos, designierter griechischer Premierminister. (picture alliance / dpa / Simela Pantzartzi)

Nach langem Ringen ist der Weg frei für eine nationale Einheitsregierung, die Griechenland vor dem Staatsbankrott retten soll. Lucas Papademos, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), soll Medienberichten zufolge die Regierungsgeschäfte in Griechenland übernehmen.

Die sozialistische Partei PASOK und die konservative Nia Dimokratia konnten sich länger als erwartet nicht auf einen Übergangspremier einigen - die Zusammensetzung des neuen Kabinetts sollte bereits am Dienstag bekannt gegeben werden.

Auf Papademos ruhen große Hoffnungen

Der 64-jährige Lucas Papademos genießt als Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperte viel Ansehen in der internationalen Gemeinschaft. Er gilt als Mann mit großem Sachverstand, der zwar nur selten Schlagzeilen macht, aber hinter den Kulissen vieles bewirkt. Er gehört keiner Partei an, gilt als Technokrat - gerade deswegen sehen viele in ihm eine gute Voraussetzung, Griechenland aus der Krise zu führen.

Papademos stehe für eine Politik des Vertrauens, sagte der Politologe Janis Emmanouilidis im Deutschlandfunk: " Sowohl nach innen wie auch nach außen genießt er hohes Vertrauen, und das braucht das Land, denn Vertrauen und Stabilität wurden verloren." Papademos werde dem Land sicherlich gut tun.

Auch der beste Technokrat an der Spitze einer griechischen Regierung könne wenig ändern, wenn sich Beamte und Gewerkschaften weiterhin Reformen verweigern, sagt Daniel Gros vom Centre for European Policy Studies. Der Posten des Ministerpräsidenten sei ein "Himmelfahrtskommando".

Deutlicher Anstieg der Staatsverschuldung prognostiziert

Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Staatsverschuldung Griechenlands in den Jahren 2012 und 2013 jeweils knapp 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen wird, heißt es in einer Prognose, die in Brüssel veröffentlicht wurde. Für das laufende Jahr wird die griechische Verschuldung auf knapp 163 Prozent geschätzt. Erlaubt sind in den Euroländern höchstens 60 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Genscher: Europäische Institutionen stärken

Der frühere Bundesaußenminister Genscher hat im Kampf gegen die Euro-Krise eine Stärkung der europäischen Institutionen gefordert. Genscher sagte, es sei eine bedeutende Reformaufgabe, Möglichkeiten zu schaffen, auch Sanktionen gegen einzelne Staaten zu verhängen. Die Schuldenkrise sei nur eingetreten, weil man den Stabilitätspakt aufgeweicht habe. Letztlich sei es gut für Europa, dass sich nun mit Gewalt eine neue Stabilitätskultur durchsetze, betonte der FDP-Ehrenvorsitzende.

Mehr zum Thema bei dradio.de
Übergangsregierung sucht händeringend nach einem Chef
Papandreou will "nationale Anstrengung" für eine neue Regierun
Tauziehen um die Zukunft Griechenlands

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Technikwunder am GotthardDer längste Bahntunnel der Welt

Eine Lok mit der Aufschrift "Flachbahn durch die Alpen Gotthard-Basistunnel 2016 Ceneri-Basistunnel 2016" fährt am 15.11.2012 bei Erstfeld bei der Loktaufe aus dem Gotthard-Basistunnel. (dpa-Bildfunk / AlpTransit Gotthard AG)

Es ist ein Ereignis von verkehrshistorischer Bedeutung: Am 1. Juni wird mit dem Gotthard-Basistunnel in der Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit der längste Eisenbahntunnel der Welt eröffnet. Er soll die Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene fördern.

Bürgerrechtsbeauftragter in PolenHüter der Freiheit, Gegenspieler der Mächtigen

Porträt des polnischen Bürgerrechtsbeauftragten Adam Bodnar (picture alliance / dpa / Tomasz Gzell)

Der polnische Bürgerrechtsbeauftragte Adam Bodnar ist weitaus mächtiger als viele seiner Kollegen in den europäischen Nachbarstaaten. Er ist ein Mann der leisen Töne - unterschätzen sollte ihn die Regierung in Warschau deswegen aber besser nicht.

Ersatzteile zum SteckenBaustelle Smartphone

Weil es immer wieder ein neues, geileres Smartphone gibt, wechseln wir spätestens alle zwei Jahre das Gerät. Damit der Elektroschrotthaufen aber nicht unendlich weiter wächst, sollen Stecksysteme die Halbwertszeit verlängern.

Schwere Unwetter in Deutschland"Wir behalten diese gefährliche Unwetterlage"

Nach einem Unwetter mit starken Regenfällen ist am 29.05.2016 eine Straße in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) überschwemmt. (dpa / picture-alliance / Jonas Heilgeist)

Blitze, Hagel, Sturmböen und Starkregen: Ein Unwetter hat weite Teile im Süden des Landes verwüstet und auch im Westen und Norden sieht es ziemlich düster aus. Schuld daran ist das Tief "Elvira", das seit vielen Tagen über Deutschland liegt. Die Stagnation der Wetterlage sei deshalb besonders gefährlich, "weil wir ja anders als bei einer Badewanne keinen Abfluss haben", sagte die Meteorologin Katja Horneffer im DLF.

Philosoph Wolfram Eilenberger"Die integrative Kraft des Sports ist ein Mythos"

Die deutschen Spieler Torwart Bernd Leno (hinten, l-r), Sebastian Rudy, Jonas Hector, Mario Gomez, Antonio Rüdiger, Samy Khedira und Jerome Boateng sowie (vorne, l-r) Leroy Sane, Julian Draxler, Mario Götze und Joshua Kimmich. (dpa / Christian Charisius)

Der Philosoph Wolfram Eilenberger sieht in Deutschland ein hohes Maß an Alltagsrassismus. Die angebliche Boateng-Äußerung von AfD-Vize Alexander Gauland nannte er im Deutschlandfunk unverantwortlich. Die "integrative Kraft des Sports" bezeichnete Eilenberger allerdings als Mythos: "Wir bilden uns ein, dass der Sport eine sehr starke integrative Kraft hat, während das nur in zwei, drei Sportarten der Fall ist."

Hass auf Schwule in RusslandWas tun? Nicht aufgeben!

Zwei Männer küssen sich. (picture alliance / dpa)

Die Situation der Homosexuellen in Russland ist prekär, und Präsident Putin kümmert das wenig. Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband sieht die Diskriminierung in einem größeren Zusammenhang: als Teil einer antidemokratischen Entwicklung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nordkorea  Raketentest offenbar fehlgeschlagen | mehr

Kulturnachrichten

Taco Dibbits neuer Direktor des Rijksmuseums  | mehr

Wissensnachrichten

Sonne  Lichtphänomen in Manhattan | mehr